Made for War, das Geschäft der Vereinigten Staaten


Archiv/USA

Als sich die USA im Jahr 1776 mit 13 Bundesstaaten von Großbritannien unabhängig machen, beginnt für die Welt ein neues Zeitalter.

240 Jahre später besitzen die Vereinigten Staaten 50 Bundesstaaten, 716 Auslandsbasen in 38 Ländern und sind in über 100 weiteren Ländern militärisch präsent. Eine kurze Zusammenfassung über interessengesteuerte Interventionen, geschickte Propaganda und den von langer Hand geplanten Aufstieg von der Kolonie zur Supermacht.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Die meisten von uns sind in einer Welt aufgewachsen, welche so ist wie sie ist, seitdem wir uns erinnern können. Unsere Standards bezeichnen wir gerne als modern, effizient, freiheitlich und justiziabel. Wir stehen ein für Begriffe wie Freiheit, Gewaltlosigkeit und Soziale Verantwortung. Doch was verbirgt sich wirklich dahinter, was bedeuten sie wirklich für uns – sind dies unter Umständen bloße Phrasen?

USA, die dominante Macht?

USA Kriege
USA Kriege, Bild: Gegenfrage.com

Die ersten Parallelen lassen sich ziehen, wenn man beobachtet in welchen Ländern der Erde eine ähnliche, fast flächendeckende Entwicklung stattfindet. Der Gebrauch der oben beschrieben Schlagwörter ist in erster Linie Usus in den US-Amerikanisch dominierten nord-,west- und mitteleuropäischen Ländern, sowie sämtlichen Nationen des Commonwealth Verbandes rund um den Globus.

Ob Italiener, Kanadier, Neuseeländer, Südafrikaner oder Österreicher – sehr nah bei einander sind unsere Auffassungen von bestimmten Dingen. Sehr nah zu einander ist unser Musik-, Film- und Kunstgeschmack. Sehr nah sind wir uns, weil wir uns allesamt, ob wir wollen oder nicht, an der dominanten Macht orientieren.

Wir sind alle in einer Welt aufgewachsen, in der in Filmen die amerikanische Flagge triumphierend hinter dem Hügel auftaucht oder außerirdische Bedrohungen nur von unseren amerikanischen Freunden bekämpft werden können und unser aller Leben in ihrer Hand liegt. Wir alle sind mit Songs aus einer Industrie aufgewachsen, welche uns auf dem „Highway To Hell“ „I Need Dollar, Dollar Is All I Need“ suggeriert – im Interesse der Freiheit versteht sich.

Dass andere Länder von uns „demokratisiert“ werden, dass junge Menschen „Auslandserfahrung“ bei „humanitären Einsätzen“ hinzugewinnen wollen, weil wir unsere „Freiheit“ im „Krieg gegen den Terror“ am „Hindukusch verteidigen“, ist bei vielen unserer Bürger eine Selbstverständlichkeit geworden. Doch versuchen wir die Dinge einmal mit anderen Augen zu sehen.

Ein neues Zeitalter

Wem eigentlich dienen die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Richtungen, welche in den vergangenen Jahren gleichermaßen rund um den Erdball von den Nationen des Westens eingeschlagen worden sind? Mit Stichworten wie Outsourcing und Globalisierung hat man uns in den vergangenen Jahren mit hohem Druck in ein neues Zeitalter geführt.

Ein Zeitalter in dem jede Sekunde unseres Lebens betriebswirtschaftlich gemessen wird, plumper Konsum die leere Gefühlswelt auffüllen soll und bizarre soziale Strömungen wie der Gender-Wahn und die Amazonisierung der Frau über Propaganda, die letzten Ketten der menschlichen Würde sprengen sollen.

Ist es im Sinne von souveränen Nationen, ihre Bevölkerungen einer Konsum-, Sklaverei- und Propagandamaschinerie auszusetzen? Um die Gesamtzusammenhänge verstehen zu können, hilft es möglicherweise einen Blick in die Geschichte der Hegemonialmacht zu werfen, welche für diese Entwicklungen verantwortlich ist und sie auf dem Globus verbreitet wie McDonalds und Coca-Cola.

18. und 19. Jahrhundert

Als die Vereinigten Staaten 1783 durch den Sieg über die britische Krone die Unabhängigkeit erlangten, bestanden sie zunächst noch aus den 13 Kolonien.

