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28.07.1978: Gold knackt die 200 Dollar-Marke


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Am 28. Juli 1978 überschritt der Preis für Gold erstmals die 200 Dollar-Marke. Dem voraus ging der Zusammenbruch des Bretton Woods-Systems und das Ende der Goldbindung des US-Dollars. Durch diesen Schritt hat der Dollar bis heute über 95 Prozent seines Wertes verloren.

Gold 200 Dollar
Gold 200 Dollar, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1978 überstieg Gold erstmals 200 Dollar-Marke je Unze. Der Dollar war nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods-Abkommens nicht mehr an den Goldwert gebunden und wertete von nun an massiv ab.

Dem war vorausgegangen, dass die USA sich durch die Kriegen gegen Korea und Vietnam hoch verschuldet hatten und aus diesem Grund zu viele Dollars druckten. Zwei Jahre nach dem Ende des Goldstandards wurden die Wechselkurse zum Dollar freigegeben.

US-Präsident Nixons Schritt war praktisch eine bis heute gültige Bankrotterklärung. Seither ist der Dollar eine beliebig vermehrbare Papierwährung. Natürlich wurde und wird diese Möglichkeit der Geldvermehrung großzügig genutzt, weshalb der Dollar immer weiter abwertet.

Dies lässt sich an der Verteuerung allerlei verschiedener Waren erkennen, sei es für Brot, Fleisch, Autos, Immobilien, Kinokarten, Obst und Gemüse oder eben – Gold. Von 1786 bis 1933 war der Dollar zwischen 19,39 und 20,39 Dollar je Unze festgeschrieben. 1934 wurde der Dollar um 80 Prozent abgewertet und auf 35 Dollar je Unze festgeschrieben, bis 1971.

Gold und das Ende von Bretton Woods

Nach dem Ende von Bretton Woods ging der Dollar auf Talfahrt: zunächst wurde der Dollar ein weiteres Mal abgewertet, Gold kostete nun 38 Dollar je Unze. Im Laufe des Jahres hatte sich der Goldpreis auf einen Höchststand von 72 Dollar mehr als verdoppelt, 1973 gingen viele Industriestaaten zum „System flexibler Währungskurse“ über, der Goldpreis stieg auf 127 Dollar.

1974 auf 197,50 und nach einer knapp vierjährigen Flaute überschritt der Goldpreis im Jahr 1978 die 200 Dollar-Marke. Bis 1980 vervierfachte sich der Goldpreis in der Spitze auf 850 Dollar, um danach wieder zu fallen und die kommenden 20 Jahre zwischen 250 und 500 Dollar je Unze zu schwanken.

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende ging die Hausse weiter bis 2011 bis auf knapp 2.000 Dollar je Unze, bis 2015 korrigierte der Goldpreis wieder. Die Staatsverschuldung kletterte seit dem Ende des Goldstandards in den USA von 50 auf bis heute über 100 Prozent, in Deutschland sogar von 18 auf über 80 Prozent und in Japan von 20 auf weit über 200 Prozent.

Dies hängt damit zusammen, dass die grundlegende geldpolitische Änderung das Finanzsystem erheblich destabilisierte, da Staaten von nun an ungehindert Schulden auftürmen konnten und diese Möglichkeit natürlich auch nutzten.

In Zeiten des Goldstandards wären etwa Bankenrettungen oder Kriege im heutigen Umfang sicherlich nicht möglich gewesen. Dies geschieht in diesen Tagen über Inflation, die Rechnung folgt früher oder später über höhere Preise im Supermarkt und an der Tankstelle.

Im Gegensatz zum Schuldgeldsystem hätten Milliardensummen für Bankenrettungen oder Kriege im Goldstandard umgehend an anderer Stelle abgezwackt werden müssen, die Banken wären dann pleite gegangen oder die Kriege beendet gewesen. Durch die Inflationierung hat der Dollar seit 1971 gegenüber Gold bis heute über 95 Prozent an Wert eingebüßt.

9 Kommentare

  1. Über das Gold hatten wir uns schon früher oft und auch viel unterhalten. Der @Helmut schreibt hier leider nicht mehr, er wird wohl seine privaten Probleme haben.

