An diesem Tag
16.06.1958: Hinrichtung von Ungarns Regierungschef Imre Nagy


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Am 16. Juni 1958 richteten die kommunistischen Behörden Ungarns den ehemaligen Regierungschef Imre Nagy hin, der bis heute als Symbol des Aufstands gegen die Sowjetherrschaft gilt.

Imre Nagy
Imre Nagy, Bild: Flagge Ungarn, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1958 wurde Imre Nagy, ehemaliger ungarischer Ministerpräsident und Symbol des Aufstandes der Nation gegen die sowjetische Herrschaft, von den kommunistischen Behörden wegen Hochverrats gehängt.

Nach seiner Ernennung zum Ministerpräsidenten des kommunistischen Ungarn 1953 führte Nagy eine Reihe liberaler Reformen durch und widersetzte sich der sowjetischen Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes.

Er wurde 1955 seines Amtes enthoben und 1956 aus der Kommunistischen Partei Ungarns ausgewiesen. Am 23. Oktober 1956 gingen ungarische Studenten und Arbeiter für Nagy und seine Reformen mit antisowjetischen Demonstrationen auf die Straßen von Budapest.

Innerhalb weniger Tage eskalierte der Protest zu einem landesweiten Aufstand. Die ungarische Regierung kam in schwere Bedrängnis. Nagy trat der Revolution bei und wurde wieder als ungarischer Regierungschef eingesetzt.

Sowjetische Intervention

Doch bildete sein Minister Janos Kadar eine Gegenregierung und forderte die Sowjetunion zu einer Intervention auf. Am 04. November drangen 200.000 sowjetische Soldaten und 2.500 Panzer nach Ungarn ein.

Nagy flüchtete in die jugoslawische Botschaft, wurde jedoch später von sowjetischen KGB-Agenten verhaftet, als er die Botschaft nach einem Versprechen ihm Straffreiheit zu gewähren wieder verließ.

Fast 200.000 Ungarn flohen aus dem Land, Tausende Menschen wurden verhaftet, getötet oder hingerichtet, bevor der ungarische Aufstand endgültig unterdrückt wurde. Nagy wurde später dem Regime von Janos Kadar ausghändigt, der ihn wegen Hochverrats verurteilte und hinrichtete.

Am 16. Juni 1989, als der Kommunismus in Ungarn zusammenbrach, wurde Nagys Leichnam offiziell mit allen Ehren neu beerdigt. Etwa 300.000 Ungarn nahmen an dem Gottesdienst teil.

15 Kommentare

  1. Imre Nagy war ein übler Verräter und wurde von seinem eigenen Komplizen Janos Kadar geopfert, damit selbiger nicht selbst vor Gericht kommt; natürlich wird heute alles umgedichtet, aber wer wissen möchte, wie sich die Dinge wirklich zugetragen haben, findet natürlich auch eine Antwort, diese ist natürlich nicht im Interesse der heutigen Machthaber; der sogenannte Aufstand war nichts anderes als eine brutale inszenierte Konterrevolution, nicht zuletzt mit Hilfe des Verräters Chruschtschows; es war eine einzige Schlächterei an Kommunisten, die nun auch in den Schlagzeilen der Welt bekannt wurde:…“Am 2. November berichtete der Reuter-Korrespondent:

    „Seit gestern herrscht Menschenjagd in den Straßen von Budapest.“ Systematisch wurden Menschen „gehetzt, gejagt und wie Hunde erschlagen, an Laternen und Balkons aufgehängt. Szenen, die an die Wiederkehr der ´Weißen´ in Ungarn von 1919 erinnern, spielen sich im ganzen Lande ab.“ [18]….. nur deshalb griff endlich die dort stationierten Sowjetischen Kräfte ein. Das Drehbuch für diese sogenannten Aufstände ist bekannt, siehe auch DDR-Zerschlagung….hier kann man es gut nachlesen….https://sascha313.wordpress.com/2016/10/09/kurt-gossweiler-die-konterrevolution-in-ungarn/….sofern denn mein Kommentar freigeschaltet wird, das war letztens auch nicht der Fall, vermutlich paßt das wohl nicht so in die Agenda

  2. @Anna
    Danke für die zusätzliche Info! Ich schalte Kommentare nur dann nicht frei, wenn beleidigt, zu viel fremder Content kopiert oder das Gesetz gebrochen wird. Eine Agenda gibt es hier nicht.

