Italien im Panikmodus: Beginnen jetzt die Bank Runs?


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Italiens Banken rutschen immer tiefer in die Krise: Sie sitzen auf 360 Milliarden Euro fauler Kredite, Aktienkurse rauschen in den Keller, die Regierung fürchtet Bank Runs. Viele Geldautomaten sind bereits leer. Demnächst dürften wieder die Milliarden fließen.

italien bank run
Wie lange gibt es den Euro noch? Bild: Eigene Fotografie

Der Wirtschaftsexperte Martin Armstrong hat gestern gemeldet, dass in vielen italienischen Banken kein Bargeld mehr aus den Geldautomaten kommt. Dies könnte ein Zeichen für einen beginnenden Bank Run in dem krisengeschüttelten Land sein. Die Regierung stellt sich ebenfalls darauf ein, dass die Sparer das Vertrauen in die bankrotten Institute verlieren.

Laut Italiens Zentralbank Banca d‘Italia sind 14 Prozent aller ausgegebenen Kredite im Land faul, insgesamt handelt es sich inzwischen um eine Summe in Höhe von 209 Milliarden Euro. Nach strengeren Kriterien sind es sogar 360 Milliarden Euro, die praktisch abgeschrieben werden können. Doch eine Bank steckt besonders stark in der Krise: Die Monte dei Paschi di Siena (MPS), Italiens drittgrößte Bank.

Das Institut sitzt auf einem Scherbenhaufen in Höhe von 24 Milliarden Euro, was 41 Prozent aller ausgegebenen Kredite entspricht, die einen längeren Zeitraum nicht mehr bedient wurden. Seit Ende Juni haben italienische Bankaktien durchschnittlich eine Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Die Banca d‘Italia fürchtet nun, dass die Sparer das Vertrauen in die Banken verlieren könnten und Italiens Regierung unter Matteo Renzi will die maroden Banken nun mit Steuergeldern füttern. Dafür hat er bei der EU zunächst 40 Milliarden Soforthilfe beantragt und begründet dies mit der italienischen Verfassung, laut der das Geld der Sparer geschützt werden müsse. Laut Bankenregeln der EU jedoch müssen zuerst die Aktionäre der Banken gerade stehen, danach die Besitzer großer Guthaben und am Ende die Steuerzahler.

Weitere 150 Milliarden werden Italien von der EZB bereitgestellt. Italien selbst steht bei Großbanken ebenfalls mit 550 Milliarden Euro in der Kreide, mit mehr als ein Sechstel davon bei deutschen Banken. Die Staatsschulden belaufen sich auf 135 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Quellen: Rapid City Journal, Your News Wire, Armstrongeconomics, Bloomberg

18 Kommentare

  1. irgendwann kehrt alles (Schein)Geld zu seinem inneren Wert zurück, nämlich dann, wenn das Vertrauen – und darauf beruht das (Schein)Geldsystem – nahe NULL ist. dann oszillieren Vertrauen und (innerer) Wert des (Schein)Geldes umeinander

  2. Natürlich können und sollen die Steuerzahler in der Zukunft nicht mehr die Banken retten.
    Nur- die Großaktionäre haben ihr Kapital noch nicht vollständig aus den Banken abziehen können.
    Das ganze Gerede darüber, wie denn nun die Banken in Italien nun gerettet werden können, soll den Großinvestoren nur Zeit verschaffen und sie werden diese dankbar nutzen.
    Noch ein paar Tage oder ein paar Wochen, dann wird der Sack zu gemacht.
    Und ratet mal, wer dann in dem Sack ist und die Zeche zahlen wird/muss?
    Natürlich kann es Unruhen und Aufstände in Italien geben, aber dafür gibt es ja schließlich die Gesetze zum Lissabonvertrag von 2009, mit der Lizenz zum töten.
    Und töten muss noch nicht einmal ein Italienischer Soldat oder Polizist, denn dafür gibt es ja die Europäische Eingreiftruppe.
    Und wie praktisch, sie ist schon seit vielen Jahren im norditalienischen Vicenza stationiert.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  3. Ein schöner Satz–Vergleich, bald ist der Sack zu. Die Reichen haben sich abgeseilt, der kleine Dumme, der normale Bürger zahlt die Zeche. Da kann man nur noch raten: „Rette sich wer kann.“ Die letzten beißen die Hunde. Aber, wer immer noch träumt, wer immer noch nicht begreift, wie ernst die Lage ist, dem ist nicht zu helfen. Augeklärt wir mehr als genug. Keiner kann sagen, das konnte man doch nicht ahnen.

