Heilung von Patienten „nicht nachhaltig“ – Goldman Sachs-Pharmabericht


Gesundheit

Neue Gen-Therapien der Pharmaindustrie hätten zwar enormes Potential, doch gefährde die vollständige Heilung von Patienten den nachhaltigen Cashflow, warnt Goldman Sachs in einem neuen Pharmabericht.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Goldman Sachs Pharmabericht
Goldman Sachs Pharmabericht, Symbolfoto, Bild: Gegenfrage.com

Analysten der windigen US-Großbank Goldman Sachs haben in einem neuen Bericht die „bahnbrechenden“ Gentherapien kommentiert, die von Pharmaunternehmen erforscht werden. Derartige Therapien „könnten auf lange Sicht schlecht für das Geschäft sein“, zitiert CNBC aus dem Bericht.

„Ist die Heilung von Patienten ein nachhaltiges Geschäftsmodell?“, fragt Goldman Sachs in dem Bericht mit dem Titel „The Genome Revolution“ (die Erbgut-Revolution) vom  10. April 2018. Diese neuen Forschungen hätten zwar ein enormes „Potential“.

„Allerdings bieten solche Behandlungen einen sehr unterschiedlichen Ausblick auf wiederkehrende Einnahmen im Vergleich zu chronischen Therapien“, so Goldman-Analyst Salveen Richter in einem Rundbrief an Kunden.

„Während dieses Angebot einen enormen Wert für Patienten und die Gesellschaft darstellt, könnte es eine Herausforderung für die Entwickler von Genom-Medikamenten darstellen, die nach einem dauerhaften Cashflow suchen.“

Goldman Sachs warnt vor hohen Heilungsraten

Richter zitierte Gilead Sciences-Behandlungen für Hepatitis C, bei denen Heilungsraten von mehr als 90 Prozent erreichten werden. Die Verkäufe des Unternehmens für diese Hepatitis-C-Behandlungen in den USA erreichten 2015 einen Höchststand von 12,5 Milliarden US-Dollar, sind seitdem jedoch rückläufig.

Goldman schätzt, dass der US-Umsatz für diese Behandlungen in diesem Jahr weniger als 4 Milliarden US-Dollar betragen wird, so eine Tabelle im Bericht. „GILD ist ein typisches Beispiel dafür, dass der Erfolg des Hepatitis-C-Verkaufs den verfügbaren Pool behandelbarer Patienten allmählich erschöpft hat“, schreibt der Analyst.

Mastering

„Bei Infektionskrankheiten wie Hepatitis C verringert die Heilung bestehender Patienten auch die Zahl der Träger, die das Virus an neue Patienten übertragen können, daher sinkt auch der Zahl der Neuerkrankungen … Wo die Zahl der Neuerkrankungen stabil bleibt (z. B. bei Krebs) stellt eine Therapie ein geringeres Risiko für die Nachhaltigkeit eines Verkaufs dar.“

Der Bericht schlägt drei mögliche Lösungen für Biotech-Firmen vor:

  • „Lösung 1: Große Märkte ausfindig machen: Hämophilie ist ein 9-10 Milliarden Dollar-Markt und wächst um ~ 6-7% pro Jahr.“
  • „Lösung 2: Häufig auftretende Krankheiten: Spinale Muskelatrophie (SMA) beeinflusst die Zellen (Neuronen) im Rückenmark und die Fähigkeit zu gehen, zu essen oder zu atmen.“
  • „Lösung 3: Ständige Innovation und Portfolio-Expansion: Es gibt Hunderte von vererbbaren Netzhauterkrankungen (Genetische Formen der Blindheit) … das Tempo der Innovation wird auch eine Rolle spielen, da zukünftige Programme die rückläufigen Umsätze ausgleichen können.“

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cnbc

1 Comment

  1. Natürlich ist das so.
    Das deutsche Fernsehen brachte schon vor Jahren das einfache Beispiel der Krebsbehandlung. Ergebnis ist doch einleuchtend:
    wenn es ein hochwirksames Mittel gäbe, dann müsste dieses schleunigst verboten werden. Denn da hängen weltweit hunderte Milliarden Euro an Umsatz in der Pharmaindustrie dran. Egal ob Ingwer oder Hanf oder Aprikosenkerne, oder Vitamin D. Möglichkeiten gibt es viele. Dummerweise „wollen“ viele Menschen jedoch an Krebs erkranken und trinken Alkohol. Alkohol wiederum ist ein ganz starkes Agens für Krebszellen. Auch ich trinke Alkohol, zwar mäßig, aber immerhin auch. Und so werde ich mich später nicht beschweren können.

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