"Weitere 40 Jahre":
03.10.1989: Honecker verspricht Fortbestehen der DDR


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Am 03. Oktober 1989 versprach DDR-Generalsekretär Erich Honecker in einer Rede das „Fortbestehen der DDR für weitere 40 Jahre“. Zwei Wochen nach der Rede wurde er zum Rücktritt gezwungen, drei weitere Wochen später fiel die Mauer.

DDR Honecker Fortbestehen 40 Jahre
Flagge der DDR, Bild: Gegenfrage.com, Motiv: gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1989, hielt Erich Honecker im Vorfeld des 40. Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eine kurze Rede und gab ein „Fortbestehen der DDR für weitere 40 Jahre und darüber hinaus“ zum besten. Nur zwei Wochen später wurde er abgesetzt, nach weiteren drei Wochen fiel die Mauer. Knapp vier Monate nach dieser Rede waren seine Frau Margot und er obdachlos.

In der offiziellen Version der Geschichte brach die DDR auf Drängen der ostdeutschen Bevölkerung zusammen, weil diese die Nase von Stasi & Co. voll hatte. Mit wirtschaftlichen Hintergründen hatte dies demnach nichts zu tun. Die friedliche Revolution einer unterdrückten Bevölkerung setzte dem SED-Regime ein Ende, heißt es.

Sowjetunion war bankrott

Der Mauerfall, der jährlich als „Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wird, fand jedoch eher aufgrund der desolaten finanziellen Situation der Sowjetunion statt. Es handelte sich um eine Maßnahme, um den nicht mehr abwendbaren Staatsbankrott des sowjetischen Riesenreichs hinauszuzögern.

Man verkaufte die DDR also praktisch für einige Milliarden Mark an die Westmächte, um Geld in die leeren Kassen zu spülen. Bezahlt haben dies sowie die Integration des Ostens in den Westen allerdings nicht die Westmächte selbst, sondern die west- und ostdeutschen Steuerzahler.

Dieser Schritt war nicht nur für die bankrotte Sowjetunion eine Geldspritze, sondern kurbelte durch wirtschaftliche Öffnung der Grenzen nach Billiglohn-Osteuropa auch die westliche Wirtschaft an. Zahlreiche westliche Unternehmen konnten nun ihre Fabriken auslagern.

Um nicht für Empörung in der west- und ostdeutschen Bevölkerung über diesen „Deal“ zu sorgen, musste die Kampagne der „friedlichen Revolution“ erfunden werden. So jedenfalls beschreiben es einige kluge Köpfe. Der politische Kabarettist Volker Pispers erklärt die wirtschaftlichen Zusammenhänge hier sehr klar und unterhaltsam (ab Minute 8:00).

Moskau will völkerrechtliche Unklarheiten beseitigen

Die Sowjetunion stand vor dem Zusammenbruch, was den Wirtschaftsplanern Moskaus natürlich auch 1989 und lange davor bereits dämmerte. Man hatte das Bestreben, völkerrechtliche Unklarheiten rasch aus dem Weg zu räumen. In erster Linie um das eigene Fortbestehen nach dem bevorstehenden Zusammenbruch der UdSSR zu sichern.

Die DDR war dabei nicht das einzige Gebiet, dessen man sich entledigen wollte. Gorbatschow bot der Kohl-Regierung nur Monate nach dem Mauerfall auch Ostpreussen für 70 Milliarden Mark an, was Bonn jedoch ablehnte.

Befreite sich also die von einer militärischen Supermacht besetzte DDR tatsächlich aus eigener Kraft? Oder war dieses Ereignis vielleicht doch nichts anderes, als ein Deal auf Kosten der deutschen Steuerzahler zugunsten der beiden Supermächte in Moskau und Washington?

So oder so, die DDR bestand keine weiteren 40 Jahre fort. Honecker wurde am 18. Oktober 1989, also nur rund zwei Wochen nach seiner Rede, zum Rücktritt gezwungen und 1992 wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht gestellt. Seine Rede zum 40. Jahrestag der DDR kann hier angesehen werden.



10 Kommentare

  1. genau deshalb ist der 3.10. der Tag der deutschen Einheit. Der Erich hat weit vorausgeschaut und wußte schon damals, das ein Mädchen bei dem westdeutschen Kohl Karriere machen wird. Heute leben wir in der DDR 2.0 zwar ohne Zaun aber auch mit Blockwarten, Stasi, VoPo, und ´ner Menge sozialistischer Freunde, die keiner braucht und haben will.

    Also Honni, alles prima, schade dass du das nicht mehr erleben darfst, du hättest deine Freude an der Zersetzung DE.

  2. Für ein bißchen mehr Freiheit und Wohlstand hat man alles aufgegeben.

    Hätte man sich mehr Zeit genommen und vorallem auch Experten, hätte man die Wiedervereinigung fairer abwickeln können. So aber ist die Westdeutsche Wirtschaft mit ihren Heuschrecken über Ostdeutschland hergefallen und haben ne Wüste hinterlassen ( u.a. Treuhand, Fördermaßnahmen, usw). An dessen Folgen knabbern einige Menschen immer noch.

