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27.11.1978: Gründung der kurdischen Arbeiterpartei PKK


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Am 27. November 1978 wurde die kurdische Arbeiterpartei PKK gegründet. Diese kämpft seither für die Errichtung eines unabhängigen Kurdistans auf dem Gebiet der Türkei und des Irak.

PKK Gründung
PKK Gründung, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1978 wurde die Kurdische Arbeiterpartei oder PKK (Kurdisch: Partiya Karkerên Kurdistanê) gegründet. Dabei handelt es sich um eine Organisation mit Sitz in der Türkei und im Irak.

Seit 1984 ist die PKK in einen bewaffneten Konflikt mit dem türkischen Staat verwickelt. Die Partei hat das Ziel, einen unabhängigen kurdischen Staat zu errichten und kurdische Autonomie in der Türkei zu erreichen.

Gründer der Organisation war Abdullah Öcalan, der eine Gruppe Studenten im Dorf Fis (in der Nähe von Lice) anführte. Die PKK-Ideologie war zunächst eine Verschmelzung von revolutionärem Sozialismus und kurdischem Nationalismus und strebte die Gründung eines unabhängigen, sozialistischen Staates in der Region an, der als Kurdistan bezeichnet werden sollte.

Der wichtigste Grund war aus Sicht der PKK die Unterdrückung der Kurden in der Türkei. Bis dahin war der Gebrauch von kurdischer Sprache, Kleidung, Folklore und Namen in kurdisch bewohnten Gebieten verboten. Die Worte „Kurden“, „Kurdistan oder „Kurdisch“ waren offiziell auf höchste Anordnung der türkischen Regierung verboten.

Nach dem Militärputsch von 1980 wurde auch die kurdische Sprache im öffentlichen und privaten Leben verboten. Viele Menschen, die auf Kurdisch sprachen, publizierten oder sangen wurden festgenommen und ins Gefängnis geworfen.

Die PKK wurde dann aufgrund einer wachsenden Unzufriedenheit über die Unterdrückung der ethnischen Kurden der Türkei gegründet, um sprachliche, kulturelle und politische Rechte für die ethnische kurdische Minderheit der Türkei zu etablieren.

Bewaffneter Konflikt mit der Türkei

Seit der Gründung der PKK ist sie in bewaffnete Auseinandersetzungen mit türkischen Sicherheitskräften verwickelt. Am 15. August 1984 kündigte die PKK einen kurdischen Aufstand an. Seit Beginn des Konflikts sind mehr als 40.000 Menschen gestorben, von denen die meisten türkisch-kurdische Zivilisten waren.

Seit der Festnahme des PKK-Führers Öcalan im Jahr 1999 änderte er seine marxistisch-leninistische Ideologie zu einem demokratischen Konföderalismus und fordert eine vollständige Unabhängigkeit der Kurden.

Im Mai 2007 gründeten ehemalige PKK-Mitglieder die Gewerkschaft der Kurdischen Gemeinschaften (KCK), eine Dachorganisation von Kurden aus der Türkei, dem Iran, dem Irak und Syrien. Im Jahr 2013 erklärte die PKK ein Waffenstillstandsabkommen und begann als Teil des Lösungsprozesses zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Minderheit mit dem langsamen Rückzug ihrer Kämpfer in die Region Kurdistan.

Im Juli 2015 gab die PKK bekannt, dass der Waffenstillstand beendet sei. Ankara habe seine Versprechen bezüglich der Kurdenfrage nicht eingehalten. Im August 2015 gab die PKK bekannt, dass sie einen weiteren Waffenstillstand mit der Türkei nur unter den Garantien der Vereinten Nationen oder der USA akzeptieren würde.

Die PKK wird von mehreren Staaten und Organisationen, darunter der NATO und der Europäischen Union, als terroristische Organisation geführt. Die Vereinten Nationen und Länder wie die Schweiz, China, Indien, Russland und Ägypten hingegen stufen die PKK nicht als terroristisch ein.

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