Laos: Das am stärksten bombardierte Land der Welt


Archiv/Laos

Nirgends wurden im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Bomben abgeworfen als in Laos. In einem Zeitraum von neun Jahren flogen die US-Streitkräfte in den 1960er- und 70er Jahren 580.000 Einsätze und warfen 270 Millionen Streubomben über Laos ab, davon rund 30% Blindgänger.

Laos
Flagge Laos (gemeinfrei), Adler, Bild: Gegenfrage.com

Was den Meisten nicht bekannt sein dürfte: Laos ist das am stärksten bombardierte Land der Welt, gemessen an der Anzahl der Einwohner. Die Auswirkungen des sogenannten „Geheimen Krieges“ verfolgen die Laoten bis zum heutigen Tag. Der Krieg endete im Jahr 1973 und noch immer liegen geschätzte 75 Millionen Streubomben in dem Land herum, wodurch regelmäßig Menschen verletzt oder getötet werden. Mehr als 98 Prozent aller Streubombenopfer sind Zivilisten, 40 Prozent davon Kinder.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

In den neun Jahren des von 1964 bis 1973 dauernden Krieges warfen die US-Streitkräfte in 580.000 Flügen mehr als 2 Millionen Tonnen bzw. 270 Millionen Streubomben und andere schwere Artillerie auf das Land ab, 30% davon waren, oft aufgrund geringer Abwurfhöhe, Blindgänger. Rund um die Uhr – im Schnitt alle 8 Minuten, neun Jahre lang – wurde das kleine Land von den Amerikanern beschossen, es hagelte mehr Bomben als auf Japan und Deutschland im gesamten Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig hat die CIA die laotische Rebellengruppe „Hmong“ bezahlt und mit Waffen versorgt.

Bis heute viele Streubombenopfer

Nach dem Ende des Zweiten Indochinakrieges (Vietnamkrieg + Kambodscha + Laos)  zogen die Amerikaner ab und überließen die Hmong ihrem Schicksal. Bis heute liefern sich die einst von der CIA unterstützten Guerilla im Dschungel Gefechte mit laotischen Regierungstruppen. Grund für den Überfall auf Laos war die Zerstörung des Ho-Tschi-Minh-Pfades, der Versorgungsroute der Vietcong, die zu Teilen durch den laotischen Dschungel verlief.

Die USA zerstörten mit Laos und Kambodscha zwei der letzten stabilen Länder im Südosten Asiens für ihre Zwecke. Laos ist heute noch gekennzeichnet von dieser Zeit. Bis heute sieht man dort viele Menschen mit durch Minen verstümmelten Gliedmaßen. Fast die Hälfte aller weltweiten Streubombenopfer stammen von dort. Pro Jahr kommen durchschnittlich 50 neue Opfer hinzu.

Zwischen 1993 und 2016 steuerten die USA in Laos pro Jahr 4,9 Millionen Dollar zur Beseitigung der Blindgänger bei. Zum Vergleich: Die Bombardierung des kleinen asiatischen Landes kostete seinerzeit pro Tag 13,3 Millionen Dollar (Kaufkraft in 2013-Dollars).

Quellenangaben anzeigen
legaciesofwar, youtube, googlebooks, augenaufreise, hangthebankers, wikipedia


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