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15.03.2011: Beginn des Syrien-Kriegs


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Am 15. März 2011 brach der Krieg in Syrien aus. Zunächst begannen Demonstrationen und Unruhen im Land, nachdem westliche Großbanken die Nahrungsmittelpreise durch Spekulation in die Höhe getrieben hatten.

syrien krieg
Syrien Krieg, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

Inhalt

Vorgeschichte

Bereits 2009 hatte Assad den Bau einer Gaspipeline von Katar über Syrien in die Türkei abgelehnt. Damit wollte er die Interessen seines Verbündeten Russland schützen. Stattdessen genehmigte er den Bau der „Islamischen Pipeline“ vom Iran über Irak und Syrien in den Libanon.

Nur Wochen nachdem iranische Medien den bevorstehende Bau der Islamischen Pipeline meldeten, begannen die Unruhen in Syrien. Auf Politico schrieb Robert F. Kennedy jr., Neffe des ermordeten US-Präsidenten JFK, in einem Artikel: „In dem Moment, als Assad die Katar-Pipeline ablehnte, unterzeichnete er sein eigenes Todesurteil.“

Frankreichs Ex-Außenminister wusste schon „lange vor 2011“ vom Syrienkrieg

Im Juni 2013 sagte Frankreichs Außenminister und früherer Präsident des französischen Verfassungsgerichts Roland Dumas während einer TV-Show über die Unruhen in Syrien im französischen Fernsehen, die britische Regierung habe bereits zwei Jahre vor dem Ausbruch der Unruhen in Syrien Kämpfer ausgebildet, die im Jahr 2011 nach Syrien ziehen und gegen die Regierung kämpfen sollten.

„Ich war zwei Jahre vor Beginn der Unruhen in Syrien in Großbritannien bezüglich anderer Angelegenheiten, die nichts mit Syrien zu tun hatten. Ich traf dort britische Beamte, einige von ihnen waren Freunde von mir. Sie sagten mir, dass sie etwas in Syrien planten und fragten mich, ob ich als Außenminister dabei mitmachen wollte, doch ich lehnte ab“, so Dumas weiter. „Das war in England, nicht in den USA, England hat die Invasion durch die Rebellen in Syrien vorbereitet.“

Er wies darauf hin, dass die Vorbereitungen auf die Ereignisse in Syrien bereits lange vor 2011 begonnen hätten mit dem Ziel, die syrische Regierung zu stürzen, da von Israel als feindlich betrachtet wird. Eine Timeline.

Nahrungsmittelkrise

Im Vorfeld des sogenannten Arabischen Frühlings gab es in einigen arabischen und nordafrikanischen Ländern Hungerrevolten. Darunter auch Syrien. Durch Spekulation westlicher Großbanken wurden Nahrungsmittelpreise in die Höhe getrieben, was die Menschen auf die Straßen trieb.

Joachim von Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn, sagte, ein Flächenbrand über mehre Staaten hinweg entstehe in den meisten Fällen zu jenem Zeitpunkt, an dem sich die Preise um 100 % erhöhen.

Forscher des New England Complex Systems Institute in Cambridge bestimmten im Jahr 2010 einen Faktor, mit dem sich zuverlässig Unruhen in allen Ländern der Welt vorhersagen lassen. Überschreiten die Lebensmittelpreise eine genau definierbare Schwelle, entstehen soziale Unruhen, so die Studie.

Am 13. Dezember 2010 hatte Marco Lagi, Leiter der Studie, die US-Regierung in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die globalen Lebensmittelpreise im Begriff seien, die von ihm definierte Schwelle zu überschreiten. Nur vier Tage später begannen die Proteste in Tunesien, die sich auf den gesamten Nahen Osten ausbreiten sollten.

2011

Am 15. März 2011 begannen in Syrien gewaltsame Unruhen gegen die Regierung. Grund dafür war ein rasanter Anstieg der Nahrungsmittelpreise durch Nahrungsmittelspekulation westlicher Großbanken. Präsident Bashar al-Assad setzte rasch einige Reformen um, wodurch die Proteste abebbten.

Doch wurden im Auftrag ausländischer Geheimdienste Personen unter die Demonstranten geschleust, welche aus der Menge auf Polizisten feuerten. So wurden Gefechte losgetreten, durch die sehr viele Zivilisten verletzt oder getötet wurden.Trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation hielten die Menschen mehrheitlich zu ihrer Regierung in Damaskus.

Russland fürchtet um Marinebasis

Es versammelten sich beispielsweise Tausende Syrer, um eine riesige syrische Fahne entlang der al-Mezzeh Straße auszulegen, wie Syriens Nachrichtenagentur SANA am 15. Juni 2011 veröffentlichte. Die 2300 Meter lange und 18 Meter breite Fahne war Teil einer Jugend-Kampagne der nationalen Einheit gegen ausländische Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens. Ebenfalls im Juni meldete die Asia Times, Russland blockiere hartnäckig Versuche der USA, eine Intervention in Syrien in der Art des Libyen-Krieges zu beginnen.

Moskau fühle sich durch Washington bedroht, da ein Hauptgrund für die USA für einen Regierungssturz in Syrien zu verursachen offensichtlich der sei, den dortigen russischen Marinestützpunkt aufzulösen. Die syrische Basis sei der einzige Ansatzpunkt Russlands im gesamten Mittelmeerraum. Mit der Gründung der US-Militärbasen in Rumänien und dem aktuellen Erscheinen eines US-Kriegsschiffs in der Schwarzmeer-Region fühle sich Russland von den USA eingekreist.

Syrien beklagt „ausländische Eindringlinge“

Die syrische Regierung beklagte wiederholt, dass ausländische Eindringlinge und extremistische Gruppen durch das Töten von Zivilisten und Sicherheitskräften Chaos verursachen würden. Syrische Armee-Einheiten sorgten im Juni 2011 für Ruhe und Sicherheit in der Stadt al-Jisr Shaghour, nachdem bewaffnete Gruppen Einheimische angegriffen und terrorisiert hatten. Syriens Regierung vermutete hinter den Anschlägen die USA, aber auch Israel und die Türkei.

Das Ziel sei es, einen Bürgerkrieg in Syrien zu entfachen, wie ein Journalist aus London in einem Interview mit PressTV behauptete. Jay Carney,  Sprecher des Weißen Hauses, sagte in einer Erklärung: „Es müssen sofortige Maßnahmen zum Übergang zu einem demokratischen System in Syrien stattfinden.“

Am 31. Juli erklärte Obama: „Ich bin über die syrische Regierung und deren Gewaltanwendung und Brutalität gegen die eigene Bevölkerung entsetzt. Die Berichte aus Hama sind erschreckend und zeigen den wahren Charakter des syrischen Regimes. Wieder einmal hat Präsident Assad gezeigt, dass er völlig unfähig und unwillig ist, auf die berechtigten Beschwerden des syrischen Volkes zu reagieren.“

Geplante NATO-Invasion und israelische Waffen

Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin hingegen warnte, die Allianz plane einen Feldzug gegen Syrien, um die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen. Der israelische Nachrichtendienst DEBKA warnte ebenfalls vor einem geplanten Angriff türkischer und NATO-Bodentruppen gegen Syrien. Indes sagte Chinas Vertreter bei den Vereinten Nationen, He Yafei, Peking rufe alle Parteien in Syrien zu maximaler Zurückhaltung und zu einem Ende sämtlicher Gewalt auf.

Im Oktober beschlagnahmten syrische Sicherheitskräfte israelische Waffen von bewaffneten Gruppen. Syriens Gesandter bei der Arabischen Liga, Youssef Ahmad, traf diese Aussage während einer Notfallsitzung vor einem 22-köpfigen Gremium in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Er fügte hinzu, dass es sich bei den Waffen um Automatikwaffen aus israelischer Produktion gehandelt habe, was eindeutig bewiesen werden könne.

