Du bist nicht Deutschland!
Zugegeben, es handelt sich um eine provokative Überschrift. Zuerst sei vermerkt: Ich liebe dieses Land. Den Hamburger Kiez, die Berliner Schnauze, die Schwäbischen Spätzle und die Thüringer Würstchen. Eine der schönsten Städte der Welt ist das süddeutsche Konstanz. Wer die Düsseldorfer Altstadt kennt, braucht keinen Urlaub in Lloret de Mar (können sich Millionen Japaner irren?). Wer ein schnelles Auto fährt, kann sich mit 250 Stundenkilometern von A nach B bewegen, zumindest streckenweise.
Den Deutschen begegne ich mit einer ganz besonderen Hass-Liebe
Hass wegen der Konservativität und der Erbsenzählerei, denn wer kennt das nicht: Man fährt vorsichtig und heimlich zwei Meter verkehrtherum durch eine Einbahnstraße, um sich fünf Kilometer Umweg zu ersparen, plötzlich erscheinen aus dem Nichts etliche Autofahrer und geben von allen Seiten Lichthupe. Selbst die Oma von quer gegenüber schimpft mit ihrem Spazierstock aus dem Fenster im 3. Stock. Deutsche sind sich selbst am Nächsten, Familie kommt nicht selten erst nach Karriere, Immobilie, GTI-Treffen und Bier. Deutsche lieben Bürokratie, berufliche Titel, 26-fache Absicherung und verklausulierte Verträge. Studiengänge mit 12 Semestern sind keine Seltenheit.
Liebe empfinde ich wegen der Gründlichkeit, der Zuverlässigkeit und dem Ehrgeiz. Deutsche Erfinder stehen in Europa unverändert auf Platz eins. Auto, Telefon, Glühbirne und Fernseher sind nur einige wenige wichtige deutsche Erfindungen, die heute auf der ganzen Welt nicht mehr wegzudenken sind. Niemand ist so pünktlich wie der monochrone Deutsche. Verabredet sich der Deutsche um 10 Uhr, erscheint er um 10 Uhr. Zum Vergleich: Ein Südamerikaner versteht unter einem Termin um 10 Uhr eher „später Vormittag“, d.h. irgendeine Zeit zwischen 9 Uhr 30 und Mittag. Der Deutsche ist ordentlich und plant jeden einzelnen Handgriff von A bis Z.
Hass und Liebe liegen hier nah beieinander, da minutengenaue Pünktlichkeit eben nicht ohne Erbsenzählerei funktionieren kann. Sicherlich entpuppte sich auch der eine oder andere Langzeit-Student als großer Erfinder. Darum Hass-Liebe.
Hallo Politik, du bist nicht Deutschland!
Leider befinden wir uns heute, im Jahre 2010, in einer merkwürdigen Situation. Ein Sprichwort besagt: “Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient”, was ich aber im deutschen Fall nur bedingt für richtig halte. Der Deutsche mißtraut zwar seinem Nachbarn, nicht aber dem Politiker, der mit Steuermilliarden um sich wirft.
Der Deutsche ist obrigkeitshörig, was immer wieder seitens der Politik schamlos ausgenutzt wird. Ein typisch deutsches Phänomen, wenn man die letzten 100 Jahre betrachtet, was die Bürger in meinen Augen aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Gutmütigkeit aber nicht verdienen.
Die Politik verkörpert und repräsentiert immer weniger das deutsche Volk und seine Interessen. Sei es Geldpolitik (man erinnere sich an die gute alte DM), Integrationspolitik (der Deutsche ist weltoffen, tut sich aber schwer mit über 70% Migranten in Kindergärten), Gesundheitspolitik (oder Krankheitspolitik?), Klimapolitik (warum kommen die Eisbären eigentlich nicht zu uns?) oder irgendeine andere Politik. Stets wird gegen das Bedürfnis des Bürgers entschieden. Und unsere Demokratie, die keine Volksabstimmung kennt, sieht folgendermaßen aus: Man setzt uns zwei uninteressante Figuren vor, von denen man sich eine aussuchen darf. Was darf’s sein, Pest oder Cholera? Oder doch lieber Schweinegrippe?