  3. Auf sascha313.wordpress.com wird der Marxismus-Leninismus und der noch dümmlichere, aber umso gefährlichere Stalinismus hochgelobt. Es gibt einen Artikel zum „sozialistischen Humanismus“ – geistiger Tief-Tiefgang. Sicher war ein Höhepunkt des „sozialistischen Humanismus“ die Vertreibung von 15 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat – davon 10 Millionen aus Deutschland (Schlesien, Ost-Brandenburg, Pommern, Danzig-Westpreußen und Ostpreußen). Im übrigen sind drei der 15 Millionen verreckt. Der „sozialistische Humanismus“ hatte sich ausgetobt. Dann gab’s da noch die Faselei vom „proletarischen Internationalismus“. Klar – man hat auch Arbeiter vertrieben und totgeschlagen.

  4. @Anna

    Sie argumentieren aus kommunistischer Sicht und diese ist naturgemäß nicht demokratisch.
    Die Schweinerei begann auch nicht bei diesem Aufstand, sondern bereits 1945, als nach „bewährtem“ bolschewistischem Rezept jede Abstimmung und demokratische Wahl hintertrieben wurde.
    Damals, 1945, zerbrach die Allianz England-USA-Sowjetunion endgültig. Allein der Fall Polen, d.h. die Methoden der Kommunisten die rechtmäßige Exilregierung in London auszubooten und eine „Räterepublik“ (natürlich ohne Wahlen) durchzusetzen, war da Anschauungsmaterial genug. Stalin hatte Polen im Gegensatz zu Hitler nicht blos angegriffen, sondern überfallen!
    Denn die polnischen Armeen waren im Westen gegenüber Deutschland aufmarschiert, weil von dort der Angriff erwartet wurde. Die polnische Armee hatte sogar kurz vor Stalins Überfall noch um Hilfe gegenüber Deutschland nachgesucht. Und zwar deshalb, weil die vertraglich zugesicherte Hilfe von England und Frankreich ausblieb!

  5. @Wahrheitsfreund

    Die Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung aus den abzutretenden Gebieten in Polen und der Tschechei erfolgte infolge der Beschlüsse von Jalta im Februar 1945.

    Hintergrund war, dass sich Hitler 1938 und 1939 auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker berufen konnte, als er die unter polnischer Verwaltung stehenden Gebiete teilweise zurückforderte.
    Die Logik war: wenn es keine Deutschen mehr unter fremder Verwaltung gibt, dann entfällt auch das Selbstbestimmungsrecht. Mit sozialistischer Humanität hatte das nichts zu tun. Das haben Roosevelt und Churchill mit unterschrieben.

  6. @KUNO
    Hätte es den behaupteten „sozialistischen Humanismus“ gegeben, hätte eine wirklich sozialistische Macht keine Vertreibung vorgenommen. Genauso verlogen ist nur der Westen, der uns, den Japanern und seit 1945 vielen anderen die „Menschenrechte“ mit Bombenhagel nahebrachten.
    Im übrigen hatte die Reichsregierung moderate Vorschläge zur Korridorfrage gemacht. Sie wurden abgelehnt, da – mit England im Hintergrund – an keiner Einigung Interesse bestand.

    Zwei Zitate:
    (1) “Wir sind bereit, mit dem Teufel einen Pakt abzuschließen, wenn er uns im Kampf gegen Hitler hilft. Hört ihr: Gegen Deutschland, nicht nur gegen Hitler. Das deutsche Blut wird in einem kommenden Krieg in solchen Strömen vergossen werden, wie dies seit Entstehung der Welt noch nicht gesehen worden ist.” Die Warschauer Zeitung “Depesza” vom 20.August 1939

    (2) “Hitler und das deutsche Volk haben den Krieg nicht gewollt. Wir haben auf die verschiedenen Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geantwortet. Nun müssen wir feststellen, daß er recht hatte. An Stelle einer Kooperation Deutschlands, die er uns angeboten hatte, steht die riesige imperialistische Macht der Sowjets. Ich fühle mich beschämt, jetzt sehen zu müssen, wie dieselben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter einem anderen Namen verfolgt werden.” Sir Hartley Shawcross, der britische Generalankläger in Nürnberg (vgl. Shawcross “Stalins Schachzüge gegen Deutschland”, Graz, 1963)

  7. Da kursieren viele Gerüchte, je nachdem wer sich berufen fühlt seine WAHRHEIT zu verbreiten.
    Fakt ist, die Westalliirten wollten keinen Frieden. Ziel war die totale Vernichtung Deutschlands, besonders der Zivilbevölkerung und die bedingungslose Versklavung Gesamtdeutschlands für IMMER.
    Diesen Status haben wir heute noch!