Ende Oktober versammelten sich rund zwei Millionen syrische Bürger in Damaskus auf dem Umayyaden-Platz, um auf einer Großveranstaltung Präsident al-Assad und dessen Regierung zu feiern. Das Motto der Veranstaltung: „Lang lebe das Heimatland und unser Anführer – das syrische Volk ist eine Familie.“

Massenvernichtungswaffen

Im November 2011 entdeckten Ermittler der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA einen bisher unbekannten Komplex in Syrien, mit dem sich die Regierung in Damaskus offenbar dringend verdächtig machte heimlich Kernwaffen herzustellen. Die Meldung kursierte durch alle großen Medien. Kurz später stellte sich heraus, dass es sich um eine gewöhnliche Textilfabrik handelte.

„Die Vorwürfe sind definitiv haltlos“, sagt Jeffrey Lewis, Experte für Atompolitik am Center for Nonproliferation Studies. Es handele sich um eine alteingesessene Textilfabrik, sonst um gar nichts. Zahlreiche Medienberichte seien nachweislich falsch gewesen.

Im selben Monat entsandte Russland seine Kriegsschiffe in syrische Gewässer. Der Grund war verschiedenen Medienberichten zufolge, NATO-Angriffe auf das Land zu verhindern und syrische Gebiete vor einer militärischen Intervention aus dem Ausland zu schützen. Wie der Nachrichtensender PressTV berichtete, lehnte Moskau jede Unterstützung von NATO-Angriffen unter dem Deckmantel einer „humanitären Intervention“ gegen Syrien ab

Russlands S-300 Flugabwehrsystem

Nachdem die USA einen Flugzeugträger in syrische Hoheitsgewässer entsandten, installierten russische Experten das berühmte S-300 Flugabwehrsystem an wichtigen syrischen Stützpunkten, meldeten israelische Medien.

Gleichzeitig fanden türkische Journalisten heraus, dass französische Streitkräfte bewaffnete syrische Rebellen trainierten und ausbildeten, um diese gegen die Sicherheitskräfte von Präsident Bashar al-Assad in den Kampf zu schicken. In einem früheren Beitrag hatte die Zeitung berichtet, dass britische und französische Geheimdienste ihre Agenten zur Kontaktaufnahme mit syrischen Dissidenten beauftragt hatten, um Unruhen auf syrischem Gebiet zu schüren.

Damaskus hatte mehrfach betont, dass die Spannungen in Syrien von ausländischen Eindringlingen orchestriert würden und dass syrische Sicherheitskräfte klare Anweisungen hätten, Zivilisten keinerlei Schaden zuzufügen.

2012

Anfang 2012 traten die Regierungen Russlands und Chinas geschlossen auf: Ein Angriff auf den Iran oder auch auf Syrien werde als Angriff auf die eigene nationale Sicherheit gewertet. Darüber hinaus existiert seit einigen Jahren ein sogenannter „Beistandspakt“ zwischen dem Iran und Syrien, weshalb ein Krieg gegen eines der Länder das andere automatisch mit in den Konflikt ziehen würde.

Dieser Pakt wurde im Jahr 2006 geschlossen, als US-Präsident George W. Bush die beiden Länder als „Schurkenstaaten“ betitelt hatte. Russlands Präsident Medwedew betonte, das Blutbad in Syrien sei „inakzeptabel“. „Im Rahmen der Fortsetzung der schwierigen Arbeit, die syrische Krise in Zusammenarbeit mit dem UN-Sicherheitsrat zu meistern, hat Medwedew [Russlands] Partner aufgerufen, voreilige und einseitige Schritte zu vermeiden“, wie der Kreml-Pressedienst zitiert wird.

Im Juni 2012 stellten die Vereinigten Staaten der sogenannten syrischen Opposition ein Budget in höhe von 12,8 Millionen Dollar bereit, um die Unruhen in dem arabischen Land weiter aufrecht zu erhalten. Das Geld sollte laut einer iranischen Nachrichtenagentur gezielt für Terroranschläge gegen die Bevölkerung und den letztendlichen Sturz der Regierung unter Bashar al-Assad eingesetzt werden.

52 Millionen US-Dollar für die „Opposition“

Insgesamt seien zu diesem Zeitpunkt Finanzhilfen für oppositionelle Streitkräfte in Höhe von 52 Millionen US-Dollar zugeteilt worden, sagte Mark Toner, stellvertretender Sprecher des US Department of State. „Das Pentagon hat die Planungen für einen Angriff auf das durch einen zähen Bürgerkrieg destabilisierte Syrien abgeschlossen“, meldete CNN. „Die wachsende Gewalt in Syrien könnte schlimmer werden als das, was wir im Irak gesehen haben“, so ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Obama-Administration.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte im Juni die Waffenlieferungen der Vereinigten Staaten an syrische Rebellen scharf. Dies trage zu einer Verschlechterung des Konflikts bei. Nach langer Zeit hat der Kreml somit erstmals wieder offen Kritik an Washington geübt. Indes stellten syrische Soldaten eine Waffenlieferung aus Israel an bewaffnete Rebellen sicher.

Die Lieferung sei nahe der türkischen Grenze in der Provinz Latakia gefunden worden und habe auch kistenweise Munition enthalten. Freiheitsmedaillenträger Shimon Peres sagte in einem Interview mit dem israelischen staatlichen Rundfunk Anfang Juni, dass er die bewaffneten Gangs respektiere und hoffe, „dass sie gewinnen werden.“

Türkischer General wird festgenommen

Im August 2012 meldete das syrische Militär die Festnahme eines türkischen Generals, den man bei Kämpfen um die Stadt Aleppo verhaftet hatte, bei denen er sogenannte Aufständische befehligte. Zuvor berichteten türkische Medien, dass etwa 40 weitere türkische Offiziere in verschiedenen Teilen des Landes verhaftet worden seien. Die israelische Nachrichtenagentur DEBKA meldete, dass „westliche und arabische Sponsoren“ mindestens 20 Panzer des Typs T-62 aus russischer Produktion an die Rebellen geliefert haben sollen.

Im Oktober sagte Venezuelas Präsident Hugo Chavez, der Krieg in Syrien sei eine geplante Krise, ähnlich wie der Krieg in Libyen, der zum Sturz von Muammar Gaddafi geführt hat. „Die Regierung der Vereinigten Staaten ist hauptsächlich verantwortlich für diese Katastrophe in Syrien“, so Chávez weiter. „Wie kann ich die Regierung von Bashar al-Assad nicht unterstützen, wenn sie doch die legitime Regierung von Syrien ist? Wen soll ich denn sonst unterstützen? Die Terroristen, die herumlaufen und links und rechts Menschen töten?“

Im November 2012 versuchte der Iran zwischen der Regierung in Damaskus und den Rebellen zu vermitteln und lud beide Parteien zu Gesprächen nach Teheran ein. Das Treffen habe ein Ende der Gewalt und eine diplomatische Lösung des Konflikts zum Ziel und bringe Vertreter verschiedener syrischer Ethnien, politischer Gruppen, Minderheiten, der sog. Opposition und staatlichen Vertretern zusammen, sagte der iranische Vize-Außenminister Amir-Abdollahian.

USA und Briten trainieren Rebellen

Im Dezember erschienen Meldungen, nach denen die USA und Großbritannien bereits seit Wochen syrische Rebellen in einem jordanischen Trainingscamp im Umgang mit leichten und schweren Kriegswaffen ausbildeten. Auch der US-Geheimdienst CIA soll an der Organisation beteiligt gewesen sein. Hunderte Rebellen nahmen an der Ausbildung teil, bei den Trainern soll es sich um jordanische Soldaten gehandelt haben. Unter anderem wurde dort der Umgang mit panzerbrechenden Waffen und Luftabwehrraketen trainiert.

Gleichzeitig meldeten iranische Medien, dass Saudi-Arabien Waffen und militärische Ausrüstung nach Syrien schmuggelten. Die Waffen wurden offenbar an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Irak an Personen übergeben, die sowohl in Syrien als auch im Irak aktiv waren. Zudem enthüllten algerische Reporter, dass sich in Tunesien drei Militärbasen befanden, die speziell für die Ausbildung bewaffneter Rebellen errichtet wurden, welche ebenfalls in Syrien und im Irak agieren sollen.