Nicht “Deutschland” begeht Verbrechen, sondern der Bevölkerung undemokratisch vor den Latz geknallte Politiker
In Bezug auf die aktuelle Daten-CD-Propaganda volksverliebter Politiker, um finanzkräftige Fiskalflüchtlinge in Angst und Schrecken zu versetzen und dazu zu animieren, sich selbst zu richten, liest man in großen Schweizer Zeitungen Schlagzeilen wie “Datenklau der Deutschen“, “Deutschland kauft die Steuersünder-CD” oder “Deutschland prüft Kauf weiterer Steuersünder-Datei“. Diese Journalisten treffen damit natürlich den Nerv der Leser. In großen Diskussionsforen und Plattformen findet man teilweise Meinungen wie folgende:
Fazit für mich: trau ab sofort keinem Deutschen mehr über den Weg, denn er will dich garantiert linken. Vielleicht hat das Ganze ja sogar einen Vorteil: unsere lieben Nachbarn aus dem grossen Kanton, deren „Auftritten“ man auf Schritt und Tritt begegnet, zieht es wieder „heim ins Reich“ – dann ist mit dieser CD wenigstens etwas Positives erreicht.
oder diese:
Wir werden hier in der Schweiz seit ca. 3 Jahren regelrecht von z.T. sehr schlecht ausgebildetem und lausig motiviertem Personal aus der ehemaligen DDR überschwemmt. Die Absicht dieser Leute aus der einstigen DDR ist immer dieselbe: In der Schweiz kurz arbeiten und danach jahrelang die fürstliche Schweizer Arbeitslosenversicherung abgarnieren. Wenn die Sozialistin Merkel so weiter macht, dauert es nicht mehr lange, bis die Deutschen hier auf eine unglaubliche Front der Ablehnung stossen werden.
Sozialisten und Lachnummern
Liebe Schweizer, wir haben ein gemeinsames Problem: Volksfremde Politiker! Unsere sind blutsaugende Sozialisten, die vollzeitarbeitende Menschen unter Sozialhilfe-Niveau prügeln, um sich gleichzeitig selbst goldene Luxus-Kugelschreiber zu leisten. Und die Euren sind wirbellose Insekten, welche lieber von Frau Merkel und Herrn Sarkozy die Auslieferung des schwerkriminellen Diebes der Steuerdaten-CD fordern sollten, um ihn schnell verhaften zu können. Stattdessen drückt man auf die Tränendrüse, schimpft über die bösen Deutschen und reicht das Taschentuch herum. Wir sollten unser Glück und unsere Solidarität zueinander nicht von diesen Meinungsmachern abhängig machen!
Nicht einverstanden mit dem System
Dreht ihnen den Hahn ab, Schweizer wie Deutsche. Kauft nur noch das Nötigste, lasst euch nicht von Radarfallen erfassen, informiert euch über die Notwendigkeit von Rundfunkgebühren, überlegt euch, wie man möglichst viele Steuern und Abgaben sparen kann. Wie man sich auf legalem Wege dem System bestmöglich entzieht, wenn man es schon kritisiert. Einen klasse Artikel zum Thema findet ihr auf der Website von Michael Mross (MMnews.de).
Ach ja, Gold hat übrigens ein eingebautes Bankgeheimnis. Mal sehen, wann das geplagte Großkapital die Lust verliert, sich von gierenden Steuerfahndern jagen zu lassen und damit beginnt, Goldbarren zu horten. Denn Schäuble sagte letztens: “Das Bankgeheimnis darf im 21. Jahrhundert kein Instrument mehr sein, das von Staats wegen die Steuerhinterziehung ermöglicht”. Was wohl Sarkozy dazu sagt, als amtierender Kofürst von Andorra, der offiziell letzten Steuer-Oase Europas? Eines ist jedenfalls sicher: Mit der Debatte ums Bankgeheimnis dürfte der Krieg zwischen Metall und Papier in die nächste Runde gehen.
Quellen: Von Air Bag bis Zahnpasta, Pünktlichkeit, Pforzheims Zukunft gehört den Migranten, Abgeordnete kauften Luxus-Füller für 68.000 Euro, Wo sich Arbeit nicht mehr lohnt, Schweizer Politiker empört, Fiskalischer Ungehorsam, Finanzwebsite von Walter K. Eichelburg, Schäuble: Bankgeheimnis am Ende – Zweite Steuersünder-CD aufgetaucht, Das sind die letzten Steuer-Oasen
Wurden die Währungen bereits aufgegeben?
2.500 Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus über 90 Ländern beraten derzeit im Ferienparadies Davos über die Weltwirtschaftskrise, über den Einfluss von Regierungen und Notenbanken und über eine Exit-Strategie aus dem derzeitigen Billiggeld-Überangebot, welches sich auf keinen Fall in die Realwirtschaft ergießen darf. Wobei, im Grunde hat es das bereits, denn die (fast) zinslos verteilten Steuermilliarden der Banken wurden in Aktien- und Wertpapieranlagen geparkt, was die Aktienhausse 2009 wenigstens teilweise erklärt.
