Israel: Beduinen sollen 500.000 Dollar für Abriss ihres Dorfes bezahlen


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Israel ließ ein Beduinendorf in der Wüste Negev 84 mal abreißen, die Dorfbewohner bauten es immer wieder neu auf. Nun hat erstmals ein israelisches Gericht entschieden, diese zur Kasse zu bitten: Eine halbe Million Dollar sollen die Vertriebenen für die Zerstörung ihrer Heimat bezahlen.

Ein junger Beduine schaut zu, wie ein Bulldozer sein Haus zerstört, al-Sa'wa, Wüste Negev, 23. Dezember 2014 (Foto: Yotam Ronen / Activestills.org)
Ein junger Beduine schaut zu, wie ein Bagger sein Haus zerstört, al-Sa’wa, Wüste Negev, 23. Dezember 2014 (Foto: Yotam Ronen / Activestills.org)

Nachdem ein israelisches Polizeikommando das Beduinendorf al-Araqib in der Wüste Negev evakuierte und dann dem Erdboden gleich machen ließ (Gegenfrage.com berichtete), entschied ein israelisches Gericht, dass die Bewohner die Kosten dafür selbst zu tragen haben.

Israel rechnete hoch: Das Dorf wurde bereits 84 mal abgerissen, wofür etwa 1000 Polizisten eingesetzt wurden. Die Kosten dafür belaufen sich demnach auf umgerechnet 500.000 Dollar. Das Dorf wird von Israels Regierung nicht anerkannt und ist somit automatisch zum Abriss freigegeben. Zwischen 90 und 120.000 arabisch-palästinensische Beduinen leben in solchen Siedlungen, immer wieder werden diese vertrieben und die Häuser zerstört. Es ist jedoch das erste mal, dass die Vertriebenen dafür zur Kasse gebeten werden.

„Wir haben Beweise, dass dieses Land ihnen gehört, es handelt sich um Privateigentum“, sagte Khaled Sawalhi, ein Anwalt al-Araqibs gegenüber Mondoweiss. Seit der Besetzung der palästinensischen Gebiete im Jahr 1967 hat Israel mehr als 27.000 Häuser zerstört.



Viele der Dörfer existierten bereits lange Zeit vor der Staatsgründung Israels.

6 Kommentare

  1. Das Unrecht, das Israel anderen Volksgruppen antut, wird das Grab für Israel. Es ist leider so, daß eine kleinere, faschistoide Minderheit dafür Verantwortung zeichnet, und die Mehrheit der Israelis, die das nicht befürworten, tragen die Konsequenzen mit.Sie sind genauso Gefangene ihrer größenwahnsinnigen Regierungen, die ihr „demokratisches Mandat“ auf übelste Weise mißbrauchen.Es werden durch die israelischen Regierungen überall Feindschaften aus dem Boden gestampft, die der Bevölkerung als eine Bedrohung für Israel verkauft werden, und damit ein Schulterschluß der demokratisch gesinnten Israeli mit einer auf einer elitären, größenwahnsinnigen Ideologie basierenden Politik erzwungen wird. Israel hat sich von anfang an selbst verraten. Seine Daseinsberechtigung definiert es mit einem Überlebenskampf, der ohne seine eigene verkorkste Politik nicht notwendig wäre, und von Israel durch eine sture, arrogante Haltung immer weiter vorangetrieben wird. Um seine Existenz zu rechtfertigen und Hilfe vom Ausland zu erzwingen. Israel hätte das Potential zu einem für die ganze Region vorteilhaften Engagement, hat es leider vorwiegend aus religiös rassistischen Motiven heraus verspielt. Auch zum Leidwesen vieler Israeli, die auch nur ihr Leben in Frieden führen wollen.

  2. Ja, Loup,
    man muss aber auch wissen wo dieses Verhalten, diese Arroganz herkommt. Da hilft ein Blick in die Bibel.
    Da steht doch klipp und klar, dass Gott nur ein Volk gesegnet hat und zwar das Volk Israel. Je nach Auslegung, z.B. in der Tora, ergibt sich daraus ganz klar, dass das Volk Israel vor 2500 Jahren, wie heute, das einzig auserwählte Volk ist.
    In England lehrt heute ein bedeutender Rabbiner, der sagte, dass die „Goim“, also alle Nichtjuden, von Gott nur deshalb geschaffen wurden, damit diese dem auserwählten Volk der Juden dienen sollen.
    Man kann darüber denken, wie man will; Unrecht hat der Mann nicht. Denn genauso ist es gekommen. Das 1 % Weltanteil der Juden ist fast überall in Führungsposition.
    Ich sage hier ausdrücklich nicht, dass ich das gut oder schlecht finde. Ich stelle nur fest, dass es so ist.

  3. @KUNO und alle die auch so denken:

    Wäre das nicht ein sehr seltsamer Gott der eine ganze Menschheit erschafft und dann nur ein einziges Volk als „Sein Volk“ auswählt ?

    So eine Art Schöpfer wäre wohl alles andere als ein Gott 😉

  4. @ denk nach
    „Wäre das nicht ein sehr seltsamer Gott der eine ganze Menschheit erschafft und dann nur ein einziges Volk als “Sein Volk” auswählt ?“

    Was soll ich denn damit anfangen?
    Ich bin weder für den Inhalt der Bibel verantwortlich, noch für den Inhalt des Koran, der noch viel schlimmer ist.
    Ich kann auch nichts für den Rabbiner in London; ich habe nur zitiert. Ich habe mich nicht damit gemein gemacht. Verstehst Du den Unterschied zwischen einer Nachricht und dem Überbringer der Nachricht?

  5. …das drama sind die mythen in den köpfen, wir sind die schöpfer aller zukunft, alle geschriebenen zoten gehören seit tausend jahren verboten…egal, wer es wann geschrieben hat…diese „einzigen“ singularen wahrheiten…veden,bibel,koran…usw.usf
    ja zum wissen der alten aber verschont mich mit vor jedem glauben…
    …wir wollens wissen,immer mehr…
    tt

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