2013

Im Januar 2013 sagte Präsident Assad während einer Rede, dass seine Regierung großes Interesse an einem Ende der Instabilität und der Unsicherheit in Syrien habe und bereit sei für umfassende Reformen und Volksabstimmungen. Gleichzeitig forderte er von westlichen Regierungen ein Ende des Terrorismus in seinem Land, der von den USA, deren NATO-Gefolgschaft und Israel finanziert und mit illegalen Waffenlieferungen unterstützt werde.

Er fügte hinzu, dass seine Regierung stets bereit gewesen sei, mit der sogenannten Opposition zu verhandeln und rief zu einem „umfassenden nationalen Dialog“ auf. Der britische Außenminister William Hague bezeichnete die Rede Assads als „Heuchelei“ und warf dem syrischen Staatschef „leere Versprechungen“ vor.

Syrische Bodenschätze werden gestohlen

Im Februar erteilte die israelische Regierung einer US-amerikanische Firma Öl- und Gasförderrechte in den besetzten Golanhöhen. Das Unternehmen wurde vom ehemaligen israelischen Kabinettsminister Effi Eitam geleitet. Die Aktion wurde laut Berichten offenbar vom israelischen Minister Uzi Landau angestoßen. Empfohlen wurde Israel das Unternehmen vom ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney, zwei bekannte Namen unter den Aktionären der Firma sind Jacob Rothschild und Rupert Murdoch.

Im März 2013 meldete die Copenhagen Post, dass die USA offenbar auch ehemalige Guantanamo-Häftlinge nach Syrien einschleusen im Kampf gegen das syrische Militär unterstützen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen befanden sich zu diesem Zeitpunkt Rebellen aus 29 Ländern in Syrien.

Etwas später erklärte Syriens Präsident Bashar al-Assad in einem Interview, der Westen schicke Terroristen nach Syrien, um diese loszuwerden. Man entsende sie in den Kampf gegen syrische Soldaten, um getötet zu werden. Gleichzeitig werde so die syrische Regierung geschwächt. Im November befanden sich bereits Kämpfer aus mehr als 80 Ländern in Syrien.

Im April 2013 sagte Viktor Iwanow, Direktor von Russlands Drogenaufsicht, man finanziere die nach Syrien entsandten Kämpfer angeblich aus Erträgen des Drogenhandels in Afghanistan. Großbritanniens ehemaliger Premierminister Tony Blair sagte derweil im Interview mit BBC Radio 4, dass der „Bürgerkrieg“ in Syrien bis heute mehr Todesopfer gefordert habe, als der „Konflikt“ im Irak seit 2003.

„Ich persönlich denke, wir sollten eine Flugverbotszone in Syrien zumindest aktiv in Betracht ziehen“, so der millionenschwere J.P. Morgan-Berater. „Untätigkeit ist auch eine Form der Politik und eine Entscheidung mit Konsequenzen.“ Ebenfalls im April berichtete die israelische Militärzeitung DEBKA, dass die Freie Syrische Armee und die Syrische Revolutionäre Front mit „US-Waffen beliefert“ worden seien, darunter panzerbrechende, optisch gelenkte BGM-71 TOW-Raketen.

Russland warnt vor „Katastrophe“

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigte im August 2013 eine „Katastrophe“ im Falle einer NATO-Invasion in Syrien an. Zur Wahrung der eigenen Interessen habe man nur wenige Optionen. Laut einigen Berichten soll Russland mit einem Militärschlag gegen Saudi-Arabien gedroht haben, für den Fall dass die USA in Syrien militärisch eingreifen. Russland und China betonten, eine militärische Intervention der USA und deren Alliierten nicht zu akzeptieren. Saudi Arabien versuchte derweil Russland mit lukrativen Öl-Deals zu besänftigen.

Im November 2013 veröffentlichte die britische Denkfabrik Oxford Research Group eine Studie, laut welcher in Syrien seit Beginn der Unruhen im Jahr 2011 mehr als 11.000 Kinder ums Leben gekommen seien, die meisten davon durch explosive Waffen und Handfeuerwaffen. Einige von ihnen, darunter auch Kleinkinder, seien sogar gefoltert und gezielt hingerichtet worden. 764 Kinder seien gezielt hingerichtet und 389 von Heckenschützen erschossen worden, hieß es. 112 Kinder seien gefoltert worden, darunter sogar Kleinkinder.

Im Dezember meldete der britische Guardian, die Regierung in Saudi-Arabien biete extremistischen Gefängnisinsassen die Freiheit an, wenn sie sich im Gegenzug dazu verpflichten, in Syrien gegen die Regierung zu kämpfen und sich den dort befindlichen Kampftruppen anzuschließen. Saudi-Arabien arbeite dabei eng mit Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Militärregierung in Ägypten und Israel zusammen.

Saudi-Arabien schickt Häftlinge nach Syrien

Bereits zu Beginn des Jahres hatte die Nachrichtenagentur AINA unter Berufung auf ein streng geheimes Dokument gemeldet, dass Saudi-Arabien 1.239 zum Tode verurteilte Gefängnishäftlinge (hauptsächlich Drogenhändler, Mörder und Vergewaltiger) für den Kampf gegen Assad aus der Haft entlassen hatte.

Ebenfalls im Dezember veröffentlichen die Vereinten Nationen einen Bericht, nach dem Türkei seit Juni insgesamt 47 Tonnen Waffen nach Syrien geschmuggelt haben soll. Allein im September 2013 seien fast 29 Tonnen Waffen illegal in das Land an dort befindliche Kampftruppen geliefert worden, wie die türkische Tageszeitung Hürriyet meldete. Der türkische Sprecher des Außenministeriums Levent Gumrukcu wollte zwar zunächst keine Zahlen nennen, doch als diese über die Medien veröffentlicht wurden, bestätigte er die Waffenlieferungen.

2014

Im Mai 2014 strahlte der US-Sender PBS eine Dokumentation aus, laut der das US-Militär in Katar die Rebellentruppen ausbilde, um in Syrien gegen die Regierung kämpfen und das Land destabilisieren. Der Journalist Muhammad Ali interviewte für die Dokumentation sogenannte „syrische Rebellen“, die bereitwillig von ihren US-Trainingscamps in der Türkei und in Katar erzählten. Das Ausbildungsprogramm dauere drei Wochen und beinhaltete den Einsatz hochentwickelter Waffen und Kampftechniken, auch sollen Uniformen und Stiefel ausgegeben worden sein.

Im Juni 2014 wurde bekannt, dass der US-Geheimdienst CIA bereits zwei Jahre zuvor Kämpfer des damals noch weniger bekannten „Islamischen Staats“ in Jordanien militärisch ausgebildet habe. Jordanische Offizielle bestätigten, dass im Jahr 2012 unter Leitung der USA entsprechende Trainingsprogramme stattfanden. Ein iranischer General sagte, dass sein Land keinesfalls militärisch mit den USA zusammenarbeiten werde.

Hassan Firouzabadi, Chef des Generalstabs der iranischen Streitkräfte, sagte gegenüber Reportern, dass der Iran niemals mit den USA zusammenarbeiten werde bei der Bekämpfung des Islamischen Staats, da diese von den USA in Zusammenarbeit mit Israel, Saudi-Arabien und Katar selbst gegründet worden seien.

171.509 Tote

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) meldete im Juli 2014, dass mehr als sechs Millionen syrische Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen seien. Laut einer Untersuchung vom Juli 2014 durch die in London ansässige Organisation „Syrian Observatory for Human Rights“ lag die Anzahl der Todesopfer im Syrienkrieg inzwischen bei 171.509, darunter 56.495 Zivilisten.

Insgesamt 46.301 Kämpfer sollen bis dato ums Leben gekommen sein, sowie 65.803 syrische Soldaten und Sicherheitskräfte, hieß es. Weitere 2.910 während den Kämpfen Verstorbene seien nicht zuzuordnen gewesen.

Im August 2014 sagte US-Verteidungsminiterminister Chuck Hagel, man erwäge Luftangriffe auf Syrien, um gegen den Islamischen Staat zu kämpfen. Alle Optionen dafür seien auf dem Tisch, sagte der US-Verteidigungsminister.