Doch mit der Schaffung des „Nordwestterritoriums“ im selben Jahr und dem „Louisiana Purchase„, dem Kauf der französischen Gebiete auf dem heutigen Territorium der USA 1803, dem Erwerb Teilen Minnesotas und North Dakotas im Jahr 1818, dem Adams-Onís-Vertrag zwischen den USA und Spanien 1819, bei dem die Vereinigten Staaten das Gebiet Floridas erwarben und im Gegenzug auf Landansprüche in Texas verzichteten, weiteten sie von Anfang an ihr Staatsterritorium massiv aus.

Die Vereinigten Staaten begannen den ersten Pazifikeroberungszug gegen Fidschi, Samoa und Tabiteuea von 1838 bis 1842. Im direkten Anschluss holten die Vereinigten Staaten zum nächsten Schlag gegen Spanien aus, in dem sie das damalige „Buenos Aires“ als Argentinien, sowie Chile, Kolumbien und Mexiko als Staaten anerkannten, so der deutsche Historiker Peter Aldag in einer Analyse von 1943.

Kurz darauf wurde das Gebiet um Texas annektiert, der amerikanisch-mexikanische Krieg begann und endete mit einer Eroberung der Gebiete Kaliforniens, Nevadas, Utahs, Arizonas, Colorados, südlicher Teile Wyomings und New Mexico. 1853 wurde mit dem Gadsen Purchase der Erwerb Südarizonas realisiert.

In den laufenden Jahren kamen noch einige andere Territorien in US Besitz – die USA waren von einer ehemaligen Kolonie zu einer Kolonialmacht geworden. Das in dieser Epoche noch sehr traditionelle Shogunat Japan wurde 1853 zur Öffnung seiner Häfen gezwungen, ein Jahr später folgte die erste militärische Operation von Unzähligen in Nicaragua.

Weitere internationale Einsätze erfolgten erneut auf den Fidschi Inseln 1855 und 1858, in Vietnam 1861 im Zuge der Chochinchina Campaign, Japan 1863/64 und Korea 1871. Die Jahre 1860 bis 1900 waren ansonsten vor allem geprägt durch die Vernichtungskriege gegen die indigene Urbevölkerung Amerikas. Das bis dato unabhängige Königreich Hawaii wurde 1898 annektiert.

USA bringen das spanische Kolonialreich zu Fall

Mit dem spanisch-amerikanischen Krieg gegen Ende des 19. Jhdt. brachten die Amerikaner das spanische Kolonialreich zum Fallen. Guam, die Philippinen und Kuba waren zunächst Alliierte Amerikas gegen die Spanier, jedoch führten die Amerikaner das spanische Kolonialreich in besagten Gebieten fort. Für Kuba war es der Anfang von zahlreichen Interventionen durch die Vereinigten Staaten.

Der kurz darauf folgende amerikanisch-philippinische Krieg wurde von Seiten der Amerikaner mit hoher Brutalität geführt – wie das Beispiel des Generals Jacob H. Smith beweist. Smith lies auf der Insel Samar anordnen „jeden über 10 zu töten“ und die Insel in eine „heulende Wildnis“ zu verwandeln.

Puerto Rico wurde ebenfalls 1898 im Zuge des spanisch-amerikanischen Kriegs besetzt. Bis heute existiert die Frage nach Puerto Ricos völkerrechtlichem Status, welcher immer noch im US Kongress und von den Vereinten Nationen verhandelt wird. Ein Referendum 2012 ergab, dass die Mehrheit der Puerto Ricaner für einen souveränen Staat Puerto Rico stimmten.

Kuba wurde nach 1898 unter amerikanische Militärverwaltung gestellt und neben den Philippinen gerieten auch die südlichen Gefilde des Marianenarchipels in amerikanische Hand.

Die erste Hälfte des 20.Jahrhunderts

Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges erfolgten zahllose US-Interventionen in Mittelamerika und der Karibik. Die Annektion der Dominikanischen Republik, wo 1905 zum ersten Mal von den USA „interveniert wurde„, damals noch unter dem Namen Santo Domingo, war seitens der USA bereits seit 1870 geplant, scheiterte jedoch überraschenderweise an der Mehrheit.

