03.02.1637: Die Tulpenblase platzt


Geschichte/Niederlande

Am 03. Februar 1637 wurden bei einer Auktion in den Niederlanden nicht mehr genügend Käufer von Tulpenzwiebeln gefunden und die Tulpenblase platzte. Zahlreiche Spekulanten verloren ihr Hab und Gut.

Tulpenblase
Tulpenblase, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1637 begann der Zusammenbruch der Preise von Tulpenzwiebeln in den Niederlanden und viele Investoren verloren ihren gesamten Besitz. Bis zum Zusammenbruch des Tulpenmarktes galt die Pflanze als die „Königin der Blumen“. Seit dem 16. Jahrhundert wurden Tulpenzwiebeln aus Armenien und der Türkei nach Europa importiert. Zunächst wurden die Tulpen zu angemessenen Preisen verkauft. Nachdem neue Sorten gezüchtet wurden entstand eine wahrhaftige Tulpenmanie.

Die Nachfrage war riesig, es dauerte jedoch sehr lange, um die Tulpen zu ziehen. So stand einem geringen Angebot eine große Nachfrage gegenüber. Menschen aus allen Schichten stiegen in das Geschäft mit der beliebten Pflanze ein. Die meisten von ihnen hatten keinerlei Interesse an der Gartenarbeit, sondern nur am Handel mit dem Gewächs. Kenntnisse im Gartenbau waren ohnehin nicht notwendig, da man sich an Zwischenhändler wenden konnte, die nur ein Startkapital verlangten.

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Holland war seinerzeit eine Weltmacht, weshalb viel Gold und Silber ins Land verschifft wurden. So stand den vorhandenen Waren mehr Geld gegenüber (Inflation) und die Preise stiegen. Dies begünstigte die Entstehung einer Tulpenblase zumindest. Um 1623 gelangte die seltene Tulpensorte Semper Augustus nach Holland. Eine einzige davon kostete 1.000 Gulden, was etwa sechs Jahreseinkommen eines Arbeiters entsprach.

Eine Tulpe kostet so viel wie ein Haus in Amsterdam

Andere Sorten wurden später sogar für bis zu 10.000 Gulden gehandelt. Dies entsprach damals dem Gegenwert eines Hauses in Amsterdam. Die Gewächse wurden allerdings nicht an der Börse in Amsterdam gehandelt, sondern in sogenannten Spelunken, wo Auktionen durchgeführt wurden. Doch eines Tages, am 3. Februar 1637, fanden sich bei einer der Auktionen nicht mehr genügend Käufer – die Tulpenblase platzte.

In den Folgemonaten brachen die Preise für das einstige Prestigeobjekt um 99 Prozent zusammen. Spekulanten gingen scharenweise pleite. Vertreter niederländischer Städte kamen Ende Februar zusammen und gründeten Kommissionen. Diese legten fest, dass offene Terminkontrakte durch eine Strafzahlung von 3,5 Prozent des Kaufpreises abgelöst werden konnten. Damit wurden die Züchter belastet, doch wollte man damit eine Ausbreitung der Verwerfungen auf andere Wirtschaftsbereiche verhindern.

Diese Tulpenblase gilt als die erste gut dokumentierte Spekulationsblase in der Wirtschaftsgeschichte. Die Tulpe hat in den Niederlanden bis heute eine große Bedeutung: Zwei Milliarden Tulpen blühen dort jährlich. Allerdings nicht mehr zu den Mondpreisen von vor knapp vier Jahrhunderten.

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