Der Islamische Staat sei nicht nur eine Terrorgruppe, sondern verbinde Ideologie, Strategie und militärische Fähigkeiten, was eine ganz neue Qualität der Bedrohung darstelle. Kurz später gab US-Präsident Barack Obama Überwachungsflügen über Syrien grünes Licht. Auch Luftangriffe können somit von nun an auf syrischem Gebiet gegen Islamischen Staat durchgeführt werden, meldete USA Today.

Im September kündigte US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama Luftschläge in Syrien an und drohte, man werde Syriens Luftverteidigungssystem vernichten und die syrische Regierung zu stürzen, für den Fall dass Präsident Bashar al-Assads Sicherheitskräfte die US-Truppen bei ihrer Arbeit auf syrischem Gebiet behindern.

USA bombardieren Sicherheitskräfte und Infrastruktur

Syriens Präsident Bashar al-Assad merkte an, man müsse nicht nur Terroristen bekämpfen, sondern auch die Staaten, welche den Terrorismus unterstützen. Die Hisbollah Brigaden im Irak gaben an, US-Kampfflugzeuge würden absichtlich Positionen der irakischen Armee und der ehrenamtlichen Kräfte in der Provinz Nord-Babil bereits zum zweiten Mal bombardieren.

Das Ziel seien jedoch Kämpfer des Islamischen Staats gewesen, welcher sich im Irak ausbreitete. „Die vorsätzliche Bombardierung der Armee und der Volkskräfte zeigt die bösen Absichten der USA sowie die internationale Vertuschung unter dem Vorwand des Kampfes gegen ISIS“, so ein Sprecher der irakischen Hisbollah Brigaden gegenüber der arabischsprachigen Website Al-Moslah.

Im Interview mit CBS News „This Morning“ sagte Prinz Turki Al-Faisal, ehemaliger saudi-arabischer Botschafter in den USA im September 2014, dass die durch die USA und Alliierte durchgeführten Luftangriffe gegen den Islamischen Staat in Syrien „hoffentlich die ersten Schritte“ seien, um Syriens Präsident Bashar al-Assad zu stürzen.

Die Obama-Regierung bat indes Irans Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei mindestens vier mal um Unterstützung im Kampf gegen den Islamischen Staat, meldeten US-Medien. Obama unterstrich Irans große regionale Bedeutung und betonte, dass es ihm dabei nicht um ein Militärbündnis gehe, sondern lediglich um den Sieg über die ISIS-Gruppe im Irak und in Syrien.

Dr. Alan Sabrosky, Professor an der University of Michigan, Veteran des US-Marine Corps, Absolvent am US Army War College und Kolumnist beim Online-Magazin Veterans News Now, sagte im Oktober 2014 in einem Telefon-Interview, dass die USA gezielt Syriens Infrastruktur bombardieren, statt Ziele der militanten Gruppen. „Wie ich das sehe, hat die Auswahl der Ziele in vielen Fällen überhaupt keinen militärischen Wert bei der Bekämpfung von ISIS oder jeder anderen Rebellengruppe, sondern zerstört tatsächlich nur die Infrastruktur“, so Sabrosky.

2015

Wie eine syrische Menschenrechtsorganisation im Januar 2015 meldete, sind bei einem US-Luftangriff im Norden Syriens mindestens 50 Zivilisten ums Leben gekommen, die in einem Stützpunkt des Islamischen Staats festgehalten wurden.

Das US-Militär gab an, keine Hinweise auf zivile Opfer zu haben. „Dies ist eine illegale Intervention, zum einen, weil es keine Zustimmung des UN-Sicherheitsrat gibt. Und zum anderen, weil dies nicht unter Berücksichtigung der Souveränität des Staates Syrien geschieht“, sagte Assad in einem Interview mit dem Magazin Paris Match.

Im Februar 2015 kritisierte Syriens Präsident Assad die USA in einem BBC-Interview für die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen auf syrischem Gebiet, sowie für die Untergrabung der Souveränität seines Landes. Er sei grundsätzlich nicht abgeneigt, an gemeinsamen Interessen zu arbeiten, doch lasse er sich nicht wie eine Marionette behandeln.

Zudem seien einige Alliierte der USA selbst „Sponsoren des Terrorismus.“ Es existiere keinerlei Dialog mit der US-Regierung, man erhalte lediglich Informationen. Russlands Außenministerium drückte in einer Erklärung „tiefste Besorgnis“ über saudische Waffenlieferungen an regierungsfeindliche Kämpfer in Syrien aus und warnte vor einem Übergreifen des Konflikts auf weite Teile des Nahen Ostens.

Britische Regierung will „Druck auf Assad“ ausüben

Im März 2015 meldete die in Großbritannien ansässige Menschenrechtsgruppe Syrian Observatory for Human Rights (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte), dass seit September 2014 infolge der Bombardierungen auf syrischem Gebiet durch die US-Armee insgesamt 66 Zivilisten ums Leben kamen, darunter zehn Kinder und sechs Frauen. Die Statistiken der Gruppe werden im Westen, unter anderem von Amnesty International, empfohlen, in Russland hingegen gelten sie als unseriös.

„Für Assad gibt es keinen Platz in der Zukunft Syriens“, zitierte AFP im März eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Großbritannien. „Wie der britische Außenminister vergangene Woche bereits mitteilte, werden wir weiterhin durch Sanktionen Druck auf das Regime ausüben, bis er seinen Standpunkt überdenkt, die Gewalt beendet und sich zu konstruktiven Verhandlungen mit der gemäßigten Opposition bereiterklärt“

Ebenfalls im März sagte Assad: „Es gibt eine Verbindung zwischen der syrischen Krise, und den Dingen die in der Ukraine geschehen. Zum einen, weil beide Länder für Russland eine wichtige Rolle spielen. Zweitens, weil in beiden Fällen das Ziel ist, Russland zu schwächen und Marionettenstaaten aufzubauen“, so Syriens Präsident gegenüber russischen Reportern. Er fügte hinzu, dass die syrischen Behörden einer Erweiterung der russischen Marinestätte im Hafen vor Tartus nicht im Wege stünden.

Syrien und Russland unterzeichnen Antiterror-Abkommen

Im April 2015 meldete die syrische Nachrichtenagentur SANA, Russland und Syrien hätten ein Abkommen unterzeichnet, laut der die beiden Länder mittels neuer Mechanismen zur „Bekämpfung und Ausrottung des Terrorismus“ kooperieren würden.

Russlands Innenminister Vladimir Kolokoltsev und sein syrischer Amtskollege Mohammad Ibrahim al-Shaar hatten die Vereinbarung wenige Tage zuvor in der russischen Hauptstadt Moskau unterzeichnet. Der syrische Minister dankte Russland für die Unterstützung während der seit vier Jahren dauernden Krise in seinem Land.

Im Mai 2015 gingen in der südtürkischen, an Syrien grenzenden Großstadt Antakya Tausende Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen Trainingscamps zu protestieren. Die türkische Regierung versuchte die Demonstrationen zu unterbinden und postierte Soldaten.

Die Bürger stellten sich den Bewaffneten entgegen und forderte diese auf, die Bevölkerung zu beschützen statt zu blockieren. Darauf ließen die Soldaten die Bürger passieren, meldete eine türkische Nachrichtenseite.

Steckt Washington hinter dem IS?

Im selben Monat meldete Venezuelas staatliches Medium TeleSur, die USA würden aktuell 15.000 regierungsfeindliche Kämpfer in Syrien durch 400 Ausbilder trainieren lassen. Das Weiße Haus behauptete, das Programm ziele lediglich auf die Bekämpfung des Islamischen Staats ab.

Im September 2015 ergab eine Umfrage von ORB International, für die 1.365 Syrer im ganzen Land befragt wurden, dass 81 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage glaubten, die Vereinigten Staaten seien schuld an der Existenz des Islamischen Staats.

Ein Al Jazeera-Interview mit dem pensionierten Generalleutnant und früheren DIA-Leiter Michael Flynn bestätigte dies. Dieser sagte, Washington habe selbst Terrorgruppen geschaffen und als „Opposition“ nach Syrien entsandt. US-Außenminister John Kerry sagte, er sei bereit über einen Rücktritt des syrischen Präsidenten Assad zu verhandeln. Klar sei, Assad „muss gehen“.