Ulysses Simpson Grant, der Präsident selbst, hatte diesen Vorstoß im Senat eingebracht. 1907 übernahmen die USA die Finanzkontrolle des östlichen Teils Hispaniolas, 1916 hatten die Amerikaner ihr Ziel erreicht und errichteten nach einigen vorangegangen Militärinterventionen eine Besatzung.

Die Zeit zwischen 1898-1934 wird heute als die Zeit der „Bananenkriege“ bezeichnet. Allein das kleine Honduras wurde in der kurzen Zeit ganze sechs Mal „demokratisiert“. Einige Historiker nehmen an, dass der Ausbruch des Ersten Weltkrieges den Effekt auf die USA hatte, aus innenpolitischen Gründen keine weiteren Kolonialexpansionen voranzutreiben.

Man geht davon aus, dass die Vereinigten Staaten anderenfalls die mittelamerikanischen und karibischen Staaten besetzt und annektiert hätten, wie 1898 das hawaiianische Königreich.

Kanonenbootpolitik

Das amerikanische Volk ,welches den damals sogenannten „Großen Krieg“ in erster Linie als europäische Angelegenheit sah, stand zu der Zeit nicht mehrheitlich hinter internationalen Militäroperationen. Nichtsdestotrotz erfolgten weitere Auslandseinsätze.

Im Zuge der „Kanonenbootpolitik“, welche aus US-amerikanischer Sicht schon ihren Anfang mit Japan 1853 und Paraguay 1859 nahm, erfolgten weitere Operationen in Mittelamerika, Argentinien und sogar China.

Neben der Beteiligung an der Achtnationenallianz gegen das chinesische Qing-Imperium 1899-1900 und den Operationen 1924 und 1925, patroullierten 1926 im Zuge der Kanonenbootpolitik neun amerikanische Kanonenboote in Zentralchina auf dem Jangtsekiang.

Zwar geschah dies ähnlich wie die Niederschlagung des Boxeraufstandes in Nordchina in einer Art „internationalen Operation“ mit fünfzehn britischen, sechs französischen und zehn japanischen Kanonenbooten.

Erster Weltkrieg

Aber der Eintritt in den Ersten Weltkrieg, die darauffolgende Beteiligung am russischen Bürgerkrieg 1918-1920 und an der Rheinland-Besetzung in Deutschland zeigen, in welch hohem Rahmen die Vereinigten Staaten in dieser Zeit bereits international militärisch engagiert waren.

Grundsätzlich heißt es, die Amerikaner hätten sich im Ersten Weltkrieg zurückgehalten. Zum späten Kriegseintritt heißt es im deutschen Wikipedia: „Am 06. April 1917 erklärten die USA dem Deutschen Reich den Krieg, nachdem Präsident Wilson vier Tage vorher den US-Kongress zur Teilnahme am Kreuzzug der „friedensliebenden“ Demokratien gegen die „militärisch-aggressiven“ Autokratien der Erde aufgefordert hatte.“

Tatsächlich aber begann die anti-deutsche Politik der USA schon weitaus früher. Auf der einen Seite gab es, als sich die Bündnisabschlüsse seitens Großbritanniens und Frankreichs gegenüber Deutschland in Europa häuften, und es eigentlich lange vor dem Ersten Weltkrieg deutlich wurde, dass Frankreich und England einen Krieg gegen das Deutsche Kaiserreich in Betracht zogen, keine nennenswerten Friedensvermittlungsbemühungen.

Haiti-Krieg

Auf der anderen Seite starteten die Vereinigten Staaten bereits 1915 den Haiti-Krieg, welcher 20 Jahre dauern sollte. Ein wichtiger Grund war der deutsche Einfluss in dem Karibikstaat. Deutsche Einwanderer hatten sich zur treibenden Kraft der Wirtschaft Haitis entwickelt und heirateten in haitianische Familien ein, um sich stärker dort zu verwurzeln.

Um den deutschen Einfluss zu beschneiden, aquirierte das Außenministerium der USA amerikanische Investoren, welche versuchten mit Hilfe der National City Bank of New York die Kontrolle über die Banque Nationale d’Haiti, die einzige kommerzielle Bank Haitis und den Verwalter der Finanzen von Haitis Regierung, zu übernehmen.

