13.06.1952: Beginn des israelischen Atomprogramms


Geschichte/Israel

An diesem Tag im Jahr 1952 gründete Israel die Kommission für Atomenergie, kurz später begann Israel in Dimona heimlich mit der Entwicklung von Atomwaffen. Seit 1966 ist das Land eine Atommacht.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Israel, Atomwaffen, Dimona
Israel, Atomwaffen, Bild: Gegenfrage.com

Es kam mehrfach zur Konfrontation zwischen der damaligen US-amerikanischen und der israelischen Regierung. Besonders als Präsident John F. Kennedy während seiner kurzen Amtszeit in den Jahren 1961 bis 1963 großen Druck ausübte, um Zugang zum Atomkraftwerk in Dimona zu bekommen.

Er wollte sich vergewissern, dass Israel keine Atomwaffen im Alleingang produziert. Israel setzte sich jedoch nach einer heftigen, von er Öffentlichkeit kaum bemerkten Konfrontation zwischen den beiden Regierungen letztendlich durch.

Kennedy forderte von Israel, die Anlage in Dimona zu kontrollieren. Er wollte sicherstellen, dass dort nur an friedlicher Atomenergie und nicht an Atomwaffen gearbeitet wird. Er drohte mit einem Entzug der Wirtschaftshilfen, sollte die Anfrage abgelehnt werden. Israel gab nach, jedoch nur scheinbar: Sie stimmten einer Inspektion durch eine amerikanische Kommission zu.

Kennedy wird an der Nase herumgeführt

Um jedoch zu verschleiern, dass es sich um einen Reaktor handelte, der Plutonium produzieren konnte, haben die Israelis in monatelanger Arbeit nur für die Inspektion eine Fake-Schaltzentrale aufgebaut, die mit er eigentlichen Technik der Anlage nichts zu tun hatte.

Hinter der Schaltzentrale saßen tatsächlich israelische Wissenschaftler und Ingenieure, die alles programmiert hatten und die angezeigten Werte des Reaktors für den Fall einer Kontrolle mit denen eines „zivilen Reaktors“ abgeglichen hatten.

Ganz im Gegensatz zu den öffentlichen Beteuerungen der israelischen Regierung bestand niemals die Absicht, dort friedliche Atomenergie zu produzieren. Tatsächlich war die Anlage in Dimona ein Laboratorium für Atomwaffen und Plutonium.

Atomwaffensperrvertrag

US-Präsident Kennedy drängte die israelische Regierung, den Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen. Im Gegenzug hatte Kennedy angeboten, Israel nicht-atomare Waffen zu liefern, um sich gegen mögliche Angriffe zu verteidigen.

Israel unterschrieb den Atomwaffensperrvertrag zwar nicht, erklärte sich aber mit dem Deal einverstanden und ließ sich Abwehrraketen liefern, die sie dann frech um den Reaktor in Dimona aufstellten. Unglücklicherweise wurde John F. Kennedy im Jahr 1963 ermordet.

Dessen Nachfolgter Lyndon B. Johnson übte keinen Druck mehr auf Israel aus, doch einige arabische Staaten und die Sowjetunion forderten ab diesem Zeitpunkt energisch ein Ende des Atomwaffenprogramms Israels.

Im Jahr 1965 planten die Sowjets angeblich sogar eine Art Präventivschlag, eine gezielte Provokation, um Israel zu einem Angriff gegen arabische Staaten zu bewegen und diese dann militärisch beizustehen.

Doch war es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät: In diesen Tagen wurde in Dimona die erste Atombombe fertiggestellt. Tolle Dokumentation mit vielen weiteren Infos (Youtube-Video): Israel und die Bombe (klick).

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