Syrien: 700 Soldaten und Polizisten von Terroristen getötet


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Die syrische Regierung hat bekannt gegeben, dass bewaffnete Banden bisher insgesamt 700 Sicherheits- und Polizeikräfte während der Unruhen im Land getötet haben. „Nach unseren Informationen sind 700 Polizisten und Soldaten und weitere 700 auf Seite der Aufständischen getötet worden“, wie die Regierungssprecherin Bouthaina Shaaban am Montag Reportern mitteilte, nachdem sie ein Gespräch mit Michail Margelow geführt hatte, dem Chef des russischen Föderationsrat für internationale Angelegenheiten in Moskau. Shaaban hatte darauf hingewiesen, dass die Unruhen in ihrem Land den aktuellen arabisch-israelischen Problemen ähnlich seien. „Was derzeit in Syrien geschieht, kann nicht von anderen Geschehnissen in der Region getrennt werden“, wie sie von der Nachrichtenagentur Syrian Arab News Agency zitiert wird.

Indes zeigte sich Margelow entschlossen, dass Moskau eine Wiederholung des libyschen Szenarios in Syrien verhindern wolle. Zudem schlug er vor, dass eine Delegation aus Russland nach Syrien geschickt werde, um die Gegebenheiten in dem von Unruhen erschütterten Land im Nahen Osten zu untersuchen. Die USA erhöhen derweil den Druck auf Syrien: Washington hat am Dienstag das Vermögen von Assad-Vertrauten eingefroren, unter anderem von Syriens Außenminister Walid al Mualem, der Regierungssprecherin Bouthaina Shaaban und des syrischen Botschafters im Libanon, Ali Abdul Karim Ali.

In Syrien finden seit Mitte März heftige Proteste gegen die Regierung statt, wodurch hunderte Menschen getötet wurden. Die syrische Regierung behauptet, dass im Land bewaffnete Gruppen am Werk seien, die vom Ausland beeinflusst würden. Ein hochrangiger Grenzbeamter an der irakischen Grenze zu Syrien behauptete, dass bewaffnete Terroristen aus dem Irak nach Syrien einreisen, um sich an Operationen gegen die syrischen Sicherheitskräfte zu beteiligen. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti hat berichtet, dass irakische Grenztruppen dutzende Terroristen in den vergangenen zwei Monaten verhaftet haben. Der Beamte fügte hinzu, dass drei Busse und ein Lastwagen voll mit Waffen beschlagnahmt worden seien.

Wie der Militärgeheimdienst Debka aus Jerusalem berichtet, werden Panzer- und Flugabwehr-Raketen, Mörsergranaten und auch schwere Maschinengewehre angeblich in die wichtigsten syrischen Städte geschickt, um die Unruhen weiter anzuheizen. Zahlreiche Beobachter sind der Meinung, dass die North Atlantic Treaty Organization (NATO) und die Türkei den Boden für eine militärische Intervention in Syrien bereiten, insbesondere durch die Bereitstellung von Waffen, die an kriminelle syrische Vereinigungen geliefert werden.

Zahlen & Fakten

  1. Das syrische Heer hat eine Streitkraft von 350’000 Mann
  2. Die Flugabwehr-Truppe innerhalb der Armee ist mit 60’000 Mann ungewöhnlich groß und verfügt neben rund 4’000 Geschützen über die vergleichsweise fortschrittlichen Raketen SA-5 Gammon, SA-6 Gainful, SA-7 Grail, SA-15 Gauntlet
  3. Syrien wird beschuldigt heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Am 6. September 2007 zerstörten israelische Kampfflugzeuge die im Osten des Landes gelegene Militäranlage El Kibar
  4. Die US-Regierung bezichtigt Syrien einer Kooperation mit Nordkorea, was von syrischer Seite aber bestritten wird
  5. Bis in die 1990er-Jahre unterstützte Syrien die kurdische Terrororganisation PKK im türkischen Süd-Ost Anatolien, wies jedoch nach einer türkischen Kriegsdrohung 1997 den PKK-Führer Abdullah Öcalan aus
  6. Syrien verfügt über ein Arsenal von Boden-Boden-Raketen, die in der Lage sind, den Großteil der bewohnten Gebiete Israels zu erreichen
  7. Seit Beginn der Proteste sind nach Angaben Oppositioneller bis Mitte Juli mindestens 2’000 Menschen getötet worden, mehr als 15’000 festgenommen worden und 15’000 Menschen ins Ausland geflohen
  8. Am 5. August hat das US-Außenministerium alle US-Bürger aufgerufen Syrien zu verlassen

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