Panik von 1901


Archiv/USA

Nachdem die Bankiers Rockefeller, Harriman, Schiff, J.P. Morgan und James J. Hill die Aktienkurse eines Eisenbahnunternehmens in schwindelerregende Höhe getrieben hatten, brach im Jahr 1901 der gesamte Aktienmarkt zusammen. Tausende Kleinanleger waren ruiniert.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Die Panik von 1901
Die Panik von 1901, Bild: Gegenfrage.com

Die Panik von 1901 war der erste Börsencrash an der New York Stock Exchange, der zumindest teilweise durch Kämpfe zwischen den Finanzleuten E.H. Harriman, Kuhn-Loeb, Jacob Schiff, J.P. Morgan und James J. Hill verursacht wurde, die zwei Lager gegründet hatten.

Konkret ging es um die Finanzkontrolle des Eisenbahnunternehmens Northern Pacific Railway, dessen Aktien von James Stillman und William Rockefellers First National City Bank, sowie durch Standard Oil gecornert wurden. Dadurch wurden die Aktienkurse in die enorme Höhe getrieben.

Einer der wichtigsten Player in der Angelegenheit war E.H. Harriman, seit 1898 Vorsitzender der Union Pacific. Er war ein risikofreudiger Spekulant und versuchte den Chicagoer Eisenbahnmarkt zu monopolisieren, was letztendlich zur Panik von 1901 führte.

J.P. Morgan

Harrimans Gegner im Kampf um die Northern Pacific war James J. Hill, der sich mit dem Bankier J.P. Morgan verbündet hatte. Eine der Ursachen für den Zusammenbruch der Börse waren Harrimans Bemühungen, die Kontrolle über Northern Pacific durch den Kauf ihrer Aktien zu erlangen. Zu dieser Zeit war es nicht unüblich, mit nur 10 bis 20 Prozent Eigenkapital zu spekulieren.

Einige Marktteilnehmer waren nun überzeugt, dass die Aktienkurse zu hoch gegangen waren und begannen, auf fallende Kurse zu setzen. Die Panik von 1901 begann, als der Markt am Nachmittag des 17. Mai zusammenbrach.

An diesem Tag waren jedoch nur noch wenige Aktien verfügbar, die die Shortseller leihweise für ihre Leerverkäufe benötigten. Um ihren Verpflichtungen nachzukommen, mussten die Short Seller also jeden von den Inhabern geforderten Preis bezahlen.

Da die meisten Aktien zu 80-90% gehebelt waren, mussten andere Positionen aufgelöst werden (Margin Calls), um weiterhin Northern Pacific-Aktien aufkaufen zu können. Dies war letztendlich die Ursache für den Zusammenbruch des kompletten Aktienmarktes.

Die meisten Investoren hatten den Börsencrash nicht kommen sehen, der gegen 13 Uhr mit einem steilen Rückgang der Burlington-Aktie begann. Die Aktienkurse der Unternehmen St. Paul, Missouri Pacific und Union Pacific stürzten daraufhin mit ab, kurz später brach der gesamte Aktienmarkt zusammen.

„Sell! Sell! Sell!“

Investoren, die noch am Morgen fest an ihre Aktien glaubten, tätigten Panikverkäufe. An der New Yorker Börse war an allen Ecken „Sell! Sell! Sell!“ (Verkaufen! Verkaufen! Verkaufen!) zu hören.

Während des Abverkaufs verbreitete sich das Gerücht unter den Händlern, dass Arthur Housman, Broker für J.P. Morgan, um Leben gekommen sei. Housman, der Leiter der AA Housman & Company, erschien daraufhin auf dem Parkett der New York Stock Exchange und versicherte den Händlern, dass J.P. Morgan weiterhin im Geschäft sei.

Der Aktienmarkt siechte bis 1903 weiter dahin und ging insgesamt um 46 Prozent zurück. Die von der Panik von 1901 am stärksten betroffenen Aktien waren wohl die der Unternehmen St. Paul, Union Pacific, Missouri Pacific, Amalgamated Copper, Sugar, Atchison und United States Steel.

Nach der Panik von 1901 waren Tausende Kleinanleger ruiniert. Als Ergebnis der Panik taten sich Harriman und Hill zusammen und gründeten eine Holdinggesellschaft, die Northern Securities Company, und kontrollierten von nun an Northern Pacific, Great Northern und Burlington.

Die Firma wurde jedoch im Zuge des Sherman Antitrust Act von 1890 rasch wieder geschlossen.