  4. Auch in Italien sind es die verbrecherischen Politiker, die ihren Freunden, den Bankern, aus der Patsche helfen mit Steuergeldern.
    Ich warte sehnsüchtig auf den ersten Staat der die Bankvorstände und Aufsichtsräte hinter Schloss und Riegel bringt, um ihnen das Zocken an den internationalen Märkten abzugewöhnen.

    In der Zelle können sie dann Monopoly spielen.

    Wie immer, hat Georg Schramm auch diese Zusammenhänge auf den Punkt gebracht. Die holländische Regierung hatte vor langer Zeit eine praktikabele Lösung :
    http://www.youtube.com/watch?v=urvK7_OCpjQ

    MfG grillbert aus Hamburg.

  5. Also wir wissen das sich seid 2008 nichts an der Situation innerhalb des Wirtschafts- und Finanzsektors geändert hat. 2008 hätte das Spiel schon längst vorbei sein sollen. Aber die Banken und die Börse wollten weiter machen und da wurden alle Instrumente die Staaten und Zentralbanken zur Verfügung hatten rausgeholt um in die Verlängerung zu gegen. Nun sind wir schon beim Elfmeterschießen und der Schiedsrichter hat die Pfeife zum Abpfiff schon im Mund. Wenn wir einen Blick in unsere Zukunft werfen wollen schauen wir doch mal nach Griechenland. Das wird aber nur sehr kurz andauern. Dann werden sehr schnell Zustände wie jetzt in Venezuela oder Brasilien herrschen. Also schaut euch schon mal an was in Venezuela knapp und geht hier in die Bevorratung. Ein Bespiel ist Toilettenpapier. Das wird auch über einen längeren Zeitraum nicht schlecht sonst bleiben euch dann nur die harten und wertlosen Euroschein zum abwischen.

  6. Der Hauptgläubiger der Italienischen Banken ist die Deutsche Bank.
    Der Aktienwert der Deutschen Bank beträgt ca. 17 Milliarden Euro.
    Die DB hält der Zeit Derivate in Höhe von 75 Billionen Euro.
    Das ist das 4 bis 5 fache des BiP der gesamten EU.
    Alles wird gut nicht wahr. Und hast du schon gehört das der Weihnachtsmann den Osterhasen heiraten will. Ist das nicht super.

  7. Es gibt (weltweit) keine Branche die ihr Geld dermaßen leicht verdient wie das Bankensystem !
    Wahrscheinlich ist gerade dieser Umstand dafür verantwortlich, dass so leichtfertig und verantwortungslos mit dem Geld umgegangen wird. Da bisher die bankrotten Banken anstandslos mit Steuergeldern gestützt werden, gibt es keinen Grund diesen Pfad der Verderbnis zu verlassen.
    In der Zeitgeschichte gab es nur einmal eine gegenläufige Reaktion. Vor Jahrhunderten gab es in China eine geplatzte Blase und dort hat die Regierung konsequent gehandelt und sämtliche verantwortlichen Bänker köpfen lassen.
    Das würde ich mir heute auch noch einmal wünschen !

    Hier ein Aufriss unseres Bankensystems von Prof. Franz Hörmann, Wien : (Fiat Money)
    http://www.youtube.com/watch?v=vDyYe4iss4A

    MfG grillbert aus Hamburg.

