„Raketenpost“ via Marschflugkörper


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Im Jahr 1959 lieferte die US-Post 3.000 Päckchen mit einer Rakete in nur 22 Minuten von Virginia nach Florida aus. Die Idee der Raketenpost ist aber sogar schon viel älter.

Raketenpost US Post Office
Raketenpost US Post Office, Bild: Gegenfrage.com

Die meisten von uns kennen das: Man erwartet ein Päckchen und muss einige Tage warten, bis es endlich ankommt. Im Jahr 1959 suchte die US-Post neue Methoden für einen schnelleren Posttransport und kam auf eine etwas unkonventionelle Idee.

So testete das US Post Office (Vorgänger des heutigen US Post Service) die sogenannte „Raketenpost“ (Missile Mail). Dafür ließ man ein U-Boot der US Navy (USS Barbero) einen mit Post beladenen Marschflugkörper starten. Die Rakete legte mit knapp 1000 km/h eine Entfernung von rund 160 Kilometern in nur 22 Minuten zurück.



Es handelte sich um eine atomfähige Rakete, bei der der nukleare Gefechtskopf durch Postbehälter ersetzt wurde. Der Generalpostmeister, Arthur E. Summerfield, erklärte, das Ereignis sei von „historischer Bedeutung für die Völker der ganzen Welt“.

„Bevor der Mensch den Mond erreicht, wird die Post innerhalb weniger Stunden von New York nach Kalifornien, nach Großbritannien, nach Indien oder Australien mit Lenkraketen geliefert. Wir befinden uns kurz vor der Einführung der Raketenpost.“

Die „Missile Mail“ wurde jedoch nie für die breite Öffentlichkeit eingeführt. Das Verteidigungsministerium betrachtete den Test als eine Demonstration der US-Raketenfähigkeiten. Zudem wären die Versandkosten für den privaten Gebrauch zu hoch gewesen. Und dass jedes Päckchen auf diese Weise unbeschädigt ausgeliefert werden kann, darf auch bezweifelt werden.

Ein erster solcher Test wurde bereits im Jahr 1931 vom österreichischen Forscher Friedrich Schmiedl durchgeführt, der diese Idee 1914 vorgeschlagen hatte, um hohe Gebirge leichter überqueren zu können. Auch in Deutschland wurde schon im Jahr 1934 über eine Raketenpostlinie von Berlin nach Köln nachgedacht.

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