5 Comments

  1. Und was sagt uns das?
    Es ist kein Beleg oder Hinweis, dass der Aktienmarkt ungesund und zu meiden sei. Im Gegenteil; in obigem Bericht steht wahrheitsgemäß, dass nur die gehebelten Aktien, womöglich noch mit Kredit gekauft, zu Verlusten führten!
    Mit Spekulation hat ein konservativer Anleger wie ich nichts am Hut. Die Börse ist das wichtigste Finanzierungsmittel für die Aktiengesellschaften. Heute ist das bei Nullzinsen leider anders- und dieses ist natürlich ungesund:
    die Gesellschaften brauchen den Aktionär nicht mehr.
    Doch zurück zum Thema:
    Die Kommunisten in der DDR haben gestützt auf ihre Gewehre und die Rote Armee die Unternehmer enteignet und in „Volkseigentum“ überführt. Die Verlogenheit dieser Argumentation erkennt man daran, dass keinerlei verbrieftes Anteilsrecht den Bürgern gegeben wurde.
    Deshalb konnte dieses „Volkseigentum“ 1990 nach dem Beitritt zur BRD auch verscherbelt werden.
    In der Sowjetunion ging es ordentlicher zu. Das Volkseigentum wurde in „Aktien“ (Voucher) Anteilsscheinen den Beschäftigten ausgehändigt. Leider wussten die Russen damit nicht viel anzufangen und fielen auf die neugegründeten Aufkaufgesellschaften herein.
    Diese kauften zum Spottpreis dies „Voucher“ von den Bürgern, besaßen irgendwann die Mehrheit an einer Firma und verkauften (Jelzin Ära!) das Ganze international.
    Das brachte denen hunderte von Millionen Dollar ein und damit denen nichts geschah, kauften sich diese meistens eine Wohnung in Israel (als letzter Zufluchtsort) aber auch in den USA, Schweiz und selbst in Deutschland. Baden- Baden ist ein Beispiel dafür. Und jetzt wird es schwierig.
    Als Putin die Präsidentschaft antrat, beendete er die damit auch verbundene Steuerhinterziehung. Der Name Chodorkowski oder Borosowski sind jedem von uns bekannt.
    Doch deshalb fiel er in New York und in Israel nicht in Ungnade, sondern, weil er in einem Radiointerview sagte:
    „Früher waren 85 % aller Spitzenpositionen in der Sowjetunion von Juden besetzt und jetzt sind 85 % aller Oligarchen dieselben Juden.“
    Das war sicher keine Beleidigung, sondern eine reine Feststellung. Aber das war schon zu viel für manche Ohren.
    Grundsätzlich kann man als Aktionär kaum Verluste machen.
    Es sei denn, die Aktiengesellschaft zahlte über einen längeren Zeitraum keine Dividende, deshalb muss man immer „am Ball bleiben“. Auch das Jahr 1901 änderte daran nichts. Denn 1903 ging es schon wieder aufwärts. Und nach 1929 ging es wenige Jahre später auch wieder aufwärts. Verluste sind nur dann möglich, wenn man bereits gesunkene Werte verkauft.
    Auch wenn jetzt der eigentlich überteuerte Aktienmarkt um sagen wir 25 % zurücksetzen sollte, dann ist das eben keine Panik, sondern eine gute Kaufgelegenheit.
    Gleichzeitig ist der Aktienmarkt die demokratischste aller Einrichtungen. Man kann, auch wenn man selbst nicht beim Daimler schafft, sondern als Malermeister in einem Kleinbetrieb, dennoch sich am Gedeih und Verderben bei Daimler beteiligen und jederzeit, wenn das Geld anderweitig gebraucht wird, teilweise oder ganz wieder verkaufen.
    Oder an Fresenius oder bei Toyota oder bei Gazprom, letztes übrigens Russland. Gleichzeitig unterliegt die Aktien einer strengen Regulierung durch das Aktiengesetz.
    Die Verarmung großer Teile der russischen Bevölkerung infolge Unkenntnis und dem fast Verschenken ihrer „Aktien“ wäre so nicht passiert.

  2. „… Grundsätzlich kann man als Aktionär kaum Verluste machen…“

    „… Und nach 1929 ging es wenige Jahre später auch wieder aufwärts…“

    es dauerte 25 jahre, bis die aktienkurse wieder den stand von 1929 erreicht hatten.