    Bei Gold muss man als Investor einerseits langfristig denken und andererseit blitzschnell aussteigen können.
    Es hieß in der Presse immer, Gold sei ein Schutz gegen Inflation. Dem ist nicht so, weil Gold keine Zinsen bringt.
    Wenn in einer stärkeren Inflation die Teuerungsrate bei jährlich 35 % liegt (und das ist noch eine Mini-Inflation), dann müssten die jährlichen Zinsen bei mindestens 45 % liegen. Das bedeutet, dass der Goldbarren Besitzer auf jährlich 45 % Zins verzichtet. Denn er bekommt nur Null Prozent und kann nur hoffen, dass der Goldpreis um mindestens 35 % steigt. Aber warum sollten die Leute Gold kaufen, wenn es keine Zinsen gibt?
    Da ist es besser, so mache ich es, Aktien der Goldminen zu kaufen. Die weltweit größte Mine ist Barrick Gold.
    Damit antizipiert man am Goldpreis und das noch gehebelt, weil sich der Aktienpreis an der Gewinnsituation orientiert und somit gehebelt zum Goldmarktpreis.

  2. @KUNO
    Private Probleme hat heututage fast jeder Bürger in der einen oder anderen Form. Das ist aber nicht der Grund warum Helmut nicht mehr hier kommentiert. Ich kann dir versichern, dass er reichlich und satt textreich auf anderen Websites kommentiert, Briefe an Parteien und Institutionen sendet und in privatem E-Mail Zirkel hochgradig aktiv ist.

    Zu Gold kan ich persönlich nur sagen:
    Ich habe mit Gold in wenigen Jahren satten steuerfreien Gewinn gemacht, natürlich nicht in Merkeltanien.

  3. @Kaiser Wilhelm

    Ich hatte noch vor etwas mehr als einem Jahr privaten Kontakt zu ihm per Mail. Er betreibt ja in Andalusien einen Campingplatz, vermietet Stellplätze auf einem ihm gehörenden Grundstück. Wobei es noch @helmut_1 gibt und ich die Beiden nicht auseinander halten kann.
    Wenigstens bist Du noch da.

  4. Stimmt, den kenne ich auch, hatte an diesen aber nicht gedacht.

    Kleiner Tipp am Rande: Olivenöl verliert seinen etwas gewöhnungsbedürftigen Geschmack dann, wenn du es in den Kühlschrank stellst. Für die Qualitätsauswahl gibt es die Testberichte der „Stiftung Warentest“.
    Wobei letzteres für dich an der Fischküste sicher wenig hilfreich ist.

  5. Olivenöl? habe ich mein Leben noch nicht verwendet. Mag ich nicht, und kenne den Herstellungsprozess seit meiner Lehrzeit.
    Auch die Fälle der hochgiftigen Panscherei etc.
    Einfach mal bei Google eingeben : Olivenöl Skandale

    Kalt gepresstes hochwertiges Olivenöl (falls es das noch gibt) wäre hier falls irgenwo käuflich unglaublich teuer, wie alle anderen Importwaren auch.

    Alle anderen Arten von Speise-Ölen nehme ich auch nicht zu
    mir. Unzählige weitere Nahrungsmittel, die angeblich so was von gesund sein sollen, auch nicht.
    Wie du nun darauf kommst mir einen Tipp zu Olivenöl zu geben ist mir ein absolutes Rätsel

  6. Macht nicht, vergiss es einfach. Ich hatte bei Dir nur gelesen, dass dir der Geschmack zuwider sei- und dagegen kann man ja etwas machen. Ich nehme jeden Abend vor dem zu Bett gehen einen Schluck Olivenöl (jetzt neuerdings Hanföl)
    um der möglicherweise aufsteigenden Magensäure weniger Angriffsfläche in der Speiseröhre zu geben.

  7. Ich hatte als Kind und als Jugendlicher dauernd Magenprobleme
    und Sodbrennen satt. Dann wurde die Ursache erkannt, nämlich gewisse Lebensmittel. Seitdem (damals 21 Jahre allt)
    war das Problem endgültig vorüber.

  8. Das nennt man Lebensmittel-Unverträglichkeit oder Allergie.
    Durch das Weglassen bestimmter Lebensmittel ist das schnell behoben. Bei mir ist der Schließmuskel („Sphinkter“) nicht mehr dicht und deshalb schwappt Magensäure in die Speiseröhre. Und deshalb muss die Magensäure reduziert werden. Operativ ist da nichts zu machen.

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