Zweite Große Depression: Stand zum Ende 2012


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Auch im Jahr 2012 findet die globale Wirtschaftskrise noch immer kein Ende. Zwar gibt es immer mehr Geld auf dieser Welt, doch landet dieses nicht bei den Bürgern oder den Ärmsten der Armen, sondern bei sog. Geldhäusern, Finanziers und Industriekartellen.

Saugen die gesamte Welt aus:
Internationale Großbanken

Während man Hunderte Milliarden Euro, Dollar, Pfund und Yen in nutzlose Pleitebanken steckt, sterben weltweit täglich zwischen 22’000 und 27’000 Kinder jeden Tag an Hunger, Unterernährung und Krankheiten wie Durchfall, die für ein paar Cent geheilt werden könnten. In der Summe sind das fast 10 Millionen Kinder pro Jahr – die schlimmsten Völkermorde der Geschichte können da bei weitem nicht mithalten. Insgesamt leben auf der Welt 2,2 Milliarden Kinder, 1 Milliarde davon in bitterer Armut.

Und bei diesen Zahlen handelt es sich nur um Kinder. Insgesamt sterben 40’000 – 50’000 Menschen pro Tag, bzw. 18 Millionen pro Jahr an den unnatürlichen Folgen ihrer Armut. Drei Milliarden Menschen leben von weniger als 2,50 Dollar pro Tag, eine Milliarde Menschen von weniger als 1 Dollar. 80% aller Menschen – nominal 5,6 Milliarden – auf dieser Welt leben von weniger als 10 Dollar pro Tag.

1,1 Milliarden Menschen, darunter 400 Millionen Kinder, haben weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Ein Drittel aller Kinder auf dieser Welt – nominal 640 Millionen – hat keine angemessene Unterkunft. Ein Siebtel aller Kinder (270 Millionen) erhält keine medizinische Versorgung.



Die globale Jugendarbeitslosenquote (15 – 24jährige) beträgt weltweit 12,7%. In Spanien und Griechenland sind es bereits über 50% aller Jugendlichen, die keine Beschäftigung haben. Der erwerbstätige Teil der Bevölkerung ist laut der International Labor Organization (ILO) der Vereinten Nationen global von 61,2% im Jahr 2007 auf 60,2% in 2010 zurückgegangen. Dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Rückgang, sondern stellt die größte Schrumpfung seit Beginn der Erfassung der Daten im Jahr 1991 dar (s. Originalbericht (PDF), S. 11).

Zum Vergleich: Allein zwischen den Jahren 2008 und 2011 haben allein die Länder der EU den europäischen Bankensektor mit einer unvorstellbaren Summe von 1,6 Billionen Euro gestützt. Pro Jahr also über 500 Milliarden Euro bzw. 700 Milliarden Dollar, was der gesamten Weltbevölkerung zu einem erheblich höheren Lebensstandard hätte verhelfen und Hunderttausende Leben hätte retten können. Doch sieht die Realität leider ganz anders aus:

  • Im Jahr 1950 betrug das Einkommen einer durchschnittlichen Führungskraft ca. das 30-fache von dem des Durchschnittsarbeitnehmers. Heute ist dieses Verhältnis auf das 300 bis 500-fache explodiert.
  • Zwei Drittel des gesamten Einkommens in den Vereinigten Staaten ging zwischen den Jahren 2002 und 2007 an das reichste 1% der Bürger.
  • In den USA besitzen Banken heute erstmals in der Geschichte mehr Wohnimmobilien als alle Privatpersonen zusammen
  • Die internationalen Großbanken JPMorgan Chase & Co. (JPM), Bank of America Corp. (BAC), Citigroup Inc. (C), Wells Fargo & Co. (WFC) und die Goldman Sachs Group Inc. (GS) sind heute insgesamt 30% größer als vor der Krise.
  • Trotz billionenschweren Rettungen auf Kosten der Steuerzahler verdienen Top-Banker heute weit mehr als vor der Krise, mehrere Millionen Euro pro Jahr sind dabei die Regel.

Wann die Weltwirtschaftskrise genau begonnen hat, ist ziemlich schwer zu definieren. Die meisten Experten sehen den Zusammenbruch der US-Bank Lehman Bros. als Beginn, andere warnen schon seit der Dotcom-Bubble im Jahr 2000, wieder andere betrachten den Dollar als Weltwährung bereits seit Aufgabe des Goldstandards im Jahr 1971 als gescheitert und die USA als de facto bankrott. Eines ist jedoch klar: Auch im Jahr 2012 ist die Krise alles andere als beendet und wir bezahlen Billionen Euro an Steuern, die wir besser ins Klo stopfen würden, als es unfreiwillig diesen Bankern zu schenken.

Ob wir noch einen Crash mit anschließender Depression wie in den Jahren nach 1929 erleben werden? Werden die internationalen Banken erneut einen Weltkrieg lostreten, um sich zu sanieren? Oder kommt stattdessen die Orwell’sche Weltregierung? Wird überhaupt nichts passieren und schon bald wieder Normalität einkehren? Warten wir ab, was uns das Jahr 2013 bringt. Bis dahin wünscht Gegenfrage.com allen treuen Lesern schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.