  8. Soviel ich weiß wird vom „Steuerzahler“ überhaupt nichts bezahlt.
    Die Bundesrepublik (ohne Gemeinden und Unternehmen) hat über zwei Billionen Euro an Schulden.
    Da kann kein Finanzminister sich am Steuerzahler Geld bedienen.
    Das geht leider nicht mit nicht vorhandenem Geld.
    Deshalb muss dieses Geld „gedruckt“, d.h. am Computer als Zahl dargestellt werden. Sofern dieses Geld ordentlich als Bundesschuld verbucht wird, erhöht dieses die gesamte Schuldenlast.
    Und dieses führt früher oder später zur Währungsreform mit Schuldenschnitt. Und das trifft in erster Linie die Sparer, Versicherungspolicen- Besitzer etc. Sachwerte, wie Aktien werden sich kaum ganz entziehen können. Insgesamt wird um eine allgemeine Verarmung der Geldbesitzer kein Weg vorbei führen.
    Wer nichts hat, dem kann man auch nichts wegnehmen.
    In der Endphase dürften kaum noch Steuern bezahlt werden, deshalb würde ich Begriff des Steuerzahlers hier vorerst rausnehmen. Natürlich sind Geldbesitzer auch Steuerzahler. Doch wird es, wie das schon bei der Währungsreform der DDR 1990 war, eine Art politischen Entwertungskurs geben.
    Die Dummen werden immer wieder, genau wie 1927 (Rentenmark) und 1948 (Reichsmark) immer Diesselben sein.
    Wer wenig hat, deutlich unter 50.000 Euro kann sich entspannt zurücklehnen. Es wird ihn nur in überschaubarem Rahmen treffen.
    Alle anderen mögen in die Schweiz auswandern. Immobilien schützen, wie wir das 1948 bereits gesehen haben, nicht vor einer drastischen Erhöhung der Grundsteuern. Das Merkelregime wird sich schon etwas einfallen lassen.

  9. Der naechste Raubzug der INternationalen Banker steht also an?
    1918 Deutschland mit Versaille
    1945 Deutschland
    1989 Deutschland DDR war 600 Mrd DM wert, endete dank Truehand mit 700 Mrd DM Schulden alles zusammen bis heute Billionen!
    2008 bis heute Bankenrettungen ESM etc… Billionen!
    Die Katze laesst das Naschen nicht und wir? Schlafen weiter! Gute Nacht Welt….

  10. rene

    Habe mal gelesen das sich die Raubzüge der letzten 100 Jahre in Deutschland auf 15-18 Billionen Euro summieren.

  11. @ Grillbert

    Nicht besser, nur ausführlicher. In Foren ist die Anzahl der Wörter immer begrenzt. Ich kann hier keine seitenlangen Erläuterungen abgeben, zumal die Grundlagen hier teilweise bekannt sein sollten
    (Falschgeldsystem nach Ludwig von Mises).
    Man muss die Dinge auf den Punkt bringen. In der Kürze liegt die Würze. Genau das hatte ich getan. Sachliche Einwände?

  12. Wenn ich mir das so ansehe, gibt es nur eine halbwegs wirksame Geldanlage: Grundstücke. Klar kann man da bei einem Putsch enteignet werden, – aber wenn sich das Ganze wieder einrenkt, gibts Rückgaben und Wiedergutmachungen. So wars jedenfalls in den osteuropäischen Ländern, – die Einzigen, die das Spiel nicht mitgemacht haben, waren die Tschechen. Die geben bis heute den Sudetendeutschen den gestohlenen Grund und Boden nicht zurück.

    Sich im Gold zu vertiefen, ist natürlich auch eine Lösung, aber dann muss man in den schlechten Zeiten mit der Puffe unterm Kopfpolster schlafen.

  13. Ich habe von einem langjährigen italienischen Geschäftspartner den Auftrag bekommen, ihm mehrere Masterpacks der wahren neuen deutschen „500er“ (10 Rollen 25*20 Euro Sterlingsilber-Gedenkmünzen) als Barreserve zu organisieren.

  14. @ helmut-1

    Die Idee mit dem Gold unter dem Kopfkissen ist so alt, dass diese sogar den Steuerbehörden bekannt ist.
    Nein, zur Stunde Null gibt es kein Entrinnen. Das habe ich in anderen, rein ökonomischen Foren rauf und runter dekliniert.