Das Vorhaben gelang und mit Jean Vilbrun Guillaume Sam wurde im Februar 1915 ein Diktator eingesetzt. Im Juli gleichen Jahres wurden 167 politische Häftlinge, die gegen den Einfluss Amerikas waren, ermordet. Alle von ihnen stammten aus der vorherigen Elite Haitis, ein Großteil der ermordeten Haitianer waren Deutsche, bzw. Haitianer mit deutschem Hintergrund.

Die Vereinigten Staaten erklärten dem Deutschen Kaiserreich schließlich nach einer False-Flag Operation den Krieg. Man ließ das Schiff Lusitania unter britischer Flagge direkt auf die deutschen U-Boote zufahren, obwohl das Deutsche Reich amerikanische Bürger eingehend in der amerikanischen Presse vor diesem Vorhaben gewarnt hatte.

„Churchill erläuterte später, weshalb ihm diese Verschärfung des U-Boot-Krieges durchaus gelegen kam. Er sei es gewesen, der durch seine Befehle an die britische Handelsmarine die U-Boote gezwungen habe, nur noch unter Wasser anzugreifen.

„Getaucht liefen sie ein größeres Risiko, ein neutrales für ein britisches Schiff zu halten und neutrale Seeleute zu töten, womit Deutschland in Auseinandersetzungen mit anderen Mächten verwickelt wurde“, so der polnische Historiker Janusz Piekałkiewicz.

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts – Gründung der CIA

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges erfolgten die Feldzüge gegen Deutschland, Italien, Japan, Thailand und die indische Unabhängigkeitsbewegung Azad Hind. Kurz darauf trat die Welt in die Phase des kalten Krieges ein und die Vereinigten Staaten gründeten die CIA.

1948, also bereits ein Jahr nach der Gründung der CIA, startete mit Operation „Demagnetize“ die erste internationale Operation. Ziel war die Eindämmung des Kommunismus in Italien und Frankreich im Zuge der Containment Policy (deutsch: Eindämmungspolitik) unter US-Präsident Harry Truman – der sogenannten Truman-Doktrin.

Gemäß dieser Doktrin startete 1950 der Korea-Krieg, welcher mit der Teilung Koreas endete, sowie Operation Gladio – eine der kontinuierlichsten und langfristigsten Geheimoperationen. Die CIA baute in Europa paramilitärische Partisaneneinheiten auf, um die linke und später auch die rechte Szene in Europa über False-Flag Operationen in Misskredit zu bringen, so heißt es.

Der Bombenanschlag am Bahnhof von Bologna 1980, bei dem 85 Menschen starben und weitere 200 verletzt wurden, soll ebenfalls in Verbindung mit Gladio stehen.

1952 folgte einmal mehr China, wobei eine amerikanische Douglas C-47, im deutschen Volksmund auch Rosinenbomber genannt, von den Chinesen abgeschossen wurde. Im selben Jahr versuchte die CIA in Zusammenarbeit mit Nicaraguas Präsident Somoza Garcia und der berüchtigten United Fruit Company- mit Operation „Fortune“ den guatemaltekischen Präsidenten Guzmán zu stürzen. Dies gelang zunächst nicht, wurde aber im Zuge der Folgeoperation PBSucces zwei Jahre später 1954 realisiert.

1953 stürzten die USA den demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh in Persien (heutiger Iran). Auf tschechischem Gebiet kam es zu einem kurzen Luftgefecht mit der tschechischen Luftwaffe.

Vietnamkrieg

Die Vereinigten Staaten, welche den französischen Indochinakrieg bereits seit 1950 unterstützt hatten, gerieten ab 1955 mit dem zweiten Indochinakrieg, besser bekannt als Vietnamkrieg, in einen ihrer größten Feldzüge. Amerikas Vorgehen im Vietnam wird in der Geschichtsschreibung mit dem Golf von Tonkin-Zwischenfall 1964 gerechtfertigt.

Fakt ist, dass der Überfall im Golf von Tonkin niemals stattfand und die USA zu diesem Zeitpunkt schon seit 14 Jahren in Vietnam involviert waren. Im Zuge des Vietnamkriegs kam es auch zu Bombardierungen in Laos und Kambodscha.

