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23.05.1618: Dreißigjähriger Krieg beginnt


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Am 23. Mai 1618 begann der Dreißigjährige Krieg. Dabei handelte es sich um einen der verheerendsten Konflikte der Menschheitsgeschichte mit rund 8 Millionen Toten, 94 Prozent davon im Heiligen Römischen Reich.

Dreißigjähriger Krieg
Dreißigjähriger Krieg, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1618 begann der Dreißigjährige Krieg. Dabei handelte es sich um einen der längsten und verheerendsten bewaffneten Konflikte in der Menschheitsgeschichte, dem rund 8 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Die meisten Opfer gab es durch Gewalt, Hunger und Seuchen und waren überwiegend und unverhältnismäßig viele Einwohner des Heiligen Römischen Reichs (94 Prozent). Der Rest waren zumeist gefallene Soldaten fremder Armeen. Noch bis zu den Weltkriegen hinterließ dieser europäische Glaubenskrieg eine Stigmatisierung im deutschen kollektiven Gedächtnis.

Vorgeschichte

Zunächst handelte es sich um einen Krieg zwischen verschiedenen protestantischen und katholischen Staaten im zersplitterten Heiligen Römischen Reich. Der Konflikt, entwickelte sich jedoch allmählich zu einem allgemeinen Konflikt zwischen den meisten Großmächten.

Diese Staaten beschäftigten relativ große Söldnerarmeen und der Krieg wurde später weniger wegen Religionen geführt, sondern wurde zur Fortsetzung der Rivalität zwischen Frankreich und den Habsburgern in der europäischen politischen Vormachtstellung.

Der Krieg wurde durch die Wahl des neuen römisch-deutschen Kaisers Ferdinand II begünstigt, der versuchte den Völkern den Katholizismus aufzuerlegen. Die protestantischen Nordstaaten, verärgert über die Verletzung ihrer im Augsburger Religionsfrieden gewährten Wahlrechte, schlossen sich zur Protestantischen Union zusammen.

Ferdinand II war ein strenger Katholik und relativ intolerant im Vergleich zu seinem Vorgänger Rudolf II, der aus dem weitgehend protestantischen Prag regiert hatte. Ferdinands Politik galt als stark prokatholisch und antiprotestantisch.

Diese Ereignisse führten in ganz Nord- und Mitteleuropa zu weit verbreiteten Unruhen und veranlasste die protestantischen Böhmen, die in der damals relativ freien Herrschaft des habsburgischen Österreich lebten, sich gegen ihren Herrscher Ferdinand II aufzulehnen.

Prager Fenstersturz

Nach dem sogenannten Prager Fenstersturz, in dessen Zuge die Vertreter des Kaisers in Prag abgesetzt wurden, begannen die protestantischen Stände und die katholischen Habsburger, Verbündete für den Krieg zu rekrutieren.

Die protestantischen Böhmen verdrängten die Habsburger und wählten Friedrich V, Kurfürst von der Rheinpfalz, zum neuen König des Königreichs Böhmen. Die Südstaaten, hauptsächlich römisch-katholisch, waren verärgert. Angeführt von Bayern bildeten sie die Katholische Liga, um Friedrich mit Unterstützung des Kaisers zu vertreiben.

Das Kaiserreich zerschlug diesen als solchen bezeichneten Aufstand in der Schlacht am Weißen Berg. Protestanten in ganz Europa verurteilten einstimmig die Aktion des Kaisers. Nach den in Böhmen verübten Gräueltaten griff Sachsen ein beschloss zurückzuschlagen.

Schweden, zu dieser Zeit eine aufstrebende Militärmacht, intervenierte im Jahr 1630 unter König Gustav Adolf. Spanien, das die holländischen Rebellen in den Niederlanden und in der niederländischen Republik endgültig beseitigen wollte, intervenierte unter dem Vorwand, seinem dynastischen Habsburger-Verbündeten, Österreich, zu helfen.

Frankreich fühlte sich dadurch eingekreist und trat auf der Seite der Protestanten in die Koalition ein, um wiederum den Habsburgern entgegenzuwirken.

Ergebnis

Der Dreißigjährige Krieg verwüstete ganze Regionen, mit Hungersnöten und Krankheiten, die in den Bevölkerungen der deutschen und italienischen Staaten, der Krone von Böhmen und den südlichen Niederlanden zu hoher Sterblichkeit führten.

Sowohl Söldner als auch Soldaten in den Kampftruppen plünderten oder erpressten Schutzgeld, was zu schweren Krisen in der Bevölkerung führte. Ein trauriges Beispiel dafür ist die totale Zerstörung der damaligen norddeutschen Kulturmetropole Magdeburg im Jahr 1631. In den beteiligten Staaten begannen schwere Wirtschaftskrisen.

In der Niederländischen Republik hingegen begann nach dem Krieg und der damit einhergehenden Unabhängigkeit von Spanien eine Zeit von großem Wohlstand und Fortschritt, bekannt als das Goldene Zeitalter. Das Land entwickelte sich in der Folge zu einer der wichtigsten Wirtschafts- und Seemächte der Welt.

Der Dreißigjährige Krieg endete mit den Verträgen von Osnabrück und Münster, welche Teile des Westfälischen Friedens waren. Dies veränderte die bisherige politische Ordnung der europäischen Mächte grundlegend.

Der Aufstieg Frankreichs, die hohen Verluste der Habsburger und der Aufstieg Schwedens zur Großmacht bildeten ein neues Gleichgewicht der Mächte auf dem europäischen Kontinent. Frankreich ging gestärkt aus dem Krieg hervor und dominierte den Kontinent in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

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