09.04.1963: Churchill wird US-Ehrenbürger


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Am 09. April 1963 ernannte US-Präsident John F. Kennedy den früheren britischen Premierminister und Kriegsherren Winston Churchill zum Ehrenbürger der USA. Seither erinnert der „Winston Churchill Day“ an dieses Ereignis.

Sir Winston S Churchill
„Sir Winston S Churchill“ by United Nations Information Office, New York – Licensed under Public Domain via Wikimedia Commons.

In einer feierlichen Zeremonie am 9. April 1963 im Rosengarten des Weißen Hauses ernannte US-Präsident John F. Kennedy den früheren britischen Premierminister Sir Winston Churchill zum Ehrenbürger der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der ehemalige britischer Premierminister genoss in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg ein hohes Ansehen. Er galt als der Staatsmann, der England durch den Zweiten Weltkrieg geführt und alle politischen Entwicklungen dieser Zeit signifikant geprägt hatte.

Der „Winston Churchill Day“ erinnert heute an dieses Ereignis. Churchill war körperlich nicht in der Lage an der Zeremonie im Weißen Haus teilzunehmen, weshalb sein Sohn und sein Enkelsohn den Preis für ihn entgegennahmen.

Er war der erste Ausländer und neben Mutter Theresa der einzige Mensch, der diese Auszeichnung in den USA noch zu Lebzeiten erhielt. Alle anderen Empfänger wurden erst nach ihrem Tod zu Ehrenbürgern ernannt. Manche sogar erst Jahrhunderte später.

Churchill diente der britischen Regierung unter sechs verschiedenen Monarchen: Königin Victoria, König Edward VII., König Georg V., König Edward VIII., König Georg VI. und Königin Elisabeth II.

Der Nobelpreisträger

Im Jahr 1953 erhielt Churchill den Nobelpreis für Literatur für sein historisches Werk „Der Zweite Weltkrieg“. Während der Rede zur Preisverleihung verglich man ihn mit Julius Cäsar, Marcus Aurelius, Benjamin Disraeli und sogar Napoleon.

„Churchills politische und literarische Errungenschaften sind so groß, dass man in Versuchung gerät, ihn als einen Cäsar darzustellen mit der Gabe von Ciceros Feder. Noch nie zuvor war eine der führenden Persönlichkeiten der Geschichte mit solch einer herausragenden Kombination so nah bei uns.“

Auch seine „glänzende Redekunst“ wurde gewürdigt, „mit welcher er als Verteidiger von höchsten menschlichen Werten hervortritt“. Seine berühmteste Rede ist wahrscheinlich jene vom Mai 1940, in der er seinen Kampf gegen Hitler verkündete. Er prägte in einer Rede von 1946 zudem den Begriff des „Eisernen Vorhangs“ zwischen dem Westen und dem Osten.

Weitere wichtige Werke sind „Die Weltkrise“ über den Ersten Weltkrieg und „Marlborough“ über die Lebensgeschichte seines Vorfahren John Churchill. Typisch für seinen Schreibstil ist die bildhafte Sprache, die sich oft auf Militärisches bezieht.

Der Politiker

Churchill war 64 Jahre lang – von 1900 bis 1964 – Mitglied des britischen Unterhauses für die Konservativen und zeitweise auch für die Liberalen. Von 1911 bis 1915 war er Marineminister. Im Jahr 1919 entsandte er als Kriegsminister sogar Truppen nach Russland, um eine Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern.

Er kritisierte die sogenannte „Appeasementpolitik“ seines Vorgängers Chamberlain scharf.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Churchill erneut zum Marineminister ernannt. Kurz später stieg er zum Premierminister Großbritanniens auf und bekleidete auch das neu ins Leben gerufene Amt des Verteidigungsministers.

Er schloss am 15. Oktober 1939 den wenig bekannten Churchill-Stalin-Pakt, der einen Vierfrontenkrieg gegen Deutschland vorsah. Dies schrieb der finnische Militärhistoriker Erkki Hautamäki in seinem Buch „Finnland im Auge des Sturms“.

Das Monster

Neben seiner Karriere in der britischen Politik war Churchill auch Offizier in der britischen Armee, Historiker, Schriftsteller und Künstler. Bekannt ist er heute vor allem aufgrund seiner Rolle als Kriegsherr im Zweiten Weltkrieg.

Er befahl Luftangriffe auf zivile und militärische Ziele in fast allen deutschen Großstädten und war bereits lange vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges für einige fragwürdige Zitate bekannt. In russischen Medien nimmt er hingegen etwa die Rolle eine, welche Stalin in den westlichen Medien innehat, und wird als Schwerkrimineller und Monster bezeichnet.

Ein Rassist und Imperialist, der bereits in den 1920er-Jahren Giftgas-Attacken auf irakische Dörfer (Mesopotamien) zu verantworten hatte. Er inszenierte auch die Versenkung der Lusitania. Eine False Flag-Operation im Jahr 1915, die den zu diesem Zeitpunkt fast beendeten Krieg zwischen England und Deutschland zu einem Weltkrieg heranwachsen ließ und für viele Millionen Tote sorgte.

Der Säufer

Churchill war starker Trinker. So schrieb sein begleitender Arzt, Dr. Otto C. Pickardt, bezüglich eines Besuchs in den Vereinigten Staaten am 26. Januar 1932, es sei „erforderlich“, dass Churchill alkoholische Spirituosen zu sich nehme, vorzugsweise zu Mahlzeiten.

„Die Menge ist dabei natürlich unbestimmt, mindestens aber 250 Milliliter.“ Alkohol war zu diesem Zeitpunkt im Zuge der Prohibition in den USA verboten. Churchill wurde vom damaligen US-Botschafter in London, Joseph Kennedy (Vater des späteren Präsidenten John F. Kennedy), als „unbeständiger, zweihändiger Säufer“ bezeichnet.

Die USA stiegen nach dem Zweiten Weltkrieg zur neuen globalen Supermacht auf. Das britische Empire lag in Scherben, die Sowjetunion hatte nach offiziellen Zahlen die größten menschlichen Verluste, das Deutsche Reich wurde gevierteilt und der “Petrodollar” umspannte von nun an die Welt.

Quellenangaben anzeigen
presidency, daysoftheyear, russiainsider, hillsdale, bbc, wikipedia, mirror, nobelprize

4 Kommentare

  1. Unnötig, da noch irgendwas dazu zu schreiben, Bürgender.
    Du hast ja auch mit den links alles erfaßt.
    Das reicht vollkommen.
    Mehr ist der Kerl ja auch gar nicht wert.

  2. Logenbrüder und Kriegsverbrecher unter sich.
    Nicht zu vergessen die mosaischen Wurzeln aller Beteiligten.

  3. Bevor ich es vergesse:
    Als „Offizier“ war er bei seinen Kameraden unbeliebt bis verhasst, im Burenkrieg in Gefangenschaft hat er sich vor allem als Feigling und Egoist „ausgezeichnet“.
    Und natürlich als maßloser Säufer.

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