Krieg gegen Syrien: Geht alles nur um Gaspipelines?


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Als Syriens Präsident Assad im Jahr 2009 den Bau einer Gaspipeline von Katar durch Syrien in die EU aus Rücksicht gegenüber Europas größtem Gaslieferanten Russland ablehnte, unterzeichnete er sein eigenes Todesurteil, sind sich einige Quellen sicher. Die offizielle Geschichte, dass syrische Soldaten im Jahr 2011 Demonstranten angriffen, sei „Quatsch“ und diene als „Verschleierung“ der wahren Gründe für den Krieg in Syrien.

assad katar pipeline
Präsident Assad und seine Ehefrau, „Bashar and Asma al-Assad“ by Ricardo Stuckert/ABr – Agência Brasil. Licensed under CC BY 3.0 br via Wikimedia Commons.

Syriens Präsident Bashar al-Assad lehnte im Jahr 2009 die Katar-Türkei-Pipeline ab und unterzeichnete damit sein eigenes Todesurteil. Jedenfalls sehen dies einige Quellen als tatsächlichen Grund für den Syrienkrieg ab 2011. Die Katar-Türkei-Pipeline sollte Gas von Katars North Field über Saudi-Arabien, Jordanien und Syrien in die Türkei liefern und so den europäischen Markt versorgen. Um die Interessen des mit Syrien verbündeten Russlands zu schützen, dem größten europäischen Anbieter von Erdgas, lehnte Assad den Bau der Pipeline ab.

Stattdessen genehmigte er in Absprache mit Russland die sogenannte „Islamische Pipeline“ (Iran-Irak-Syrien-Pipeline), welche Erdgas vom Iran über Irak und Syrien in den Libanon liefern sollte, wodurch der iranische Einfluss auf dem globalen Erdgasmarkt massiv gesteigert werden würde. Nur Wochen nachdem iranische Medien den bevorstehende Bau der Islamischen Pipeline meldeten, begannen die Unruhen in Syrien. Auf Politico schrieb Robert F. Kennedy jr., Neffe des ermordeten US-Präsidenten JFK, in einem Artikel: „In dem Moment, als Assad die Katar-Pipeline ablehnte, unterzeichnete er sein eigenes Todesurteil.“

Interessant ist vor diesem Hintergrund: Auch der frühere französische Außenminister Roland Dumas sagte in einer TV-Sendung, dass der Sturz der syrischen Regierung bereits im Jahr 2009 geplant wurde: „Ich war zwei Jahre vor Beginn der Unruhen in Syrien in Großbritannien bezüglich anderen Angelegenheiten, die nichts mit Syrien zu tun hatten. Ich traf dort britische Beamte, einige von ihnen waren Freunde von mir. Sie sagten mir, dass sie etwas in Syrien planten und fragten mich, ob ich als Außenminister dabei mitmachen wollte, doch ich lehnte ab“, so Dumas.

Counterpunch.org schreibt dazu: „Der Konflikt in Syrien ist kein Krieg im herkömmlichen Sinne, sondern eine „Operation Regime Change“, ähnlich wie in Libyen und im Irak. Haupttreiber des Konflikts ist das Land, das seit Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 50 souveräne Staaten gestürzt hat. Wir sprechen natürlich von den Vereinigten Staaten. Washington ist der Regime Change Champion, kein anderes Land kommt da nur annähernd heran.“

Weiter: „Die USA wollen ein Marionettenregime in Damaskus installieren, damit es sich Pipeline-Korridore im Osten unter den Nagel reißen kann, um den Transport wichtiger Ressourcen aus Katar in die EU zu überwachen und sicherzustellen, dass diese in US-Dollar abgewickelt werden … Der Krieg in Syrien begann nicht, weil die Regierung von Bashar al-Assad im Frühjahr 2011 Demonstranten angegriffen hat. Diese Version ist Quatsch und dient der Verschleierung. Der Krieg begann im Jahr 2009, als Assad den Plan Katars ablehnte, Erdgas aus Katar über Syrien in die EU zu transportieren.“

Die australische Zeitung News.com.au schreibt: „Europa möchte nicht auf Ressourcen aus Russland angewiesen sein und versucht, seine Abhängigkeit zu reduzieren. Dies ist ein Schritt, der seitens der Vereinigten Staaten unterstützt wird, da es den russischen Einfluss in Europa schwächen würde. Dies passt Russland nicht, da man die Macht über den Gasmarkt als politisches Druckmittel verwendet und schon mehrfach die Versorgung abschnitt, sobald es Konflikte gab. Man zog sogar mit Georgien und der Ukraine in den Krieg, da diese Länder ihr Gas aus anderen Quellen im Nahen Osten beziehen wollten.“

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Quellen: politico, wikipedia (en), counterpunch, news, foreignaffairs