Russland schickt erste Truppen nach Syrien

Laut einer großen israelischen Zeitung werde Russland „Tausende Soldaten“ nach Syrien schicken, um das dortige Militär aus der Luft zu unterstützen. Ein russisches Expeditionskorps sei bereits in einem Stützpunkt bei Damaskus eingetroffen, so das Blatt am 31. August.

Bereits Ende September begannen russische Streitkräfte mit der Bombardierung regierungsfeindlicher Kämpfer in Syrien. Syriens Außenminister Walid al-Moallem sagte, die russischen Luftangriffe seien nicht mit den jüngsten Ereignissen in Verbindung zu bringen, sondern monatelang gründlich vorbereitet worden.

„Ohne Zweifel wird Russland dieses Rennen gewinnen. Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran und der Grund dafür ist einfach: Russland stimmt sich mit der Syrisch-Arabischen Armee ab, der einzigen Macht in Syrien, die den Terrorismus konfrontiert“, so al-Moallem.

Frankreich beginnt mit Aufklärungsflügen

Frankreichs Präsident sagte ebenfalls im September, sein werde Land das „Engagement“ in Syrien erhöhen und bereite Luftangriffe vor. „Meine Aufgabe ist sicherzustellen, dass wir so gut wie möglich über die Gefahren für unser Land informiert werden“, so Hollande weiter. „Ich habe den Verteidigungsminister damit beauftragt, ab morgen mit Aufklärungsflügen über Syrien zu beginnen, die es uns ermöglichen werden, Luftangriffe gegen den islamischen Staat durchzuführen“, fügte er hinzu.

Im Oktober 2015 befanden sich am syrischen Himmel Luftstreitkräfte aus allerlei Ländern, die im sogenannten „Bürgerkrieg“ kräftig oder weniger kräftig mitmischten, meldete das dem israelischen Geheimdienst nahe stehende Medium DEBKA.

Kampfjets, Bomber, Transportflugzeuge und Drohnen seien dort im Einsatz, die von den USA, Russland, Israel, der Türkei, dem Iran, Kanada, Frankreich, Australien, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und – nicht zu vergessen – von Syrien selbst befehligt werden.

USA, Russland, Ägypten und Saudi-Arabien planen neue syrische Regierung

Im November 2015 legte Saudi-Arabien eine Liste mit einer neuen Regierung sowie einer Opposition für Syrien vor. Zuvor hatten Russland, Ägypten und die USA ebenfalls Listen mit Vorschlägen für Mitglieder einer neuen Regierung präsentiert.

Russland betonte jedoch, Syrien sei ein souveräner Staat und Assad ein vom Volk gewählter Präsident. Moskau habe darum nicht das Recht, Assad zum Rücktritt aufzufordern. Er kündigte ein Ende der Bombardierungen in Syrien an, sobald das syrische Militär keine Hilfe mehr benötigt.

Im Dezember 2015 feuerten die USA neun Raketen auf eine syrische Militärbasis und auf ein syrisches Dorf ab, wodurch drei Soldaten und 37 Zivilisten getötet wurden. Die US-Regierung bestritt zunächst, dass der Angriff stattgefunden habe, gab es dann jedoch zu, behauptete aber, dass man in dieser Gegend nicht militärisch aktiv sei.

Danach gab man die US-Präsenz in der Region zu, stritt jedoch ab, Raketen abgefeuert zu haben. Abschließend beschuldigte man die mit Damaskus zusammenarbeitenden Russen des Angriffs. Zufällig befand sich in der Nähe der syrischen Basis ein IS-Stützpunkt, welcher unversehrt blieb.

USA bauen illegale Stützpunkte

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die US-Streitkräfte einen Flughafen im Nordosten Syriens zu einem Luftwaffenstützpunkt umbauten, ohne Genehmigung aus Damaskus und ohne UN-Mandat. Ebenfalls im Dezember kündigte Saudi-Arabien die Gründung einer „Islamischen Koalition gegen den Terrorismus“ im Nahen Osten an.

Die Koalition soll aus 34 überwiegend sunnitischen Nationen bestehen, wie die Saudi Press Agency meldet. Namentlich: Saudi-Arabien, Bahrain, Bangladesch, Benin, Tschad, Komoren, Dschibuti, Ägypten, Gabun, Guinea, Elfenbeinküste, Jordanien, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Malediven, Mali, Marokko, Mauretanien, Niger, Nigeria, Pakistan, Palästina, Katar, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tunesien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und Jemen.

2016

Im Februar 2016 erklärte sich die iranische Luftwaffe dazu bereit, Syriens Regierung im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen, falls Damaskus eine entsprechende Anfrage stellt. Dies sagte Brigadier General Farzad Esmaili, hochrangiger Kommandant der iranischen Khatam al-Anbiya Luftwaffenbasis, während eines Interviews. Dazu merkte er an, dass jede militärische Präsenz in Syrien ohne Zustimmung aus Damaskus nichts bewirken werde, außer einer „Niederlage“.

Ende Februar wurde bekannt, dass durch insgesamt rund 600 Kampfjet-Einsätze zwischen dem 2. Dezember 2015 und dem 29. Januar 2016 laut Informationen des Verteidigungsministeriums insgesamt sieben feindliche Kämpfer getötet wurden. Zwei von ihnen wurden mit lasergelenkten Paveway IV-Raketen außer Gefecht gesetzt (20.000 Dollar je Rakete) und fünf weitere wurden von mit Hellfire-Raketen (70.000 Dollar je Rakete) bestückten Reaper-Drohnen getroffen.

Im März meldeten Medien die Errichtung zweier US Air Force-Stützpunkte in Hasaka und Kobani. Zahlreiche Techniker reisten dafür aus den USA an. Man habe nicht die Absicht, syrische Truppen anzugreifen, sondern den Islamischen Staat, hieß es aus dem Pentagon.

Saudi-Arabien fordert Wahlen in Syrien

Saudi-Arabien setzt sich für Neuwahlen und ein demokratisches System in Syrien ein. In Saudi-Arabien selbst jedoch gibt es keine Wahlen. Kritik an der Regierung wird hart bestraft, zudem werden in Saudi-Arabien die meisten Menschen der Welt aufgrund ihres Glaubens verfolgt (neben Nordkorea). Aus diesem Grund sorgte Riads Forderung international für Verwunderung.

Indes forderte der ehemalige britische Premierminister Tony Blair eine Bodenoffensive gegen den IS. Es werde ein „fundamentaler Strategiewechsel“ benötigt, der Kampf müsse sich nicht nur gegen extremistische Gewalt, sondern auch gegen die „islamistische Ideologie dahinter“ richten. Es gehe um „Zehntausende gehirngewaschene Verrückte“, von denen jeder einzelne „verhaftet oder deradikalisiert“ werden müsse.

Waffenlieferungen aus der Türkei?

Vitali Tschurkin, Russlands Botschafter bei den Vereinten Nationen, beklagte in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat „gut dokumentierte Waffenlieferungen“ der Türkei an den Islamischen Staat und die Al-Nusra Front.

Laut US-Medien wurde die Situation im April etwas unübersichtlich. So berichtete die Los Angeles Times über Kämpfe zwischen Rebellengruppen. Eine Seite wurde vom US-Militär ausgebildet, die andere von der CIA. Beide Gruppen würden von den USA finanziert und trainiert.

Gleichzeitig meldete Bloomberg, dass Experten aus den USA und Russland gemeinsam eine neue syrische Verfassung entwerfen. Alternative Medien stellten die berechtigte Frage, warum nicht Syriens Regierung, Syriens Opposition oder Syriens Rechtsgelehrte eine neue Verfassung schreiben, sondern Amerikaner und Russen.

11,6 Millionen Dollar pro Tag

Zwischen August 2014 und Ende März 2016 griffen die USA den Islamischen Staat 11.539 Mal an. Dadurch entstanden Kosten in Höhe von sieben Milliarden Dollar, was 11,6 Millionen Dollar pro Tag entspricht.

Derweil bot der Iran dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad und dessen Familie „sicheres Asyl“ an. Dieser lehnte jedoch ab und sagte, es existiere kein Unterschied zwischen seiner und anderen syrischen Familien, weshalb man in Damaskus bleiben werde.