    „… ist der Aktienmarkt die demokratischste aller Einrichtungen…“

    demokratie (volksherrschaft) gibt es nicht. wer herrschen will, muß wissen, was er will und dies umsetzen. das ist herrschaft (-kratie) dazu ist die masse nicht in der lage. der kleine mann von der straße, wie er sich selbst gerne nennt, hat eben auch ein kleines hirn.

    bestes beispiel ist die brd, wo die politische klasse seit jahrzehnten gegen das volk regiert und trotzdem regelmäßig wiedergewählt wird.
    ab und zu gibt es unruhe im stimmvieh, aber das geht vorüber. man denke an das jahr 1993, als wegen der erfolge der republikaner die verfassung (asylrecht) geändert wurde und schaue sich an, wie sich die lage seiter entwickelt hat. und ganz selten gibt es eine stampede (französische oder russische revolution). hierbei werden die mächtigen weggefegt, aber es sind dann wieder ganz andere die die politik machen und die früchte ernten.

    diese demokratie in der politik spiegelt sich in der demokratie der aktionäre wieder, wo die kleinen von den großen geschoren werden.

  3. @ havald

    1. Unter Demokratie verstehe ich zuallerst eine funktionierende Gewaltenteilung. „Volksherrschaft“ funktioniert nicht und wurde sogar in der ansonsten demokratischeren Schweiz „angepasst“. Die Details erspare ich mir jetzt, das wird dann zu lang.
    2. Haben Sie je Andre Kostolany gelesen?
    Der Index ist nicht alles. Es gab einige Aktien, also nicht nur eine, welche nach wenigen Jahren wieder auf dem Stand des Sommer 1929 waren.
    3. Zustimmung. Aber es gibt Hoffnung.
    Wenn man die Stimmen der AfD und der Partei der Nichtwähler zusammen zählt, sieht die ganze Rechnerei schon freundlicher aus.

  4. 1901 … – und in 2018 immer noch die gleichen Akteure am „ Werk“.
    Dazwischen 1929… 2 WK, „ Wirtschaftswunder“ in D … diese „ EU“ … , unzählige „Stellvertreter“Kriege …

    Um ehrlich zu sein bin ich derzeit zerrissen zwischen der Frage ob das angstschürendes Säbelraseln ist – rein auf Finanzmärkte bezogen – oder ob es wieder auch zu realem Krieg, Not, Elend
    und unzähligen, sinnlosen Toten führt.

    Im Gegensatz zu solchen Akteuren bin ich ein schlichtes, kleines Licht – glücklich verheiratet ( 33 Jahre), gesunden, wohlgeratenen Nachwuchs, ein fast bezahltes Häuschen, einen 15 Jahre alten, geliebten Pkw, ein wenig Rücklagen für evtl. anfallende Reparaturen/Ersatz um nicht Schulden/Ratenkäufe machen zu müssen.

    Im Grunde also nicht in einer Liga … sich um solche Börsen-Panik(en) Gedanken machen müssen …
    – wenn nicht immer und immer wieder letztlich … die kleinen, schlichten Lichter die Rechnung(en) bezahlen mussten und müssen.

    Ich geh mal weit zurück in meine Ahnen-Reihe, da waren weit (!) überwiegend Handwerker, Bauern, Kaufleute – sie überlebten als Protestanten … – offensichtlich- auch den 30jährigen Krieg … …

    Genaugenommen kann der deutsche „ Michel“ nicht ganz so blöde sein wie er gern dargestellt wird.

    Er liebt und verteidigt das Bargeld, im Thema der globalen … Digitalisierung stellt er sich „hinten an“, er mag echte Werte und misstraut einer „ Währung“ aus dem „PC“ usw.
    Er ist gutmütig – allerdings nur bis zum Punkt X.

    Und genau da liegt „ der Hase im Pfeffer“.

    WARUM wieder D als „ Motor“ für eine STARKE „EU“Gemeinschaft die doch letztlich … zu 2 WK führten …
    WARUM derzeit eine solch völlig unsinnige (!) „Flüchtlings-Krise“ ? Überproportional auf D fokosiert ?

    Ich habe so viele Fragen …, meine Gedanken drehen sich …
    Angst habe ich nicht (!)
    Aber ich bin in Sorge und versuche dem – unweigerlich Kommenden – nicht hilflos zu begegnen.

    Gruß in die Runde !

  5. „… WARUM derzeit eine solch völlig unsinnige (!) „Flüchtlings-Krise“ ? Überproportional auf D fokosiert ?,,,“

    da ist überhaupt nichts unsinnig. alle menschen sind gleich, heißt die neue religion der linken mullahs. alle anderen identitäten – völker, rassen, männer, frauen – müssen ausgelöscht werden, alle grenzen müssen verschwinden – bis in die toiletten hinein (geschlechtsneutrale wc’s)

    https://sezession.de/58090/kika-und-kandel

    die durchrassung der deutschen – und aller anderen weißen völker – ist teil des programmes, das systematisch durchgeführt wird. tote und verarmung ganzer gesellschaften werden dafür in kauf genommen.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Nach oben scrollen