"Black Tom-Explosion"
30.07.1916: Deutsche Agenten jagen US-Munitionslager in die Luft


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Am 30. Juli 1916 sprengten deutsche Agenten das riesige Black Tom-Munitionslager in den USA in die Luft. Insgesamt detonierten 1.000 Tonnen Munition, die nach Großbritannien und Frankreich geliefert werden sollten.

Black Tom-Explosion 1916
Black Tom-Explosion 1916, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1916 kam es zur sogenannte Black Tom-Explosion, als deutsche Agenten ein Munitionslager in den USA in die Luft jagten. Zwei Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs war die Großregion New York ein wichtiger Knotenpunkt der amerikanischen Munitionsindustrie.

75 Prozent aller Munition und Waffen, die von den Vereinigten Staaten nach Europa verschifft wurden, kamen aus der Umgebung von Lower Manhattan. Black Tom, einst eine kleine Insel, war das wichtigste Versandzentrum der Vereinigten Staaten, von wo aus Munition und Schießpulver an die Alliierten in Europa geschickt wurde.



Auf Black Tom befand sich das wahrscheinlich umfangreichste Arsenal außerhalb des Kriegsgebiets. Die Vereinigten Staaten waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Ersten Weltkrieg eingetreten präsentierten sich offiziell neutral.

Doch hatten amerikanische Waffenhändler das Recht, ihre Produkte an die kämpfenden Nationen zu verkaufen. Die meisten Waffen gingen jedoch an die Alliierten – Großbritannien, Frankreich und Russland.

Black Tom-Explosion

Die erste der Black-Tom-Explosionen wurde um 2:08 Uhr durchgeführt. Eine weitere Sprengung folgte eine halbe Stunde später. Mindestens fünf Menschen wurden dabei getötet, darunter ein Baby in Jersey City, das aus seiner Krippe geschleudert wurde.

Der Sachschaden belief sich auf schätzungsweise 20 Millionen Dollar, was etwa 500 Millionen Dollar entspricht (Stand 2018). 1.000 Tonnen Munition detonierten, 13 riesige Lagerhäuser wurden zerstört und Brände schlugen auf zahlreiche Eisenbahnwaggons und Lastkähne über, die an den Docks befestigt waren.

An einer Stelle wurde ein riesiger Krater in die Erde geschlagen, als 87 mit Dynamit beladene Waggons der Reihe nach explodierten. Der Krater war so tief, dass er sich bis unterhalb des Meeresspiegels erstreckte. Wasser sickerte hinein, sodass ein riesiger See gefüllt mit Trümmern entstand.

Auch die Fackel der Freiheitsstatue wurde beschädigt und war für zehn Tage geschlossen. Bis heute ist der Fackelarm aufgrund der Beschädigungen durch die Explosion nicht mehr öffentlich zugänglich.

Ermittlungen

Nach den Explosionen verhafteten US-Sicherheitskräfte rasch Mitarbeiter der Eisenbahn-, Lager- und Schiffsgeschäfte, die vom Black Tom-Standort aus operierten. Die Ermittler konnten jedoch nicht feststellen, ob die Katastrophe auf Sicherheitsverletzungen durch einen dieser Beamten zurückzuführen war.

Die Angelegenheit sorgte für Uneinigkeit bei den Behörden. Es dauerte Jahre, bis einige hartnäckige amerikanische herausfanden, dass die Katastrophe von Deutschen geplant und ausgeführt wurde. US-Anwälte verklagten Deutschland in Den Haag und gewannen den Fall im Jahr 1939.

Die deutsche Regierung lehnte die Strafzahlung in Höhe von 50 Millionen Dollar ab. In den 1950er-Jahren gab es eine weitere Verhandlung und Deutschland bezahlte 95 Millionen Dollar in mehreren Tranchen. Die letzte Zahlung wurde im Jahr 1979 geleistet.

Quellenangaben anzeigen
history, smithsonianmag, cia

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