Im Mai 2016 berichteten Medien über Großdemonstrationen in der nordöstlichen Stadt al-Hasaka gegen die „illegale US-Präsenz“ im Land. Man verbrannte US-Flaggen und warf den Amerikanern vor, die Souveränität der syrischen Regierung zu untergraben.

Deutsche Spezialeinheiten in Syrien?

Im Juni meldete Syriens Regierung die Stationierung deutscher und französischer Spezialeinheiten im Norden Syriens und bezeichnete dies als „ungerechtfertigten Akt der Aggression“ gegen Syriens Souveränität. Paris bestätigte diese Meldung, Berlin dementierte hingegen.

Im Juli warf Präsident Assad den USA vor, den IS eigentlich überhaupt nicht besiegen zu wollen. Mit dem Beginn der US-Luftangriffe habe sich der IS in Syrien extrem ausgebreitet, erst mit dem Eingreifen Russlands sei der Terrorismus zurückgegangen. Die US-Angriffe seien „kontraproduktiv und wirkungslos“.

Zahlreiche tote Zivilisten durch Luftangriffe

Im selben Monat führte Frankreich die von Präsident Hollande angekündigten „Vergeltungsschläge“ für einen Terroanschlag in Nizza durch. Französische Kampfjets bombardierten zwei syrische Dörfer bombardiert und brachten dadurch 120 Zivilisten um, hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Im August starben in Manbij bei Aleppo im Norden Syriens bei US-Luftangriffen mindestens 44 Zivilisten. Bereits zuvor war die Stadt mehrfach aus der Luft bombardiert worden, wodurch viele starben und verletzt wurden. Auch die Infrastruktur und zivile Einrichtungen wurden zerstört.

Gleichzeitig sagte Pentagonsprecher Peter Cook gegenüber Reportern, man werde „die eigenen Leute am Boden verteidigen“ und die syrische Luftwaffe täte gut daran, Regionen zu meiden, in denen Koalitionskräfte operieren. Dasselbe gelte für russische Kampfjets. Und wer sind genau die „eigenen Leute“? Laut Cook handle es sich um „Koalitionskräfte und Partneroperationen“, also auch regierungsfeindliche Kampfgruppen mit der Absicht, Syriens Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen.

Gleichzeitig meldete sich China zu Wort. Peking werde einen Zusammenbruch Syriens nicht erlauben. Syriens Botschafter in Peking betonte die traditionellen Beziehungen zwischen China und Syrien und fügte hinzu, beide Länder hätten gemeinsame Interessen bei der Terrorbekämpfung.

Israelische Denkfabrik bezeichnet Zerstörung des IS als „strategischen Fehler“

Der Westen solle die weitere Schwächung des Islamischen Staates (IS) anstreben, ihn aber nicht zerstören. Ein schwacher aber funktionierender IS könne leicht untergraben werden, die Akteure konzentrierten sich somit auf sich gegenseitig und nicht auf westliche Ziele. Zudem werde so das „iranische Streben nach regionaler Hegemonie“ behindert, schrieb die israelische Denkfabrik Begin-Sadat Center for Strategic Studies (BESA) in einer Analyse vom August 2016.

Zur selben Zeit starben in Nordsyrien 35 Zivilisten durch türkische Luftangriffe. Zudem seien türkische Spezialeinheiten nach Syrien eingedrungen und hätten sich dort Gefechte mit Kurden geliefert, die wiederum von den USA unterstützt und mit Waffen beliefert wurden.

US-Koalition bombardiert „versehentlich“ eine Stunde lang syrische Basis

Im September 2016 bombardierten vier Kampfjets der US-Koalition „versehentlich“ eine Militärbasis der Syrischen Armee. Dabei sei der Air Force „kein einziger Fehler“ unterlaufen. Laut Syriens Regierung konnte es sich „unmöglich um ein Versehen“ gehandelt haben.

Eine Stunde lang hätten Kampfjets der US-geführten Koalition den Stützpunkt attackiert. Nur fünf Minuten, nachdem Russland die USA zu einem Ende der Angriffe aufgefordert hatte, seien die Jets abgezogen. Unmittelbar danach stürmten IS-Kämpfer die Basis.

Der ‚versehentlich‘ durchgeführte US-Luftschlag auf den syrischen Stützpunkt, durch den 62 Soldaten starben, wurde mit Kämpfern des Islamischen Staats abgestimmt. Dies sagte Bouthaina Shaaban, Beraterin des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Der Angriff habe dem IS in die Hände gespielt.

Syriens Geheimdienst hatte laut Aussage der Regierung in Damaskus eine Audioaufzeichnung von Gesprächen zwischen dem US-Militär und dem Islamischen Staat. Diese sollten beweisen, dass die Angriffe auf eine syrische Militärbasis im Vorfeld koordiniert wurden.

US-Flugabwehrsysteme für Rebellen?

Die USA beschuldigten die Regierung in Damaskus, Angriffe auf zivile Ziele durchzuführen. Deshalb diskutierte man die Möglichkeit, sog. Rebellen mit Flugabwehrsystemen und anderen Waffen mit hoher Reichweite gegen Luftangriffe syrischer und russischer Streitkräfte auszurüsten.

Gleichzeitig verstärkte Russland „aufgrund der wachsenden Spannungen mit den Vereinigten Staaten“ die russische Luftwaffe in Syrien. Moskau warnte Washington zudem eindringlich vor einer direkten Aggression gegen Damaskus.

So warnte Russlands Verteidigungsministerium die USA vor Angriffen auf syrische Soldaten und auf Gebiete, die von der syrischen Regierung kontrolliert werden. Dies werde als Bedrohung für russische Einsatzkräfte bewertet und habe einen militärischen Eingriff zur Folge. China gab indes vor den Vereinten Nationen an, dass man die russische Position im Syrienkrieg unterstütze.

Syriens First Lady kritisiert einseitige Berichterstattung im Westen

Im Oktober gab Syriens First Lady gab nach acht Jahren erstmals wieder ein Exklusivinterview. Der russische Sender Rossiya 24 traf Asma al-Assad in Damaskus. In dem Interview kritisierte sie u.a. westliche Medien für deren einseitige Berichterstattung über den Krieg in Syrien. Die Meldungen seien „sehr selektiv“, insbesondere in Bezug auf die humanitäre Katastrophe im Land.

Während einer Sitzung  beschuldigte Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin den Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Stephen O’Brien, als „arrogant“ aufgrund seiner „empörenden“ Bemerkungen über die Operationen Russlands und Syriens in Aleppo.

„Wenn wir eine Predigt hören wollen, gehen wir in die Kirche“, fügte Tschurkin hinzu. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, entgegnete, es sei für einige Personen möglicherweise tatsächlich „sinnvoll, eine Kirche zu besuchen“.

Iran erwägt Stützpunkte in Syrien und Jemen

Irans Generalstabschef der Streitkräfte sagte, Teheran sei an der Errichtung von Marinestützpunkten in Syrien und im Jemen interessiert. „Vielleicht werden irgendwann Basen an den Küsten des Jemen und Syrien brauchen.“ Dies war das erste Mal, dass ein iranischer Militärvertreter die Einrichtung von Marinestützpunkten in einem anderen Land erwähnt hat.

Im November forderte die syrische Regierung die Türkei auf, das Land „unverzüglich“ zu verlassen. Zuvor hatte die Türkei den syrischen Streitkräften vorgeworfen, türkische Stellungen aus der Luft angegriffen zu haben. Damaskus stritt einen solchen Angriff ab und gab an, kein syrischer oder russischer Jet habe türkische Armeepositionen im Nordwesten Aleppos angegriffen.

2017

Im Jahr 2016 wurden 70 Prozent mehr syrische und irakische Zivilisten durch US-Luftangriffe getötet als 2015. Dies ergab eine Auswertung der britischen Airwars Group. Die niedrigste Schätzung belief sich auf 2.104 getötete Zivilpersonen bei 17.145 Luftangriffen. Die Organisation prognostizierte einen weiteren Anstieg dieser Zahl.

Airwars wertete auch die Statistiken der getöteten Zivilisten durch russische Luftangriffe aus. Demnach wurden zwischen 01. Mai und 21. Dezember 2016 rund 1.000 getötete syrische Zivilisten erfasst.

