China macht mehr Schulden als USA, Eurozone und Japan zusammen


China/Wirtschaft

China hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr neue Schulden aufgenommen als die USA, die Eurozone und Japan zusammen. Gleichzeitig hat sich das Wirtschaftswachstum halbiert.

schulden china
Bank of China, Bild: Gegenfrage.com

Chinas Schulden sind in den vergangenen zwölf Monaten um 4,5 Billionen Dollar in die Höhe geschossen. Weltrekord! Zum Vergleich: Die USA nahmen 2,2 Billionen Dollar neue Schulden auf, die Staaten der Eurozone 550 Milliarden und Japan 870 Milliarden Dollar. Damit hat China mehr Schulden aufgenommen als die USA, die Eurozone und Japan zusammen. Dies meldet Zerohedge.

China hat im vergangenen Monat erstmals die 200 Billionen Yuan-Schuldenschwelle überschritten, dies entspricht etwa 20 Billionen Dollar bzw. 18,2 Billionen Euro. Auch die Höhe der chinesischen Unternehmensanleihen schoss gewaltig nach oben. Im Jahr 2008 beliefen sich diese auf 4,5 Billionen Dollar, 2016 waren es 17 Billionen. Gleichzeitig halbierte sich das BIP-Wachstum von zwölf auf sechs Prozent. Laut einigen Schätzungen sind 20 Prozent davon „notleidend“.

Im Gegensatz zu den Schulden Europas oder der USA liegen diese Schulden allerdings weniger in den Kellern hoffnungslos bankrotter Finanzunternehmen, sondern fließen in die nationale Infrastruktur, den nationalen Immobilienmarkt oder die nationale Industrie. Zudem handelt es sich bei den Schulden um Inlandsschulden, ganz im Gegensatz zu denen der USA und Europa. Allerdings führt dies wiederum zu Überkapazitäten und Überinvestitionen, wie in erster Linie die chinesische Immobilienblase deutlich zeigt.

Sollten die Chinesen, deren Gesamtschulden im Verhältnis zum BIP nun bei über 300 Prozent liegen, sich dazu gezwungen sehen die Neuverschuldung zu verlangsamen, wird der Rest der Welt die Folgen zu spüren bekommen, schreibt Zerohedge abschließend.

Quelle: zerohedge



8 Comments

  1. Wer allerdings die letzten Jahre selbst mitgedacht hatte und auch die Wirtschaftspresse verfolgt hat, wusste schon früher, dass das gewaltige Wirtschaftswachstum Chinas in den letzten 20 Jahren nur geliehen sein konnte. 10 oder 12 % Wirtschaftswachstum konnten nicht mit rechten Dingen zugehen. China ist ein Riese auf tönernen Füßen.

  2. @Jürgen Borowski
    Allerdings ist China mit seinen 18 Billionen Dollar Inlandsschulden extrem produktiv. Die USA mit ihren 19,5 Billionen Dollar Schulden, die zum großen Teil aus Staatsanleihen bestehen, welche vom Ausland gehalten werden, produzieren fast überhaupt nix mehr. Das ist gefühlsmäßig viel besorgniserregender, da hier kein realer Wert gegenübersteht, eine Gegenleistung also kaum erfolgen kann. Die USA sind im Vergleich zu China praktisch wertlos.

  3. @ Bürgender

    Stimmt auch. Wobei auch bitte nicht vergessen (oder dazu addiert) werden darf, dass die Produktivität der US Wirtschaft weniger aus erzeugten Gütern als vielmehr aus Dienstleistungen besteht. Während China den Rest der Welt mit seinen realen Waren flutet. Absolut richtig.
    Und dennoch existieren diese 18 Billionen Dollar und es existieren ganze Geisterstädte aus neuen Häusern, in denen keiner wohnt.

  4. Eine Milchmädchenrechnung. Man sollte die Schulden immer in Relation zum BIP und Schulden in Relation zur Einwohnerzahl rechnen.
    Dann sieht die Sache schon ganz anders aus.
    Wenn man die pro-Kopf Auslandsschulden aller Staaten der Welt sich anschaut, dann kommt man schnell zum Schluss, daß Luxemburg schlechter als alle Staaten der dastehen.
    Sollte auch nur eine kleine Bank von Luxemburg in die Bredouille kommen, dann war es das mit dem Euro!
    Aber wir dürfen nicht vergessen wie die 3 großen marktbestimmenden Ratingagenturen Ratings machen udn zwar nach Lust udn Laune und mit Manipulationen.
    Siehe die Bonitätwertung von Lehmann Brothers 3 Wochen vor dem Crash 2008. Triple A.
    Unfassbar, warum die Betrüger von den Ratingagenturen nie dafür mit vor Gericht angeklagt worden sind.
    Das war Betrug in Reinstform!

  5. Wenn eine kleine Bank in Luxemburg zahlungsunfähig wird (nennen wir doch das Kind beim richtigen Namen) dann ist das deshalb unbedeutend, weil Luxemburg keine eigene Währung hat.
    Das starke chinesische Wachstum der letzten zwanzig Jahre wurde mit Schulden erkauft und selbstverständlich setzt man die Gesamtschulden (nicht etwa die des Staates!) in Relation zum BSP. Was denn sonst?

  6. @Jürgen Borowski
    Lesen Sie den Kommentar von Bürgender 1. November 2016 um 17:56

    dort stehen sehr entscheidenede Dinge über die Ökonomie udn Wirtschaftsstärke eines Landes.
    Wenn ein Land nur mit Derivaten-Spekulationen,Finanzcasino-Wetten,Währungsspekulationen und mit gedruckten oder fiktiven d.h. digitalen FIAT-Geldern von der FED am Leben gehalten wird, dann befindet sich eine Ökonomie ganz klar am Ende. Da die USA keine eigenen Güter und Produkte produzieren. Nahezu alles importiert. Unzählige Industriebertiebe wurden ins Ausland ausgelagert.
    Es entsehen Blasen, die früher oder später platzen müssen zur Marktbereinigung, weil das Wachstum der Geldmenge und mit Geldwert bemessenen fiktiven Finanzprodukten bei weitem die realen Wirtschaftsgüter und Produktivität eines Landes (Geldwert der Realwirtschaft) übersteigt!

    Auf China trifft das ganz sicher nicht zu. Aber auf die USA als Witrschaftsstandort! USA stehen vor einem tiefen Abgrund.

  7. Alles richtig, Informant! Nur: verschwinden dadurch die Billionen Schulden der Chinesen? Und darum ging es doch.
    Die Blasenwirtschaften des Westens mit den USA an der Spitze ist ja nun wirklich seit vielen Jahren im Gespräch.

  8. Und da es nur eine Weltwirtschaft gibt und nicht deren drei oder vier, gehen die Exporterlöse Chinas sofort in den Keller wenn in den USA die Lichter ausgehen.
    Somit hat China ein direktes Interesse am Wohlergehen seines wichtigsten Absatzmarktes.

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