Quo vadis, Europa? – Gedanken über die Zeichen der Zeit


Kolumnen/Rumänien

Möchte mal kurz auf die Realität eingehen. Damit wir den Blick nicht für das Wesentliche verlieren. Daß wir von den meisten Medien sowie unseren Volkstretern hinten und vorne angelogen werden, dürfte wohl jedem klar sein. Die Frage bleibt, wo es wirklich langgeht. Ein Lagebericht aus Rumänien von Leser „Helmut-1“.

Mit 12 Jahren schon ein alter Mummelgreis:
Der Euro, Bild: Gegenfrage.com

Fest steht, es werden alle möglichen Meldungen verbreitet, oftmals unwichtige und zweitrangige Dinge ins Rampenlicht gestelt, um von den eigentlichen Dingen abzulenken. Den Überblick hier zu behalten, ist schwierig. Aber man kann es zumindest versuchen. Eine der Voraussetzungen dafür ist die umfassende Information. Wie schon der weise Spruch von Charles Dickens sagt (englischer Schriftsteller (1812 – 1870): “Ich brauche Informationen. Eine Meinung bilde ich mir selbst.”

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Nehmen wir mal ein Beispiel von den yahoo-nachrichten, die viele ja kennen werden. Da wird hauptsächlich das verbreitet, was von oben vorgegeben wird. Ein typisches Mainstream-Sprachrohr. Natürlich auch so manche Meldung, die über den Teich rüberkommt, aber dann auf eine bestimmte Weise. Die Meldung, die verbreitet werden soll, die bleibt gut und lange sichtbar, – andere, die nicht so erwünscht sind, werden – wenn überhaupt – nur kurz veröffentlicht und verschwinden schnell wieder. Man muß dann schon eine gute Spürnase oder das richtige Stichwort aufbewahrt haben, um den „unbequemen“ Artikel wieder zu finden.

Nicht genehme Meldungen werden erst gar nicht verbreitet, da muß man dann schon andere Seiten anklicken. Bleiben wir mal beim Beispiel yahoo: Da flutscht doch denen glatt am 13.2.2014 eine Meldung durch, für die sie sich wahrscheinlich eine Abmahnung von Mutti Merkel eingehandelt haben: „Milliardäre stoßen Aktienpakete ab

Natürlich ist so eine Meldung, im Zusammenhang gesehen, nachvollziehbar. Und wie ist dann der Zusammenhang? Ich zähle mal einige Dinge auf:

Lassen wir mal die Logik weg und begründen die nun kommende Meldung damit, daß eben „nicht sein kann, was nicht sein darf…“. Die Volksberuhigung (oder auch Volksverdummung genannt) wird natürlich auch von yahoo groß herausgebracht:

Da wird sogar auch davon gesprochen, daß es in Griechenland schon bei weitem nicht mehr so schnell bergab geht wie vorher, und es in fast allen EU-Staaten enorme Zuwächse im BIP gäbe, auch Italien, Spanien, Niederlande, etc. etc. Daß es Zuwächse sind, die sich brav hinter dem Komma verstecken, so mit 0,2% und 0,1% oder 0,3 %, das ist die andere Seite. Klar sind solche Nullkommanichts- Zuwächse für den Mann auf der Straße nicht spürbar, und er muß einfach daran glauben, daß die Zuwächse existieren.

Auf diese Weise schützt man Euro-Land mit einem Bollwerk gegen solche Negativ – Schlagzeilen vonanderen Seiten. Wie man dabei im einzelnen mit den Zahlen jongliert, daß sowas dabei herauskommt, – das hängt mir zu hoch. Aber ich bin kein Volkswirtschaftler. Bleibt die Frage, ob die Experten aus dieser genannten Gruppierung das überhaupt nachvollziehen können.

Man kann aber über dieselbe Situation noch andere Meldungen lesen. Nur ein Beispiel:

  • Eurozone: Exporte brechen ein – DWN (14.02.14) „Die Wirtschaft der Eurozone ist im vierten Quartal kaum gewachsen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen bleibt die Binnennachfrage schwach. Aufgrund der Krise in den Schwellenländern drohen nun auch die Exporte einzubrechen.“

Was ist das nun? Die Sichtweise, ob ein Glas halb leer oder halb voll ist? Oder einfach nur der Beweis, wie wir täglich angelogen werden? Andere Meldungen geben wieder zum Nachdenken, passen aber auch irgendwie dazu. Wieder ein Beispiel:

Davor aber wußte niemand, wo denn das Gold aus Deutschland geblieben war. Als man es zurückholen wollte, kam nur ein unverhältnismäßig kleiner Teil in Deutschland an, auch bei den Österreichern kamen Zweifel auf:

Fest steht, daß Venezuela mit dem verstorbenen Staatspräsidenten eine bessere Nase für die Zeichen der Zeit bewiesen hatte:

Wenn wir aber wieder zur Aktualität übergehen, dann haben wir am Beispiel Zypern gelernt, daß es manchmal billiger ist, das ersparte Geld nicht auf der Bank aufzubewahren. Sinnigerweise soll es nicht bei diesem Ausnahmebeispiel bleiben:

Ist das nun die Realität oder „nur“ der versteckte Versuch, die Bürger vom Sparen abzuhalten und dazu zu bringen, ihr Geld einfach im Konsumkreislauf auszugeben, um die Wirtschaft anzukurbeln? Schwierig, darauf zu antworten. Funktioniert auch nur dort, wo überhaupt noch Geld da ist, um es auszugeben. Mit Sicherheit nicht bei den Hartz 4- Beziehern.

Nun täte man gut daran, mal wieder in die Vergangenheit abzuschweifen. Die Geschichte als Lehrmeister kann manchmal die Augen öffnen. Insbesonders, wenn man die Verhältnisse damals 1928/1929 in den USA mit den heutigen vergleicht. Wie man das vergleicht? Einfach, man muß nur die richtigen Seiten im Net anklicken:

Was helfen nun all diese Erkenntnisse? Eine gute Frage, weil aufhalten kann sie der Einzelne ohnehin nicht. Aber man kann sich darauf vorbereiten. Zumindest geistig, oder auch materiell. Die mentale Vorbereitung darauf, was z.B. in Deutschland oder Österreich passieren wird, wenn mal der Strom stundenweise abgestellt wird, oder es Sprit nur zu bestimmten Zeiten in begrenzter Menge an den Tankstellen gibt, das kann man mal im Geiste abspulen. Diejenigen, die aus ehemals kommunistischen Diktaturen kommen und diese noch kennengelernt haben, wie z.B. die Siebenbürger oder die Menschen, die in Rumänien gelebt haben, die tun sich da leichter. Für diese Volksgruppen ist sowas nichts Neues.

Man kann sich aber auch materiell drauf einstellen. Man kann vielleicht über mich lachen, wenn ich nun für meine Familie private Vorräte anlege. Man kann mich aber auch vielleicht verstehen. Wenn man in Rumänien lebt, dann ist einem klar, daß derartige Auswirkungen in einem Land, das ohnehin wirtschaftlich am Boden liegt, ganz andere Effekte haben wird. Seit der Zeit, als es noch lief in Rumänien, also vor Herbst 2008, hat sich bis heute im ständigen Abwärtsgang einiges verändert.

Die kleinen Lebensmittelgeschäfte und die Kleidergeschäfte verzeichnen nicht einmal mehr die Hälfte des Umsatzes, der vorher war. Dafür quellen die Flohmärkte, auf denen man gebrauchte Klamotten von 1 € aufwärts kaufen kann, wie die Second-Hand-Läden, schon vor Angeboten und Kaufinteressenten über. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter, weil andauernd Firmen, insbesondere am Bausektor, schließen. Am seriösesten sind noch die Firmen, die für den Export nach Deutschland oder in die EU produzieren. Aber was passiert, wenn diese Waren aufgrund des wirtschaftlichen Einbruchs z.B. in Deutschland dann nicht mehr gebraucht werden? Dann fällt auch die letzte Bastion als Arbeitsangebot für die Bevölkerung.

Dann bleibt nur mehr der öffentliche Arbeitgeber, der ohnehin pleite ist. Und die wenigen Arbeitgeber auf dem Energiesektor, die durch ihre unverschämt hohen Energiepreise, die sie in Rumänien verlangen, ihren Mitarbeitern noch ein weiches Sitzkissen zur Verfügung stellen. Das wars aber dann auch. Die wenigen Agrarkonzerne, die im großen Stil mit EU-Subventionen Landwirtschaft betreiben, fallen nicht ins Gewicht. Zumal sie einen prozentual geringen Arbeitskräfteanteil haben und das meiste maschinell bewältigen. Vielleicht schlüpft dann auch Rumänien unter den Euro-Rettungsschirm, mit der Schizophrenie, weil Rumänien gar keinen Euro hat.