1962 startete die CIA die Übernahme der Air America, einer nach außen hin getarnten zivilen Fluggesellschaft. Im Zuge des Vietnamkrieges und danach, soll sie für Geheimoperationen und Heroinschmuggel eingesetzt worden sein. Das „Goldene Dreieck“ zwischen Myanmar, Thailand und Laos gilt als zweitgrößtes Opiumanbaugebiet der Welt, gleich nach dem heute ebenfalls besetzten Afghanistan.

1960 wurde Belgisch-Kongo unabhängig, und nach nur 3 Monaten wurde der erste demokratisch gewählte Präsident des Kongo Patrice Lumumba mit Hilfe der USA aus dem Amt geputscht und ermordet. Seitdem kam der Kongo nie über einen längeren Zeitraum zur Ruhe. Bis heute kommt es im rohstoffreichen Herzen Afrikas zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Invasion in der Schweinebucht

Im selben Jahr kam es zur Invasion in der Schweinebucht, eine Operation, in der man Exilkubaner ermutigte auf Kuba anzulanden. Das Unternehmen misslang auf katastrophale Art und Weise. Ein Jahr später reagierte die US-amerikanische Regierung auf die Kuba-Krise, in der die Sowjetunion Nuklearwaffen auf Kuba stationieren wollte, mit einer umfassenden Blockade des Karibikstaates.

Es folgten die Errichtung der brasilianischen Militärdiktatur 1964 und eine weitere Invasion in der dominikanischen Republik in den Jahren 1964 und 1965. 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara, in Kooperation mit dem bolivianischen Militär, in Bolivien ermordet, nachdem er 6 Jahre zuvor einer der Hauptbeteiligten der kubanischen Revolution gewesen war. Anders als in der heutigen Zeit, stand Bolivien, welches damals noch von der Oberschicht regiert wurde, unter dem Scheffel der Vereinigten Staaten.

Bis 1982 waren die USA in Bolivien in eine Vielzahl von Staatsstreichen involviert. Dies geschah im Zuge der Operation „Condor“, einer über fast zwanzig Jahre andauernden Operation um den „sozialistischen“ Tendenzen in Lateinamerika entgegenzuwirken.

Man förderte und unterstützte aktiv autoritäre Regime und Militärdiktaturen. Hintergrund war das Selbstverständnis der USA, dass Lateinamerika der „Hinterhof der Vereinigten Staaten“ sei. Selbst heutzutage werden solche Aussagen noch getätigt, nur reagieren die Regierungen Südamerikas darauf mittlerweile mit starker Ablehnung.

Mit Operation „Phoenix“ startete Mitte der 60er Jahre bis Anfang der 70er Jahre eine besonders grausame Operation. Ziel war es Zivilisten zu ermorden um die Widerstandskraft der Nordvietnamesen zu brechen.

Sechstagekrieg

Die direkte Beteiligung an den Morden, sowie die Ausbildung von südvietnamesischen Todesschwadronen sei Inhalt des Programmes gewesen, so mehrere Quellen und Dokumentarfilme. 1967 kam es zum Sechstagekrieg im Nahen Osten, in dem die USA auf der Seite Israels eingriffen.

1973 halfen die Vereinigten Staaten Israel erneut im Yom Kippur Krieg, benannt nach dem jüdischen Feiertag, gegen den Zangenangriff Syriens und Ägyptens. In diesem Zuge ereignete sich auch eine wenig bekannte Konfrontation zwischen der Sechsten Flotte der USA und der Marine der Sowjetunion.

Dass im selben Jahr Salvador Allende in Chile an die Macht kam, dessen erste Amtshandlungen ein halber Liter Milch sowie Schuhe für Schulkinder bereitzustellen waren, konnten die Nordamerikaner, nach dem sie bereits seine Wahl zum Staatspräsidenten versucht hatten zu verhindern, nicht hinnehmen.

Allende wurde ermordet und der Diktator Augusto Pinochet ins Amt gehoben. In der Folgezeit flohen viele Chilenen aus Angst vor Ermordung und politischer Unterdrückung in umliegende Staaten.

Die USA beteiligten sich ebenfalls am Bürgerkrieg in Angola 1976 und unterstützen die anti-kommunistischen UNITA-Rebellen. 1977 folgte ein mal mehr Mittelamerika. In El Salvador kam es, nachdem die USA ein Vasallenregime eingesetzt hatten, zu einem über 10 Jahre andauernden Bürgerkrieg.

