Barclays bezahlte nur 0,18 Prozent Steuern – Oxfam


Eurozone/Wirtschaft

Europas große Banken parken ihre Gewinne in Steueroasen. So erzielte etwa Barclays in Luxemburg einen Gewinn von 557 Millionen Euro und zahlte nur eine Million Euro Steuern. Macht einen Steuersatz in Höhe von 0,18 Prozent. Dies ergab eine Untersuchung von Oxfam.

Laut dem Bericht parken 20 Banken der Eurozone einen großen Teil ihrer Gewinne in sogenannten Steueroasen. Dies wurde aufgedeckt, nachdem Steuerangelegenheiten einiger multinationaler Unternehmen unter die Lupe genommen wurden. „Neue EU-Transparenzregeln geben uns einen Einblick in die Steuerangelegenheiten der größten Banken Europas und es ist kein schöner Anblick“, sagte Manon Aubry, Steuerexpertin bei Oxfam.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

„Die Regierungen müssen die Regeln ändern, damit Banken und andere große Unternehmen nicht in Steueroasen flüchten oder ihre Kunden dabei helfen können, Steuern zu hinterziehen“, sagte sie weiter. Laut der Studie liegen 26 Prozent der Gewinne der 20 größten Banken Europas in Steueroasen, schätzungsweise 25 Milliarden Euro.

Barclays bezahlte 0,18 Prozent steuern

Luxemburg und Irland zählen zu den beliebtesten Zielen. Barclays, Europas fünftgrößte Bank im Jahr 2015 und laut ETH Zürich das einflussreichste Unternehmen der Welt, erzielte in Luxemburg einen Gewinn von 557 Millionen Euro und zahlte nur eine Million Euro Steuern. Ergibt einen effektiven Steuersatz von 0,18 Prozent.

Der Bericht enthüllte desweiteren, dass europäische Banken insgesamt 628 Millionen Euro an Gewinn in Steueroasen verbuchten, obwohl sie dort keine Mitarbeiter beschäftigten. Frankreichs BNP Paribas machte auf den Cayman-Inseln 134 Millionen Euro steuerfreie Gewinne, obwohl dort kein einziger Mitarbeiter beschäftigt ist.

Andere Großbanken meldeten in sogar Verluste in ihren Heimatstaaten, während sie in Steueroasen Gewinne verbuchten. So schrieb Deutsche Bank in mehreren Sparten geringe oder keine Gewinne, während in Steueroasen Gewinne in Höhe von zwei Milliarden Euro angegeben wurden. Die 20 Banken verzeichneten in Luxemburg mehr Gewinne als in Großbritannien, Schweden und Deutschland zusammen.

Untersucht wurden HSBC, Barclays, RBS, Lloyds, Standard Charter (UK); BNP Paribas, Crédit Agricole, Société Générale, BPCE, Crédit Mutuel-CIC (Frankreich); Deutsche Bank, Commerzbank AG, IPEX (Deutschland); ING Group, Rabobank (Niederlande); UniCredit, Intesa Sanpaolo (Italien); Santander and BBVA (Spanien) und Nordea (Schweden).

Quellenangaben anzeigen
oxfam, france24


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