Also werde ich demnächst beginnen, mir sukzessive Vorräte anzulegen. Grundnahrungsmittel, Obst-, Gemüse- und Fleischkonserven, Treibstoff, usw. Das natürlich in geeigneten Räumlichkeiten, und dazu wird das in gewissen Intervallen ausgetauscht. Kann ich dabei was verlieren? Wohl kaum. Bleiben wir beim letztgenannten Produkt: Treibstoff. Wenn ich mir in dafür geeigneten Kanistern in kühlen und gut durchlüfteten Räumlichkeiten z.B. 1000 l Treibstoff einlagere, dann muß ich zwar jetzt knapp unter 6.000 RON hinlegen. Das sind derzeit etwas mehr als 1.300 €. Wenn ich aber bedenke, daß derselbe Sprit ab 1. April dann 7.000 RON kosten wird, dann habe ich bereits 1.000 RON erspart. Nicht viel, aber doch ca. 220 €. Und die verdient man normalerweise in Rumänien nicht an einem Tag.

Treibstoff war nur ein Beispiel. Die meisten Artikel verteuern sich wenig, aber dafür stetig. Natürlich auch die Lebensmittel. Das, was Otto Normalo in Rumänien seltener verwendet, was er allenfalls in größeren Abständen kauft,und dadurch beim erneuten Kauf die Höhe des letzten Preises schon vergessen hat, das macht größere Preissprünge. Beispiel Spirituosen. 1 lt. rumänischer Wermut war im Supermarkt noch im November für ca. 25 RON zu haben, im Aktionspreis auch für 23 RON. Dasselbe Fabrikat kostete ein paar Wochen später 35 RON. O.k., das braucht man nicht unbedingt, – aber nur mal als Beispiel, wobei es noch ganz andere Beispiele gibt.

Jeder, der kann, tut gut daran, für seine Grundstücke immer die Option der Selbstbewirtschaftung im Auge zu haben. Es kann mal ein immenser Vorteil sein, wenn man in der Lage ist, seine Kartoffel und sein Kraut selbst zu produzieren. Wenigstens für den Eigenbedarf. Oder auch noch für die engere Nachbarschaft. Auch, wenn man dann diese Grundstücke noch mehr bewachen muß, als man es ohnehin heute schon tun muß.

Apropos Beispiel. Einer der Indikatoren sind die Immobilien in Rumänien. In einem Land, wo man meist gut und billig Häuser oder Grund und Boden kaufen kann. Derzeit wissen die Banken nicht mehr, wohin mit den ganzen Sicherheiten, die sie eingezogen haben, weil die Kreditraten nicht mehr bezahlt werden konnten. Jetzt ist alls Mögliche billig zu haben. Auch früher waren die Wartezimmer und die Terminkalender bei den Notaren voll. Die haben sich dumm und dämlich verdient. Ein mir persönlich gut bekannter Notar, einer der bekanntesten in der Stadt direkt im Zentrum, hat mir erst dieser Tage etwas erzählt, was ich niemals für möglich gehalten hätte: Seit ca. einem halben Jahr hat er keinen einzigen Kaufvertrag mehr für ein Privathaus aufgesetzt.

Nun, diese Informationen sollen eigentlich nur zum Nachdenken anregen. Für denjenigen, der noch denken will und sich nicht alles über die BLÖD-Zeitung reinzieht. Einfach nur, um gewappnet zu sein. Um endlich damit aufzuhören, den Mainstream-Medien und den Volkstretern alles zu glauben. Um den weltweiten Abwärtstrend für seine Familie wenigstens erträglicher zu machen. Ich denke, daß man sowas auch „Verantwortung“ nennt.

Es sei denn, man lebt einfach in den Tag hinein, so, wie es auch schon vor Jahrhunderten gemacht wurde. Der berühmte Philosoph Voltaire (1694 – 1778) hat ja schon damals sinnigerweise erkannt: „Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“

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@redaktion,

der artikel hört dann mal einfach so auf…?

“Die kleinen Lebensmittelgeschäfte und die Kleidergeschäfte verzeich….“

bitte berichtigen.

@harri hirsch
Danke für den Hinweis! Jetzt ist er vollständig.

Vielen Dank an Helmut-1 für den tollen Gastbeitrag und den Lagebericht aus Rumänien.

Über Rumänien gibt es ja an sich nicht so viele Infos. Schön mal was darüber zu lesen. Dort leben schließlich auch 20 Millionen Menschen.

Es ist schon schlimm was in unserem Land abgeht . Unsere Politiker und die ganzen Wirtschaftsbose taugen überhaupt nichts mehr .Nur noch in die eigene Tasche wirtschaften das Volk ausbeuten ,die Löhne an den Boden drücken und ständig falsche berichte über die Medien (die auch noch mitmachen) ans ahnungslose Volk übermitteln . Sie sollten sich alle zum Teufel scheren das wäre für unser Land das BESTE für diese Ausbeuter und Landesverräter .Deutsche Bürger wacht endlich auf und nehmt war was hier in DEUTSCHLAND vorsich geht .

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