Zwickmühle
Spätestens jetzt befinden sich Trichet, Bernanke und die Finanzministerien in einer Zwickmühle: Ziehen sie das Geld durch Erhöhung des Leitzinses wieder ab, werden die Banken im Zuge dessen in Reise nach Jerusalem-Manier ihre Aktien wieder abstoßen. Was dann folgt ist ein riesiger Aktiencrash. Belassen sie den Zins niedrig, so fahren sie mit der momentanen Blasenbildung fort, was ebenfalls irgendwann in einem Aktiencrash enden muss. Sandra Navidi von Roubini Global Economics spricht in diesem Zusammenhang sogar von der “Mutter aller Spekulationsblasen”.
Geldmenge
Mögliche Folgen: Riesige Rettungsaktionen, Massenpanik, Arbeitslosigkeit, Staatsbankrott, Vertrauensverlust ins Geldsystem. Also möchte man das System natürlich so lange wie möglich am Leben und diese Misere vom Bürger fernhalten. Behilflich ist dabei das Geldmengensystem, welches dafür sorgt, dass sich die milliardenschweren Bankenrettungen nicht in den Markt ergießen. Sehr clever eigentlich, Vorraussetzung für ein gutes Gelingen ist allerdings eine gewisse Disziplin unter den Geretteten. Da das Geld aber dazu verwendet wurde Aktienkurse zu treiben und (bislang nur virtuelle) Gewinne einzufahren, wurde dieses Vertrauen bereits mißbraucht. Die Bank, welche als erste “ihr” Kapital wieder abzieht, wird die Blase zum Platzen bringen.
In der Folge müssen Regierungen und Notenbanken weiterhin an der Billiggeld-Politik festhalten und den Luftballon immer weiter aufblasen. Für die Banken ist das ein Selbstläufer: Nichts tun und Gewinne kassieren. Hyperdeflation könnte das Resultat sein. Doch wenn Ben Bernanke und Jean-Claude Trichet in ihre Helikopter steigen, bekommen wir eine Hyperinflation. Alles denkbar.
Kein Interesse an Deflation
Doch was fehlt in dieser Auflistung? Schnell wieder einkehrende Normalität! Diese kann man wohl nicht erwarten. Da westliche Staaten inzwischen mit billionenschweren Defiziten und einer immer weiter steigenden Schuldenlast zu kämpfen haben, besteht sicher kein großes Interesse an einer Deflation, welche das alles noch verschlimmern würde. Die Regierungen und Notenbanker drucken Geld, retten alles und jeden, inklusive ihrer eigenen Jobs über die nächste Amtszeit. Diese Schulden sind derart hoch, dass sie niemals zurückgezahlt werden können. Allein die britischen Banken-Bailouts haben jeden Einwohner von UK bislang umgerechnet 17.000 Euro gekostet. Staats- und Privatschulden kommen am Ende noch oben drauf. Allein die deutsche Zinslast beträgt 2000 Euro pro Sekunde!
Fazit
Unterm Strich kann man daraus nur schlussfolgern, dass die Währungen längst aufgegeben wurden und man in elitären Kreisen bereits über die Zeit nach dem Euro, Dollar, Pfund, Franken, Yen… nachdenkt. Kommt im Zuge eines Gemeinschaftsproblems eine Gemeinschaftswährung? Bekommen wir endlich unsere lang angekündigte NWO? Die Mutter aller Fragen ist dabei nur, wie sich das konkret auf den Bürger auswirkt. Werden die Häuslebauer unter die Räder kommen? Die Anleihen-Investoren? Die Regierung? Goldanleger? Ausländer? Beamte? Leiharbeiter? Oder gar alle? Oder niemand?
Es bleibt spannend, auch wenn die meisten Menschen hierzulande bislang kein großes Interesse am Geschehen zu verspüren scheinen. Schließlich existiert für 66% der Deutschen laut einer Umfrage überhaupt keine Krise. Aber vielleicht ist das auch gut so. Ändern kann man zum momentanen Zeitpunkt sowieso nichts mehr.
Quellen: Riesige Spekulationsblase, Geldmenge, Zwei Drittel der Deutschen spüren nichts von Krise, Schuldenexplosion