Assad kritisiert Desinformation im Westen

Während eines Besuchs französischer Reporter in Damaskus sagte Präsident Assad, dass die öffentliche Meinung in westlichen Ländern stark verfälscht und unrealistisch sei. Eine syrische Sprecherin, die an den Gesprächen teilnahm, ergänzte, dass insbesondere Frankreich ein Land sei, das den Terrorismus lieber bekämpfen statt unterstützen solle. Sie wies auf„Lügen und Fälschungen in internationalen Medien“ hin.

Ebenfalls im Januar legten Medienberichten zufolge insgesamt 2.600 Militante ihre Waffen nieder und ergaben sich den syrischen Behörden. Zudem hätten türkische Streitkräfte gemeinsam mit Rebellengruppen die Ortschaften Amiyah und Seflaniye erobert, welche unter der Kontrolle des Islamischen Staats standen.

Derweil machten Gerüchte über eine Erkrankung Assads die Runde. Dieser wies diese Meldungen jedoch zurück. In einer Erklärung schrieb Damaskus, dass sich der Präsident einer „ausgezeichneten Gesundheit“ erfreue. Derartige Gerüchte seien „völlig falsch“ und das syrische Volk inzwischen „immun gegen solche Lügen“.

„Krisen in Syrien und Venezuela haben selben Hintergrund“

Präsident Assad sagte während eines Telefonats mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro, dass die Krisen und das Chaos in beiden Ländern aus dem Ausland orchestriert würden und ein Ergebnis der Ablehnung westlicher Politik seien. In Venezuela brach zu diesem Zeitpunkt das Geldsystem zusammen.

Diese Aussage wurde von iranischen Medien bestätigt. So hätten die USA eine Rebellengruppe mit gepanzerten Fahrzeugen ausgestattet. Washington bestätigte die Entsendung bewaffneter Fahrzeuge nach Syrien. Allerdings wurde nicht berichtet, wie viele Fahrzeuge geliefert wurden. Zudem meldete Reuters im Februar, die sogenannten Syrischen Elitekräfte würden gemeinsam mit US-Soldaten trainieren.

Syriens Präsident Assad warnte im Februar in einem Interview mit Yahoo News vor Terroristen, die aus Syrien getarnt als Flüchtlinge in den Westen reisen. „Terroristen in Syrien, die Maschinengewehre in den Händen halten und Menschen töten, tauchen als friedliche Flüchtlinge in Europa oder im Westen wieder auf.“

80 Prozent des syrischen Außenhandels von China abhängig

Imad Moustapha, Syriens Botschafter in China, sagte, China sei der größte Handelspartner Syriens. Rund 80 Prozent des syrischen Außenhandels werde mit China betrieben. Fast alles werde aus China importiert. Der Handel sei sehr einseitig, da Syriens Öl-Export aufgrund des Konflikts dramatisch zurückgegangen sei.

Im März bezeichnete Assad die USA gegenüber chinesischen Medien als „Eindringlinge“ in seinem Land. Sämtliche ausländischen Streitkräfte, darunter auch diejenigen der USA, welche sich ohne Genehmigung in Syrien befinden, seien Eindringlinge. „Ob amerikanisch, türkisch oder irgendjemand anders.“

Israel greift Soldaten an

Im gleichen Monat griff Israel angeblich einen syrischen Luftwaffenstützpunkt an, der auch von russischen und iranischen Streitkräften genutzt wird. Deshalb wurde Israels Botschafter in Moskau ins Außenministerium bestellt. Angeblich wollte man eine Waffenlieferung der Hisbollah stoppen.

Syriens Regierung hingegen glaubte, dass die Luftangriffe den Islamischen Staat in der Nähe von Palmyra unterstützen sollten. Später meldete die US-Zeitung Newsweek, Israel unterstütze heimlich syrische Rebellen in der Nähe der besetzten Golan-Höhen und liefere ihnen Geld, Nahrung, Treibstoff und medizinische Versorgung.

Syrien warnt Israel vor „ernsten Folgen“, sollte ein weiterer Angriff auf syrischem Territorium stattfinden. Auch die Vereinten Nationen befürchten eine Eskalation zwischen Israel und Syrien. In einer Erklärung beschrieb die Führung der syrischen Armee die Angriffe als „verzweifelten Versuch“, terroristische Gruppen zu unterstützen.

Später, im September 2017, forerte die Regierung des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, Israels wiederholte Aggression gegen das Land zu verurteilen und unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Angriffe zu stoppen, bevor sie den laufenden Kampf gegen terroristische Gruppen weiter untergraben.

Im Oktober entdeckten syrische Soldaten Waffen und andere Ausrüstung aus Israel in einem Lager des Islamischen Staats. Gleichzeitig verletzten israelische Kampfjets erneut den syrischen Luftraum.

Im November griff ein israelisches Kampfflugzeug eine Position in Homs, Syrien, an. Zu diesem Vorfall waren die sich völlig unterscheidenden Berichterstattungen der beiden Länder mal wieder äußerst bemerkenswert.

Laut syrischem Militär wurde das Flugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete beschossen. Israelische Medien hingegen behaupten, dass der Jet unversehrt nach Israel zurückgekehrt sei. Laut israelischen Medien handelte es sich bei der bombardierten Position um ein Waffenlager. Syrien meldet den Beschuss einer Kupferfabrik.

Weißhelme

Indes bezeichnete Assad die sogenannten Weißhelme in Syrien, die im Westen als humanitäre Helden dargestellt werden, als „Al-Kaida-Mitglieder“. Sie würden töten, exekutieren und die Leichen zelebrieren. „Gleichzeitig sind sie humanitäre Helden, und nun haben sie einen Oscar erhalten.“ Zuletzt wurde ein britischer Dokumentarfilm über die Arbeit der Organisation mit einem Oscar ausgezeichnet.

Ende März begann Israel mit mit „umfangreichen“ Militärübungen auf den Golanhöhen. Laut einem Bericht der kroatischen Zeitung Vecernji sagte Assad, dass die Terroristen in seinem Land „für Israel kämpfen“. Israel tue sein Bestes, um die Terroristen an jedem Ort zu unterstützen, an dem die syrische Armee vorrückt.

US-Raketenangriff auf syrische Soldaten

Russlands Präsident Putin warf den USA erneut Verstöße gegen das Völkerrecht vor. Dabei bezog er sich auf einen US-Raketenangriff auf einen Militärflugplatz. Es handle sich dabei um eine „Aggression gegen einen souveränen Staat“.

Bei dem Raketenangriff seien neun Zivilisten ums Leben gekommen, darunter vier Kinder. Dies meldete die syrische Nachrichtenagentur SANA. Mindestens drei der 59 von den USA abgefeuerten Raketen sollen von Zivilisten bewohnte Regionen getroffen haben.

Chinas Außenministerium kritisierte den US-Raketenangriff auf den syrischen Stützpunkt. Eine Sprecherin rief die USA dazu auf, militärische Gewalt zu einzustellen und die Souveränität Syriens zu wahren.

Auch Nordkorea meldete sich zu Wort und bezeichnete den Raketenangriff auf die syrische Armee vom 07. April einen „offenen Akt der Aggression“ und ein Kriegsverbrechen nach Definition der UN und des Nürnberger Militärgerichts.

Die US-Regierung unter Trump begründete den Raketenangriff mit dem Einsatz von Giftgas seitens Assads Truppen. Die Beweise, die dem Weißen Haus vorlagen, waren jedoch höchstwahrscheinlich manipuliert und unseriös, wie Theodore Postol, emeritierter Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ehemaliger wissenschaftlicher Berater im Pentagon, angab.

Raketenabwehr S-200

Russland kündigte in der Folge an, Raketenabwehrsysteme des Typs S-200 an die syrischen Truppen zu liefern. Einige der aus der Sowjetunion stammenden Raketensysteme waren bereits im Besitz Syriens, diese konnten den jüngsten Raketenangriff der USA jedoch nicht verhindern.

Jordanische Medien gaben derweil an, dass die USA riesige Militärstützpunkte in der syrischen Wüste errichten. Man stärke bewusst den Islamischen Staat, um einen Vorwand für eine Erhöhung der militärischen Präsenz im Land zu erhalten.