    Was glaubst Du wohl, wann die Regierungen weltweit das „Schlupfloch Gold“ verschliessen werden?
    Am Ende, in der Mitte oder am Anfang der Währungsreform?
    Dieses Fluchtfenster muss zuerst geschlossen werden und das geschieht durch den einfachen administrativen Akt des An- und Verkaufsverbotes für Privatpersonen bezüglich des Goldes.
    Wenn Gold nicht mehr in der EU und der Schweiz verkauft werden kann, dann hat es keinen Wert mehr.
    Er kann gern versuchen, sein Gold via Flugzeug in Richtung Indien zu verbringen. An europäischen Nacktscannern führt aber kein Weg vorbei.
    Überlege er mal sich folgenden einfachen Zusammenhang: warum ist der Goldpreis derzeit so niedrig? Antwort: weil die Notenbanken durch Verkäufe (nicht existenten Goldes!) am Derivatemarkt den Goldpreis niedrig halten. Und diese Manipulationen laufen schon seit Jahren und haben bisher Unsummen an Geld gekostet!
    Und das soll alles für die Katz gewesen sein?
    Eigentlich könnten Russland, USA, Kanada und Australien als größte Goldproduzenten den Goldpreis frei laufen lassen.
    Alle diese Staaten könnten in Saus und Braus leben, eben weil diese Gold haben und alle anderen Staaten müssten dieses Gold kaufen. Genau wie beim Öl. Wer keins hat, muss Öl kaufen.
    Staaten wie Deutschland, Japan, China müssten für diese Staaten arbeiten, nur um Gold kaufen zu können. Oder arbeitet in den reichen Ölstaaten jemand, ausser den dummen Gastarbeitern?
    Und warum müssten diese Staaten überhaupt Gold kaufen?
    Weil es sonst in einer Inflationswährung keine Wertaufbewahrung gibt. Panzer, Flugzeuge, Fabriken, alles unterliegt der Abschreibung (Afa), also dem steten Wertverlust.
    Grundstücke sind eine gute Idee, aber den Finanzämtern, die bei jedem notariellen Kauf immer zuerst vom Notar die Kopie des Kaufs erhalten, nicht unbekannt. Gegen dieses Schlupfloch ist auch ein Kraut gewachsen: Grundsteuern verdoppeln, verdreifachen, verfünffachen.
    Nocheinmal: es wird kein Schlupfloch mehr ggeben, weder in Europa noch in den USA. Aber die Geldbesitzer werden in den einzelnen Ländern vermutlich unterschiedlich geschoren.
    Das kann sein, ändert aber an einem weltweiten Finanz- Crash nichts. Denn wir haben nur ein Weltfinanzsystem und nicht deren zwei oder drei. Daher werden alle Staaten betroffen sein.
    Im Zentrum dieses Weltfinanzsystems ist der Dollar und Versuche, diesen durch eine andere Währung zu ersetzen sehen nicht gut aus. Da war der „Golddinar“ der ehemals reichen Ölstaaten.
    Seit der Ölpreis extrem gesunken ist, spricht kein Mensch mehr von dieser Idee. Der Rubel und der Yuan sollten auch kein Dollarersatz sein. Zumindest der Yuan ist auf einem gewaltigen Schuldenberg begründet worden. Hat sich hier noch keiner gefragt, woher das enorme Wachstum der chinesischen Wirtschaft der letzten zwanzig Jahre überhaupt herkommt?

  15. Nachvollziehbar, was Du da schreibst. Aber ich beziehe mich mal nur auf Deinen Ausspruch:
    „Das kann sein, ändert aber an einem weltweiten Finanz- Crash nichts.“

    Klar, das wird früher oder später kommen, – kann ja gar nicht ausbleiben. Die Frage bleibt, wie man sich davor am besten schützt, – wie man das, wofür man ein Leben lang gearbeitet hat, halbwegs für die Nachkommen sichert. Da fällt mir immer nur das Element „Grundstück“ ein. Das hat – in welchen Krisenzeiten auch immer- am wenigsten an Wert verloren.

    Wenns hart auf hart kommt, – dann muss man sich auch dessen bewusst sein, dass man in einer Eigentumswohnung weder Schweine halten noch Kartoffel anbauen kann. Bei einem Grundstück sieht das anders aus.

  16. Ja, hemut-1, korrekt.
    Ich bezog mich auch eher darauf, dass einige ganz Schlaue derzeit mit ihren noch kaufkräftigen Euros wie wild Grundstücke kaufen.
    Und zwar landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Grundstücke.
    Dabei geht es denen nicht um Gewinne, sondern um Vermögenserhalt.
    Ich persönlich halte mehr von Aktien. gern auch Minen Aktien.
    Barrick z.B.
    Doch das muss jeder selbst wissen. Aktien sind noch nie verboten worden. Und eine Verstaatlichung droht in nächster Zeit auch nicht. Obwohl diese idiotische Laufzeitenverkürzung, angeblich wegen dem Unfall an der japanischen Küste, gegen EON und RWE bereits Züge einer Staatsübernahme infolge unverhältnismäßiger Kosten trägt. Beide Firmen haben schwere Verluste erlitten und alles hofft auf den Elektroauto Boom.
    Aber das ist ein anderes Thema.

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