Gold: Rekordjagd ohne Jäger?


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Die Experten der zahlreichen Boulevardblätter haben es derzeit nicht leicht, denn es finden Ereignisse statt, mit denen sie offensichtlich Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen. Dennoch: Es muss stets etwas zu den „steigenden Preisen“ gesagt und irgendein Banker oder Vermögensverwalter zitiert werden. So schreibt beispielsweise der Spiegel:

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Die Rekordjagd beim Gold nimmt immer extremere Ausmaße an (…)Die Welt erlebt den größten Goldrausch seit Jahren (…) Im bisherigen Jahresverlauf kletterte der Goldpreis sogar um rund 35 Prozent, nachdem er 2010 bereits um mehr als ein Viertel gestiegen war. (…) Die Erträge, die zu erwarten sind, stehen in keinem Verhältnis zum Preis, sagte Dieter Wermuth von der Vermögensverwaltung Wermuth Asset Management kürzlich.


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Ich habe ehrlich gesagt meine Zweifel – wie meistens, wenn ich den Spiegel lese. Denn von einem Goldrausch kann ich persönlich nichts erkennen. Am Edelmetallschalter meiner Bank werde ich zwar immerhin nicht mehr ausgelacht, wenn ich nach Silberzehnern frage. Doch kann ich die echten Goldanleger in meinem Bekanntenkreis auch heute noch an einer Hand abzählen. Frank Meyer stellte dazu fest: Wer Gold besitzt, wird wahrscheinlich freundlich über das Metall berichten. Wer aber die Chance verpasst hat, wird viele Gründe finden, warum der Rest verrückt geworden ist. Erst wenn die Masse der Leute Gold besitzt, steigt die Stimmung wie auf einer Party mit zuviel Punsch.

Genau so ist es! Ich berichte an dieser Stelle freundlich, dass Gold hart, unverändert und langweilig ist. Genau aus diesem Grunde kaufte ich im Jahr 2006 meine erste Philharmoniker-Unze, und es sollte nicht die letzte gewesen sein. Ein chinesischer Fluch lautet wie folgt: „Mögest du in spannenden Zeiten leben“. In spannenden Zeiten leben wir nun (auch die Chinesen), und in spannenden Zeiten legt man seine Euros besser nicht in spannende Assetklassen an, sondern sucht sich einen langweiligen Sachwert wie z.B. Gold, der sich im Wert niemals ändert, und wartet ab, bis die Herren Banker und Herren Politiker ihre Muskelspielchen beendet haben.

Moment „der sich im Wert niemals ändert“? Ja, lieber Leser, bis auf kurzfristige, meist politisch bedingte Ausfallschritte bleibt der Wert seit Jahrhunderten stabil. Daran konnten selbst Stalin, Hitler, Churchill, Roosevelt und wie diese ganzen Massenmörder unter der Fuchtel noch heute existierender Großbanken auch hießen, nichts ändern. Gold ist einfach stärker als jede Bank und langatmiger als jeder Politiker, woran auch unsere heutige Demokratur nichts ändern wird. Dass wir in den Boulevardzeitungen ständig von „steigenden Preisen“ lesen, ist eigentlich eine gute Sache. Denn das zeigt, dass diese Mainstream-Schreiberlinge nichts vom Geldsystem verstehen und diese und deren Leser uns nicht das bisschen Gold wegkaufen, das in physischer Form existiert.