Während eines Treffens der Stabschefs der syrischen und iranischen Streitkräfte wurde indes beschlossen, die militärische Zusammenarbeit weiter auszubauen. Als Hauptziel nannten Regierungsvertreter beider Länder den Kampf gegen den Terrorismus.

Ein israelischer Minister sagte Mitte Mai, es sei an der Zeit, Assad zu töten. Der Mordaufruf folgte nur einen Tag, nachdem Washington Damaskus vorgeworfen hatte, Tausende Häftlinge in Öfen verbrannt zu haben. Syriens Regierung bezeichnete diesen Vorwurf als Story aus dem „Hollywood-Drehbuch“.

Unterdessen wurde bekannt, dass Streitkräfte der US-Koalition in Syrien im Norden der Stadt Raqqa in einem Wohngebiet offenbar Weißen Phosphor eingesetzt haben. Dies berichtet die New York Times in Berufung auf eine Meldung der IS-Nachrichtenagentur Amaq. Zahlreiche Bilder, Videos und Berichte von Augenzeugen bestätigten den Bericht.

Frankreichs Präsident Macron sagte im Juni in einem Interview, dass ein Rücktritt Assads keine Voraussetzung mehr für eine Lösung des Syrien-Kriegs sei. Damit kündigte er einen krassen Richtungswechsel seiner Regierung an.

Assad besucht verwundete Soldaten

Syriens Präsident Baschar al-Assad, seine Frau Asma und ihre Kinder besuchten im Zuge des sogenannten „Jarih al-Watan“-Programms mehrere verletzte Soldaten der syrischen Armee in ihren Heimatdörfern.

Derweil griff die israelische Luftwaffe angeblich erneut Positionen der Syrischen Armee an, nachdem ein Projektil aus Syrien in den von Israel besetzten Golanhöhen einschlug. Einige Quellen schreiben von einem Drohnenangriff, andere Quellen von Kampfjets. Die IDF selbst twitterten von einem „Luftfahrzeug“.

In zwei Briefen an die Vereinten Nationen forderte Syrien von den USA Reparationszahlungen aufgrund der Bombardierungen ziviler Ziele. Zudem forderte die Regierung in Damaskus eine sofortige Einflussnahme auf die Luftangriffe der US-Koalition.

Solarbetriebenes Krankenhaus

Syrien eröffnete zwischenzeitlich ein vollständig solarbetriebenes Krankenhaus. Die Stromversorgung des Landes war durch den Krieg zusammengebrochen, sodass das Solarprojekt eine dringende Maßnahme darstellte.

Laut einem neuen Bericht der Vereinten Nationen waren von Januar bis Juli 602.759 vertriebene Syrer zurückgekehrt, die meisten davon sogar in ihre eigenen Häuser. Allerdings wurden im selben Zeitraum 808.661 weitere Syrer vertrieben.

Während einer Pressekonferenz im Hauptsitz des syrischen Außenministeriums in der Hauptstadt Damaskus sagte der syrische stellvertretende Außenminister Faisal Mekdad, dass man in den Städten Aleppo und Damaskus giftige Stoffe entdeckt habe, die aus der Produktion von US- und britischen Unternehmen stammten.

Krieg bald beendet?

Bouthaina Shaaban, Beraterin des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, sagte, dass der seit über sechs Jahren dauernde Krieg in ihrem Land „fast vorbei sei“. Ausländische Staaten würden ihre Unterstützung für die Rebellen, die gegen die Regierung in Damaskus kämpfen, nach und nach beenden.

Syriens Präsident Assad bestätigte kurz später, dass das „Terrorprojekt“ in Syrien gescheitert sei. Mit Hilfe Irans und Russlands hätten sich die Machtverhältnisse wieder zugunsten der syrischen Regierung verschoben.

Angaben des russischen Militärs zufolge standen zu diesem Zeitpunkt 85 Prozent des Landes wieder unter der Kontrolle der syrischen Regierung. General Aleksandr Lapin, der russische Stabschef in Syrien, verkündete diese Information während einer Pressekonferenz an der Hmeymim Air Base in Syriens westlicher Provinz Latakia.

Allerdings ziehe sich der Islamische Staat mittlerweile nach Afghanistan zurück. Darum könne der Krieg sich dorthin verlagern, meldete die Pyongyang Times.

Der russische Außenminister Lawrow kritisierte Washington scharf aufgrund „blutigen Provokationen“ der USA. Es sei außerdem „schwer, an die Wirksamkeit der Antiterror-Kampagne“ der USA zu glauben.

Luftangriffe des US-Militärs auf Raqqa zerstörten die syrische Stadt zu 95 Prozent. „Raqqa hat das Schicksal Dresdens 1945 geerbt“, kommentierte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Russland gab an, die US-Militärpräsenz in Syrien gleiche einer Besatzung, da sie mit dem Völkerrecht in Konflikt stehe und seitens der Regierung in Damaskus nicht genehmigt wurde.

Im Dezember trafen russische und amerikanische Kampfflugzeuge aufeinander. Einer der russischen Kampfjets sei so nahe heran geflogen, dass eines der F-22-Flugzeuge „aggressiv manövrieren musste, um eine Kollision in der Luft zu vermeiden“.

Ein Sprecher der iranischen Regierung prognostizierte im türkischen Fernsehen, dass die USA auch nach dem Zusammenbruch des IS weiteres Chaos in der Region verursachen werden. Länder wie die Türkei und der Iran müssten „wachsam“ sein.

Doch gab es auch gute Nachrichten: Laut Syriens Bildungsminister al-Waz waren im laufenden Jahr insgesamt 500.000 Kinder in ihre Schulen zurückgekehrt. Nach dem erklärten Sieg über den Islamischen Staat begann das Land mit dem Wiederaufbau.

2018

Im Januar stationierte das russische Militär vier Einheiten seiner hochmodernen S-400-Raketenabwehrsysteme in Syrien. In den Videos, die vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurden, waren zwei der vier Einheiten zu sehen. Diese wurden zum Hmeimim-Stützpunkt in der syrischen Küstenprovinz Latakia geliefert.

Nach dem Sieg über den IS erklärte sich China bereit, Syrien beim Wiederaufbau zu helfen. „China ist bereit, am Wiederaufbau Syriens nach dem Krieg teilzunehmen. Wir setzen unsere Unterstützung fort, um unser Potenzial auszuschöpfen“, sagte er. Der Diplomat betonte jedoch, es bestehe die Notwendigkeit, die Bedrohung durch den Terrorismus vollständig zu beseitigen, anderenfalls könne sich dieser erneut ausbreiten.

Allerdings zeigte sich nun die Türkei etwas offensiver. Die Türkei hatte im Februar die von den USA unterstützten kurdischen Kämpfer in Afrin bombardiert. Kurz zuvor hatte Washington einen Angriff der Gruppe auf syrische Soldaten angeführt, hieß es.

To be continued…

3 Kommentare

  1. Was für ein Intermezzo an Unglaublichen Wahrheiten die Du da
    Erarbeitest hast.Warum giebt es noch nicht einen Internetpreis
    wie einen NOBEL für gute Wissenschaftler.Das ist ein Kracher
    für alle Die An Deine Seite Glauben.Deine Beste Arbeit,und das
    sollten sich die meisten Hinter Die Ohren Schreiben die etwas
    Ähnliches vorhaben.Hast Mich Erstaunt mit diesem Atemberaumten
    Artikel.Meinen Respeckt hattest Du schon immer.

  2. Diese chronologische Zusammenfassung ist sehr geeignet sich Gedanken darüber zu machen, wie leicht es ist, eine Lawine loszutreten bei denen die Verursacher am Ende selbst fassungslos sind und blöd aus der Wäsche blicken.

    Wer aber einen Krieg anzettelt, sollte vorher bedenken, dass man dessen Ausgang noch nie genau voraussagen konnte.

    Trotzdem versuchen es einige Vollidioten immer wieder, und sie finden auch immer wieder Gefolgsleute. – Wahnsinn!

  3. @Eckart

    Das gilt nur dann wenn man nicht weiß, dass das Kriegsziel der Krieg und die Destabilisierung an sich ist.

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