USA wären im Goldstandard seit Jahrzehnten pleite


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Die USA werden in ihrer heutigen Form niemals zu einem Goldstandard zurückkehren. Die Vorstellung, dass ein durch Gold gedeckter US-Dollar die finanziellen Probleme der USA lösen könnte, ist völliger Nonsens. Warum?

dollar goldstandard
US-Dollar und der Goldstandard, Bild: Gegenfrage.com

Hätte sich Washington im Jahr 1971 nicht vom Goldstandard losgesagt, wäre das Imperium bereits vor Jahrzehnten zusammengebrochen. Die USA, wie wir sie heute kennen, hätten niemals existiert. Einige Experten glauben, dass der Dollar massiv überwertet ist. Das mag stimmen. Darum wird häufig vorgeschlagen, Gold auf ein realistisches Verhältnis zum US-Dollar aufzuwerten, auf 10.000 oder 50.000 Dollar.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Dies würde jedoch das letzte Vertrauen in die globale Leitwährung untergraben, weshalb Notenbanken, Finanzinstitute und Regierungen dies bis zum letzten Atemzug verhindern werden. Der starke Dollar von einst ist für alle Zeiten Geschichte. Es handelt sich nur noch um einen Zombie. Der Markt schenkt dem Dollar zwar noch sein Vertrauen, ob dies aber für alle Zeiten der Fall sein wird?

Alles Gold der Welt vs. US-Ölverbrauch

Zwischen 1493 und 2014 wurden laut SRSrocco Report insgesamt 166.640 metrische Tonnen Gold gefördert. Von der Antike bis ins Mittelalter wurden weitere geschätzte 16.860 Tonnen gefördert. Macht insgesamt 183.500 Tonnen, die weltweit in den Tresoren liegen, auf den Schrottplätzen auf ihr Recycling warten oder als Schmuck getragen werden. Dies deckt sich auch ungefähr mit den Zahlen des World Gold Council (183.700 Tonnen, Stand: Oktober 2016).

Die USA haben zwischen 1973 und 2015 durchschnittlich 8 Millionen Barrel Öl pro Tag verbraucht. Für diese hätten sie 279.500 Tonnen Gold ausgeben müssen, 6.500 Tonnen pro Jahr, wie SRSRocco errechnet hat. Also fast 100.000 Tonnen mehr, als jemals weltweit gefördert wurde. Allein für den Ölverbrauch!

Bis 1970 erwirtschafteten die USA Handelsüberschüsse. Seit der Abkopplung vom Gold im Jahr 1971 gibt es laut Zahlen des US Census Bureau nur noch Handelsdefizite, einzige Ausnahmen sind die Jahre 1973 und 1975 mit winzig kleinen Überschüssen. Zwischen 1976 und 2015 beliefen sich die Handelsdefizite insgesamt auf -10,5 Billionen Dollar. Diese müssten dann noch zu den 279.500 Tonnen hinzugerechnet werden.

Für die USA war es also unmöglich, den Goldstandard weiter zu halten, ohne auf das ökonomische Niveau der südamerikanischen Nachbarn (oder schlechter) abzurutschen. Ob die aktuellen Goldpreise aus dieser Perspektive gerechtfertigt sind oder nicht, darf sich jeder selbst überlegen. Stellt sich nur die Frage, ob der US-Dollar oder auch der großteils damit hinterlegte Euro dafür noch geeignete Bemessungsgrundlagen darstellen.

Quellenangaben anzeigen
srsroccoreport, worldgoldcouncil, eia


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