    Und noch mal für alle, die es noch nicht verstanden haben. Es wurde nichts wiedervereinigt sondern, die DDR ist der BRD beigetreten.

  3. Nicht nur die Udssr hatte Probleme auch der Westen war am Stagnieren und brauchte unbedingt neue Märkte.
    Warum ostpreussen abgelehnt wurde? Ich habe mal gelesen das sie mit dem Kauf und das Aufbaus sich zuweit ausdem fenster gelehnt hätten und dies drum nicht umgesetzt wurde.
    Aber da gab es doch sicher noch mehr Gründe? Politische? Kohl wahr doch auch nur ne Marionette.
    Hatten England/Frankreich zuviel Sorge vor einem zu grossen Deutschland?
    Den Osteuropa-Marktzugang haben sie ja auch schon mit der Übernahme der DDR von der BRD erreicht …
    Und ob Polen oder Litauen ihr verwaltetes Stück Ostpreussen hergeben wollten???

  4. @ jolex
    Wir normalen Bürger / Menschen bekommen nur einen Bruchteil mit, was wirklich hinter den Kulissen abläuft bzw ausgehandelt wird. Polit-marionetten wie Kohl und Merkel sind nur da, um es als richtig, notwendig und toll zu verkaufen, obwohl sie wissen, dass vieles zu unserem Nachteil geschieht bzw gar unrecht ist.

    Würden sie die Ostgebiete jetzt noch nachträglich einfordern, würden sie damit indirekt zugeben, dass sie damals falsch gehandelt haben. Diese Schmach wollen sie nicht, daher belassen sie es beim Unrecht.

  5. Na ja das heutige einfordern würde ich als Marionette so begründen. „Damals waren wir uns nicht sicher ob wir das wirtschaftlich hätten stemmen können. Die Vielen Mrd an Udssr und der Zustand der Gebiete. Heute ist der Abstand Du EU Aufbau näher als vor 25 Jahren. Die DDR- Angliederung allein war schon ein
    Kraftakt.“
    Das sähe so schlimm nicht aus wenn heute eine Forderung im Raume stände

  6. So kann man sich irren. Obwohl die Hinweise aus Moskau schon deutlich genug waren.

    Übrigens wurde das Angebot Gorbatschows an Bonn, Königsberg zu kaufen, nie von der Bundesregierung bestätigt.
    Aber an Halbwahrheiten von Regierungen ist man ja gewöhnt.
    Selbstverständlich musste Bonn das ablehnen!
    Bereits die Wiedervereinigung wurde anfangs von den westlichen „Freunden“ strikt abgelehnt.
    Dann noch Königsberg oder gar Ostpreussen hätte dem Fass den Boden ausgeschlagen.

  7. „Der Mauerfall, der jährlich als „Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wird,…“

    Der Tag des Mauerfalls war der 9. November 1989 und nicht der 3. Oktober, der heute als Tag der Deutschen Einheit begangen wird. Allerdings hätte sich wohl die Mehrheit der Deutschen tatsächlich den 9. November als Nationalfeiertag gewünscht.

  8. 1989

    Gleich nach dem Mauerfall…

    Marion (18 und blond) aus Freital bei Dresden / DDR hat rübergemacht nach Hamburg.

    Im Yachthafen von Blankenese / Hamburg wird sie von dem reichen Fabrikanten H. Schmitzmüller (65) auf dessen Traumjacht eingeladen und bleibt über Nacht. Schmitzmüller lässt sich nicht lumpen, und sein Butler tischt zum Frühstück am nächsten Morgen den besten französischen Champagner auf und ein Glas Kaviar, Beluga Malossol.

    Nach dem Frühstück bittet Marion um Schreibzeug und beginnt einen Brief an ihre Mutter

    Liebe Mutti,
    Ich bin in Hamburg. Habe einen neuen Freund und der heißt Horst. Wir sind auf seinem Boot und haben gerade draußen gefrühstückt. Das Frühstück hier im Westen ist etwas anders als bei uns. Also der Schaumwein ist furchtbar sauer, und die Brombeermarmelade schmeckt nach Fisch.

    Marion

  9. Er hat sein Versprechen doch gehalten!?!
    Ganz geschickt mit seinem Staatstrojaner mit dem Drachenlogo (andere nennen es mathematisch falsch Raute, die hat nämlich 4 gleichlange Seiten).
    Er hat sogar sein Gebiet vergrößert und niemand muss mehr über eine Mauer fliehen, wohin denn auch? Die neuen DDR 2.0 Bürger kaufen ihre Überwachungssysteme sogar selber, fotografieren für jedermann sichtbar Kritisches, stellen es ggf. sogar passend her und stellen es ins Internet.
    Selbst Die Einheitsparteie gibt es mit einem viel besseren demokratischen Tarnanstrich und Alternativen werden demnächst ganz neorechtsstaatlich und neodemokratisch überwacht.
    Gratuliere Honni

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