  8. Schultze Rhonhof schreibt in seinem bemerkenswert guten Buch „Der Krieg der viele Väter hatte“, dass, da Polen sich 1939 geweigert hatte mit Berlin direkt zu verhandeln, die Verhandlungen über London laufen mussten.
    Das letzte, besonders weitgehende Angebot Hitlers zur Bereinigung der Frage, wurde angeblich von London nicht an Warschau weitergeleitet. Deshalb kam aus Warschau auch keinerlei Reaktion. Laut dem Autor, welchem dazu Originalbelege vorliegen, funkten die Briten das Angebot zwar nicht an Warschau, aber an Roosevelt in Washington.
    Da die polnischen Armeen von einem unvermeidlichen Krieg ausgingen, lief in Polen die Mobilisierung aller Truppen.
    Das Signal an Hitler muss verheerend und eindeutig gewesen sein. Es zählt ohnehin zu den ganz großen Rätseln der Geschichte, warum England und Frankreich nach dessen Überfall auf Polen am 17.9.1939 nicht den Krieg erklärten.

  9. @KUNO
    Bin verwirrt durch deinen letzten Satz!
    Hatte immer gedacht, dass der DEUTSCHE Überfall auf Polen am 1.9.1939 stattfand, und das England und Frankreich am 3.9.1939 Deutschland den Krieg erklärten.
    Meinst du die fehlende Kriegserklärung an Russland, nach deren Einmarsch am 17.9.39? Vermutlich, aber das hättest du dann auch in den Satz mit einbringen müssen.

  10. @Kaiser Wilhelm

    Ich habe den Satz, der bei mir leider nur ein Halbsatz war, zwei Stunden später nachgeschoben. Selbstverständlich meinte ich den sowjetischen Angriff.
    Aber die Mühlen des Bürgenden mahlen langsam.
    Meine Ergänzung steht immer noch nicht da.
    Aber das ist ja jetzt hiermit geschehen, so dass der Bürgende dieses dann raus nehmen, bzw. streichen kann.

  11. @KUNO
    Bin ohnehin davon ausgegangen, dass du nur vergessen hast Russland einzufügen.
    Da laut dem Mainstream ja der Angiff Russlands bald bevorsteht, werden die Russen in dem Fall ja wieder in Polen sein. Rein marschieren müssen sie diesmal aber nicht, um dort alles platt zu machen.
    Gruß kw

  12. @ Kaiser Wilhelm

    Das mit dem Einmarschieren ist natürlich Satire.
    Ich gehe übrigens davon aus, dass Du weißt dass Anfang September (einige Tage nach England und Frankreich) die britischen Dominions Australien, Kanada, Neuseeland dem Deutschen Reich ebenfalls den Krieg erklärt haben.
    Denn das steht auch in der Wikipedia.
    Was aber weniger bekannt ist: Frankreich hatte sich zunächst geweigert Deutschland den Krieg zu erklären und es bedurfte einigem Hin und Her von London aus um Paris doch noch zu bewegen.
    Hintergrund war der deutsch-französische Freundschaftsvertrag von 1938, in welchem Hitler auf jeglichen Anspruch auf Elsass und Lothringen verzichtete.
    Und die Wiedergewinnung dieser beiden deutschen Provinzen war der Hauptgrund für den französischen Revanchismus nach 1872 gewesen, welcher dann im Kriegswillen von 1914 gegen Deutschland eskalierte.

  13. @KUNO
    Danke der Ergänzung. Diese ganzen politischen Sache rund um die Kriege sind nicht mein Schwerpunkt, dafür bist du nun mal der Experte. Habe in einem Dokumentarfilm mal eine Auflistung gesehen wer überhaupt wem noch im 2. Weltkrieg den Krieg erklärt hat. Das war eine stramme Liste.

  14. Ja, ich weiß. Dafür bist Du in anderen Bereichen ein guter Experte.

    Die vielen Kriegserklärungen 1918 und 1945 von Ländern, mit denen Deutschland nie im Krieg stand, erfolgten mit Sicherheit deshalb, um bei der Verteilung der Beute vielleicht auch berücksichtigt zu werden.
    So verhalten sich häufig Menschen, aber leider auch Regierungen.

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