Anfang der 1980er folgte die Contra-Affäre in Nicaragua. Der von den USA eingesetzte Diktator Somoza verlor seine Macht im Zuge der sandinistischen Revolution. Die Nordamerikaner hielten aber dennoch an der Finanzierung seiner Gefolgsleute fest und finanzierten einen Bürgerkrieg in Nicaragua, welcher bis 1990 dauern sollte. 1982 wurde auch Honduras in diesen Konflikt mit hineingezogen. Ebenfalls im selben Jahr halfen die Amerikaner den Briten im Falkland-Krieg gegen Argentinien.

Sowjetunion in Afghanistan

Zur gleichen Zeit war die Sowjetunion in Afghanistan in einen Eroberungsfeldzug verstrickt. Um die Sowjetunion in einen ähnlich zermürbenden Konflikt zu bringen wie die Vereinigten Staaten zuvor in Vietnam, versorgte die CIA afghanische Mujahedin mit Waffen und Geldmitteln für den Kampf gegen die Sowjets.

1983 erfolgte der Einmarsch auf Granada, sowie eine Truppenentsendung in den Libanon. Die libyschen Städte Bengasi und Tripolis wurden 1986 Opfer von amerikanischen Bombenangriffen, als „Rache für Terrorismus„.

1988 erfolgte – angeblich versehentlich – der Abschuss einer iranischen Passagiermaschine durch ein amerikanisches Kriegsschiff über der Straße von Hormuz, wodurch 290 Menschen, darunter 66 Kinder, getötet wurden.

Im Jahr 1989 geriet Panama ins Visier. Ein Jahr später stützten die Amerikaner über Truppenentsendungen das totalitäre Saudi-Regime in Arabien, begannen den „Krieg gegen Drogen“ in Kolumbien und entsendeten auch nach Liberia Truppen.

Der Erste Golfkrieg folgte, ein Stellvertreterkrieg des Kalten Krieges. 1992 folgten Somalia, wieder Irak und Jugoslawien. 1993 wurde der Irak ein weiteres mal bombardiert. Auf Haiti wurde 1994 der gestürzte Präsident Aristide von den Vereinigten Staaten mit Hilfe von Truppen reinstalliert.

Um Serbien zu schwächen und die NATO-EU Ostexpansion weiter voranzutreiben startete man 1999 den Kosovokrieg. Man behauptete, man müsse aus „humanitären Gründen“ in den dortigen Konflikt eingreifen, weil die serbische Seite angeblich Konzentrationslager betrieb. Der damalige deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping wurde der Lüge in diesem Zusammenhang überführt.

Afghanistan

Zu einem der größten TV-Events aller Zeiten kam es am 11. September 2001. Ziele der sogenannten Terroranschläge von New York waren das World Trade Center und das Pentagon. Bei diesen sehr umstrittenen Anschlägen waren bestimmte Kreise offensichtlich bereits vorher im Bilde. Mit diesem Ereignis rechtfertigte man den Überfall auf Afghanistan, um Osama bin Laden zu finden.

Der Afghanistan-Krieg dauert bis heute an, Bin Laden fand man angeblich 2011 in Pakistan (die USA hatten ihr Engagement mittlerweile auf Pakistan ausgeweitet) und schmiss ihn dann, ohne Beweise zu erstellen, laut offizieller Erklärung ins Meer. Laut anderen Meldungen verstarb er außerdem 2006 an Typhus und 2001 an Nierenversagen.

Wie auch immer, der im Jahr 2000 von der Talibanregierung verbotene Opiumanbau stand nach kurzer Kriegsdauer wieder unter US-Kontrolle. Im Jahr 2010 schätzte die Russische Drogenbekämpfungsbehörde den Wert der Opiumernte in Afghanistan auf 65 Milliarden Dollar, Hauptabnehmer ist die westliche Pharmaindustrie.

Venezuela

2002 kam es in Venezula zu einem vom CIA arrangierten Putsch gegen Hugo Chávez. Chávez wurde gekidnapped, eilig wurde im Hintergrund ein neuer Präsident vereidigt, doch das venezolanische Volk duldete keine Einmischung von Außen. Das Regierungsviertel wurde belagert, die Leitungen gekappt, Chávez wurde befreit.

