Citigroup: "Wochen oder Tage bis zur Katastrophe"


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Die EZB müsse schnell handeln und den Widerstand der deutschen Regierung übergehen, denn von einer finanziellen Katastrophe in Europa sei man nur noch wenige Wochen oder Tage entfernt. Dies sagte der Citigroup-Chefvolkswirt Willem Buiter in einem Interview mit Bloomberg.

Während einige Politiker den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB strikt ablehnen, behauptet Citigroup-Chefvolkswirt Willem Buiter im Interview mit dem Nachrichtensender Bloomberg, dass dies die einzige Möglichkeit sei, um eine Katastrophe in Europa zu verhindern. „Die Zeit läuft uns davon und ich denke, wir haben vielleicht noch ein paar Monate. Es könnte Wochen dauern, oder auch nur Tage, bevor ein wesentliches Risiko für eine grundlegend unnötige Pleite eines Landes wie Spanien oder Italien aufkommt, was eine finanzielle Katastrophe nach sich ziehen und auch europäische und nordamerikanische Banken in den Abgrund reißen würde. Die EZB muss jetzt handeln und den Widerstand aus Deutschland ignorieren“, so Buiter.

Man müsse den Rettungsfonds EFSF auf 3 Billionen Dollar erhöhen. Dies sollte schnell passieren, sei aber aus politischen Gründen momentan nicht möglich. Die andere Möglichkeit sei die EZB. „Wenn die EZB nicht eingreift, bedeutet dies das Ende der Eurozone“, so Buiter. „Für die Bundesbank kommt der Kauf von Staatsanleihen einem Fluchen in der Kirche gleich.“ Doch damit liege die Bundesbank falsch, denn eine Zentralbank habe generell die Aufgabe, einem Staat Geld zur Verfügung zu stellen.



Große Sorgen habe er in Bezug auf Frankreich. Dort gebe es enorme Probleme mit dem Staatshaushalt, zudem existiere dort ein riesiger Bankensektor, der 300% des französischen BIP betrage, im Vergleich zum US-Bankensektor in Höhe von 100% des BIP. Die deutsche Wirtschaft hingegen sei ein buntes Gemisch. So seien Industrie-Produktionen sehr leistungsfähig und stark exportorientiert, doch der ganze Rest sei nicht sehr effizient. Man müsse nur die Dienstleistungen betrachten. Deutschland sei momentan extrem stark als exportorientierte Volkswirtschaft, doch sei das Land dadurch natürlich auch sehr anfällig für zyklische Verlangsamungen. Zudem sei die demografische Entwicklung in Deutschland grauenvoll, nicht nur im weltweiten sondern auch im europäischen Vergleich.

Im Folgenden ein interessanter Ausschnitt des Interviews:

httpv://www.youtube.com/watch?v=YjLPtj5dcBs

Das ganze Interview finden Sie hier

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