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Der vom Spiegel festgestellte „Hype“ ist inflationsbedingt. Wobei mit Inflation nicht die Preissteigerung selbst, sondern der Anstieg der Euro-, Dollar-, Franken- oder wasauchimmer-Menge gemeint ist. Denn druckt eine Zentralbank Geld und weitet somit die Geldmenge aus, dann wird der Wert der Währung fallen, wie John Maynard Keynes bereits im Jahre 1923 treffend analysierte. Inflare = aufblasen. Hier sitzt also die Blase, nicht beim Gold. Das lässt sich dadurch belegen, dass Preise für andere Realwerte wie Weizen, Mais, Sojabohnen oder Mastrind ebenfalls in ähnlichem Maße steigen. Der Wirtschaftsblog Querschüsse hatte das kürzlich sehr schön zusammengefasst. Das einzige was sich somit wirklich ändert, ist die Währung. Von Kriegen oder Katastrophen abgesehen. Ob Gold nun „billig“ oder „teuer“ ist, ein paar Gramm davon werden mir immer einen vollen Einkaufswagen im Supermarkt ermöglichen. Punkt.
Zahlen & Fakten

1. Auf der nebenstehenden Grafik sieht man die Entwicklung der weltweiten Portfolios in den letzten 90 Jahren. Während die Depots weltweit zwischen 1921 bis 1981 noch 20 bis 30 Prozent in irgendeiner Form Gold, Zertifikate oder Goldminen-Aktien beinhalteten, waren es im Jahr 2009 noch rund 0,8 Prozent.

2. Im Juni 2010 schrieb David Rosenberg, Chefanalyst von Gluskin&Sheff folgende Zeilen: “The bottom line is that gold makes up a mere 0.05% share of global household net worth (see page 22 of the FT) and so small incremental allocations into bullion or gold-type investments can exert a dramatic impact.” (Quelle, kostenlose Registrierung notwendig). Laut Rosenberg bzw. der Financial Times wird also sogar nur ein Zweitausendstel des weltweiten Reinvermögens in Gold angelegt.


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3. Laut einer Analyse der Credit Suisse machte das Volumen aller Gold-ETF Ende April letzten Jahres 0,7% des gesamten weltweiten Fondsvermögens aus.

4. Einer Grafik der Großbank J.P.Morgan zufolge schrumpften die Goldanteile in den weltweiten Vermögen seit dem Jahre 1982 von 17 Prozent auf 4 Prozent. Wohlgemerkt ohne Berücksichtigung von Geldvermögen, Immobilien und aller sonstigen nicht börsennotierter Vermögenswerte. Nur Aktien und Anleihen.

5. Die Förderkosten für eine Unze Gold lagen bei einem der größten Goldförderer Südafrikas “Gold Fields” im November 2010 bei genau 1007 US-Dollar. Somit ergab sich zu diesem Zeitpunkt eine Nettomarge von 18 Prozent, was ungefähr der von Fielmann oder oder H&M entspricht.


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6. Ungefähr 96% allen gehandelten Goldes wird nur auf dem Papier gekauft und verkauft.

Abschließend noch ein interessanter Chart, in welchem die US-Staatsverschuldung über den „Goldpreis“ gelegt wird:


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8 Comments

  1. Ich habe Jahre gebraucht, um auf Umwegen zum Kern vorzustoßen: GOLD und SILBER. Daher gehe ich nachsichtig mit anderen um.

    Inflation, Zinseszins und überbordende Bürokratien sind schleichende Prozesse in einem schuldenbasierten Geldsystem, das kaum durch Arbeitskraft, geistige und materielle Güter getragen ist.

  2. der chart ist nichts wert.
    links hatt sich gold fast verzehnfacht und die staatsschulden rechts nur verdreifacht.
    also was soll das. ist ja wie bei meinstream

  3. @hanz
    es geht um den Kurvenverlauf und nicht um die Zahlen !

    Ich jedenfalls, finde die Kurve schon ausagekräftig.

    Was hat Ron Paul im Juli unseren Helli Ben noch gefragt ?
    Paul : Is Gold Money ?
    Ben Shalom : I don’t think so !

  4. Klasse Beitrag,wie ich finde.
    GOLDPREISENTWICKLUNG: Beweisstück Nr. XXL im Weltprozess

    GEGEN

    Die Menschenhasser,Massenmörder und Teufelsanbeter
    des weltweiten Finanzkartells
    sowie
    sämtliche
    Helfer
    und
    Helfershelfer

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