Irak

Am 20. März 2003 startete ein erneuter Feldzug gegen den Irak. Eine 48 Nationen umfassende „Coalition of the Willing“ startete den Krieg unter US-Führungsrolle unter dem Vorwand, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besäße. Dies war jedoch nicht der Fall, man hatte sogar eigens vor der Anhörung vor dem UN-Sicherheitsrat Beweise fälschen lassen, um das Vorgehen zu rechtfertigen.

Saddam Hussein wurde gestürzt und hingerichtet. Anschließend wurde irakisches Öl wieder in Dollar gehandelt. Seit Ende 2000 hatte der Irak Öl in Euro statt US-Dollar verkauft. Dies hatte eine enorme Gefahr für den  sogenannten Petrodollar als Welthandelswährung dargestellt.

Georgien, Ukraine, Kirgistan

Ebenfalls 2003 startete eine Welle von westlich beeinflussten Revolutionen: Die Rosenrevolution in Georgien, 2004 die orangene Revolution in der Ukraine, sowie die Tulpenrevolution 2005 in Kirgisistan werden von Experten als verdeckter amerikanischer Schlag gegen Russland gewertet.

In Kirgistan haben die US seit 2001 eine Airbase in der Nähe der Hauptstadt Bischkek. In der Ukraine half man der Multimillionärin Julija „Gasprinzessin“ Tymoschenko an die Macht. In Georgien beerbte der oftmals etwas unprofessionell wirkende Saakashvili den langjährigen Präsidenten und ehemaligen Außenminister der Sowjetunion Eduard Schewardnadse.

2008 begann Georgien den Kaukasuskrieg gegen die rechtlich umstrittenen Gebiete Südossetien und Abchasien, einige Beobachter vermuten auch hier eine Abstimmung mit Amerika. Russland griff hart durch und beendete den Krieg innerhalb von 4 Tagen, indem russische Truppen sich rasch Richtung Haupstadt Tiflis vorkämpften.

Ecuador

2010 mißlang ein von der CIA initiierter Coup gegen den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, welcher zwischenzeitlich in einem Krankenhaus festgesetzt wurde. Leider berichteten fast ausschließlich nicht-europäische Medien über das Ereignis.

Arabischer Frühling

Seit 2011 tobt der „Arabische Frühling“ in Arabien und Nordafrika, der massive Unruhen in der Region auslöste und bereits einige Regierungen zu Fall brachte, darunter die Regierungen Ägyptens, Tunesiens und Libyens.

Ursache war eine von westlichen Banken ausgelöste Nahrungsmittelkrise. Bis Ende 2010 hatten sich nach einer massiven Ausweitung der Dollar- und Euro-Geldmenge die Preise für Getreide in schlagartig verdoppelt.

Steigen Lebensmittelpreise über einen bestimmten Schwellenwert im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen, entstehen in der entsprechenden Region soziale Unruhen. Unter der Regie der USA und verbündeten Staaten werden ausländische Kämpfer nach Syrien eingeschleust, um die Region politisch zu destabilisieren. Gleichzeitig wird das Land von etlichen Luftwaffen bombardiert.

Ukraine

Nach langen Protesten und dem Sturz der ukrainischen Regierung ergriff die von den USA und europäischen Verbündeten unterstützte „Opposition“ gewaltsam die Macht in Kiew. Russland reagierte militärisch und besetzte die Krim, wo sich ein russischer Marinestützpunkt befindet. Damit begann ein neuer Kalter Krieg zwischen Russland und den USA.

Wie man sieht, haben die Vereinigten Staaten seit ihrer Gründung ihr Territorium und ihren Einflussbereich massiv ausgedehnt. Kennzeichnend hierbei ist zum Einen, dass einmal besetzte Gebiete nur selten oder nie mehr freiwillig aufgegeben werden. Zum Anderen wird versucht, die Kultur des jeweiligen Volkes oder Staates zu ersetzen oder zu verändern.

Widerstand gegen die US-Besatzung regt sich in den meisten betroffenen Ländern (s. hier, hier oder hier), in den großen Medien findet dies jedoch nur selten nennenswerte Beachtung.

Laut Pentagon gibt es 716 Militärbasen in 38 Ländern, in über 100 weiteren Ländern sind die USA militärisch präsent. Insgesamt kann das US-Militär sogar auf über 1000 Auslandsstützpunkte zurückgreifen.


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