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Die Philippinen – Futtertrog des Westens
16. April 2010 | Einen Kommentar hinzufügen
Der Philippinisch-Amerikanische Krieg von 1899 bis 1902 war der Kampf der philippinischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die neue Kolonialmacht der Vereinigten Staaten. Der Konflikt erfolgte direkt im Anschluss an den von den USA 1898 gewonnenen Spanisch-Amerikanischen Krieg, bei der die Unabhängigkeitsbewegung die USA gegen Spanien unterstützt hatte, weil die USA im Falle eines Sieges versprachen, die Philippinen für unabhängig zu erklären. Das Versprechen wurde nicht eingehalten.
Im Februar 1899 ratifizierte der US-Senat den Vertrag von Paris. Das Militär wurde bevollmächtigt, das Land zu befrieden (“pacification”) und die amerikanische Vorherrschaft auf den Philippinen auch mit Gewalt sicher zu stellen. Im Oktober starteten die Amerikaner mit 126.000 Soldaten eine militärische Großoffensive.
Rassismus
Der US-Krieg gegen die Filipinos artete zu einem Rassekrieg gegen asiatische Untermenschen aus. Seitens den USA war er von rassistischem Getöse begleitet. Nach einem Überraschungsangriff der Filipinos auf ein amerikanisches Militärlager, der den US-Soldaten hohe Verluste bescherte, gab der damalige General Jacob H. Smith die Parole “kill and burn” aus mit den begleitenden Worten: “Tötet alle, die älter als zehn sind!”
Erschütternd in diesem Krieg waren die hohen nicht-militärischen Verluste. Laut verschiedenen Quellen kamen etwa 1 Million Filipinos ums Leben, 98 Prozent davon waren Zivilisten. Man kann im Zuge der Massenhinrichtungen der sogenannten “Untermenschen” nach heutiger Gesetzgebung durchaus von einem Genozid sprechen, der leider keine besondere Beachtung in westlichen Schulbüchern und Medien findet.
Konzentrationslager
Oft wird vermutet, Konzentrationslager seien eine Erfindung der Deutschen Faschisten in den 1930er Jahren. Sie dienten der Ermordung von Millionen Menschen, der Unterdrückung politischer Gegner, der Ausbeutung durch Zwangsarbeit, medizinischen Menschenversuchen und der Internierung von Kriegsgefangenen. Das Lagersystem stellte ein wesentliches Element der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft dar.
In der Tat machten die deutschen Nationalsozialisten diesen Begriff populär, doch reist man ein paar Jahrzehnte zurück, findet man die Bezeichnung “concentration camps” mit der gleichen Bedeutung in Dokumenten über genannten Krieg der USA gegen die Philippinen und im vorausgegangenen Krieg der USA gegen Spanien.
1902 fand unter dem Vorsitz des republikanischen Senators Henry Cabot Lodge eine Senatsuntersuchung zu den Verbrechen des Krieges statt. Die Untersuchung führte, abgesehen von der Veröffentlichung einiger Berichte, zu keinem Ergebnis. General Jacob H. Smith, der befohlen hatte, jeden zu töten, der 10 Jahre oder älter war, landete zwar vor einem Militärgericht, eine formale Strafe wurde jedoch nie ausgesprochen.
Was wollten die Amerikaner dort?
Die Philippinen haben viele Bodenschätze und sind Asiens wichtigster Goldproduzent. Außer Gold kommen auch die Metalle Kupfer, Aluminium, Nickel, Mangan, Eisenerz, Chromeisenerz, Silber und Cobalt vor.
Die Philippinen stehen weltweit an:
• 2. Stelle bei der Goldproduktion
• 3. Stelle beim Goldvorkommen
• 3. Stelle bei der Kupferproduktion
• 4. Stelle beim Kupfervorkommen
• 5. Stelle beim Nickelvorkommen
• 6. Stelle beim Chromvorkommen (Chromit).
9 Millionen Hektar der Gesamtfläche von 30 Millionen Hektar sind heute (und wohl auch damals) reich an Mineralvorkommen. Von den 9 Millionen Hektar befinden sich 5 Millionen Hektar auf dem Gebiet von indigenen Gemeinschaften. Auf dem für Bergbau beanspruchten Land befinden sich 30% des noch verbliebenen Waldes.
Die Philippinen heute
Wir berichten hier von einem Land, das jahrhundertelang von Kolonialherren beherrscht wurde – vorangetrieben von der Gier der Industrieländer nach Bodenschätzen. Noch heute haben amerikanische und europäische Großkonzerne dort das Sagen.
Der kanadische Konzern TVI Pacific Inc. beispielsweise blockiert mit paramilitärischen “Sicherheitskräften” die einzige Zugangsstraße nach Zamboanga im Süden der Philippinen, dem Land philippinischer Ureinwohner und sorgt dafür, dass die sie weder Nahrung noch andere Güter in ihr Gebiet einführen können. Wer die verlangten Schmiergelder nicht zahlen kann, dessen Habe wird an den Straßensperren beschlagnahmt.
Politisches Morden ist auf den Philippinen an der Tagesordnung. In jedem Wahlkampf werden Kandidaten getötet. Selten werden die Täter gefasst. Einflussreiche Clans besetzen hohe Ämter und verschaffen sich bei den Wahlen gewaltsam entscheidende Stimmen. Die Polizei ist schlecht ausgebildet und gilt als demoralisiert. Kleinkriminelle werden bei Fahndungen häufig erschossen. Selten werden Polizisten dafür belangt. Nach Polizeischätzungen gibt es mehr als eine Million Schusswaffen ohne Lizenz im Land.
Und nun bekommen sie unsere Rentner
Doch zumindest einen “Lichtblick” gibt es: Da es in westlichen Staaten immer mehr Rentner gibt – bis 2050 sind 30% der Bevölkerung über 65 Jahre alt – und die Renten darum weiter fallen werden, gründen Unternehmer auf den Philippinen sogenannte “Rentnerdörfer”, wo man selbst mit einer mickrigen Rente Sonne, Strand und Luxus genießen kann. Bis heute gibt es zehn dieser Dörfer, in diesem Jahr sollen weitere zehn entstehen.
Den Ruhestand im Ausland zu verbringen wird immer populärer: Insgesamt erhielten 2008 191.730 Personen ihre Rente außerhalb Deutschlands. Die Organisation “Retirement and Healthcare Coalition” bezeichnet die Philippinen als “Rentnermekka”. Über diese westliche Bereicherung werden sich die geplagten Filipinos bestimmt freuen!
Quellen: Tötet alle, die älter als zehn sind!, Philippinisch-Amerikanischer Krieg, Historische Grunddaten der philippinischen Geschichte – Teil 2, CIA Factbook, Mindanao, Bergbau auf den Philippinen, Philippinen: Wem gehört das Land?, Massaker aus Machtgier schockiert die Philippinen, Rentnerdörfer unter Palmen
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Veröffentlicht unter: Krass! · Etiketten: Deutschland, Edelmetall, Euro, Geld, Gewalt, Medien, Militär, Silber, Spanien, System, Unabhängigkeit, USA, Waffe, Welt
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