Ägypten wertet Währung um die Hälfte ab


Ägypten/Wirtschaft

Der IWF leiht der ägyptischen Regierung 12 Milliarden Dollar. Im Gegenzug musste Ägypten am Donnerstag die nationale Währung fast halbieren. Am härtesten dürfte davon die große ägyptische Unterschicht betroffen sein.

ägypten währung iwf
Kairo, Ägypten, Bild: Private Fotografie

Ägypten erhält 12 Milliarden Dollar vom IWF über einen Zeitraum von drei Jahren. Im Gegenzug fordert die Organisation eine Abwertung des Ägyptischen Pfunds um fast die Hälfte. Dies meldete Al Jazeera am Donnerstag, nachdem die Zentralbank den Wechselkurs von 9:1 gegenüber dem US-Dollar auf 13:1 angehoben hatte. Am Freitag stieg der Wechselkurs sogar auf knapp 1:16.

Grund dafür ist die seit 2011 dahinsiechende Wirtschaft des Landes. Mit dem IWF-Geld soll beispielsweise die Tourismusbranche Ägyptens neu belebt werden. Die Zentralbank betonte, der neue Wechselkurs sei nicht bindend und diene als „sanfte Lenkung für den Markt als Starthilfe.“

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27 Prozent der ägyptischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, in erster Linie dürfte die Unterschicht von der Abwertung hart getroffen werden. Zur Erinnerung: Der sogenannte „Arabische Frühling“ begann vor fünf Jahren als Folge einer Nahrungsmittelkrise. Seit Jahresbeginn stiegen die Preise für Lebensmittel bereits um 50 Prozent.

Zahlreiche Länder haben in den vergangenen Monaten ihre Währungen gegenüber dem US-Dollar massiv abgewertet, darunter Aserbaidschan, Angola, Kasachstan, Nigeria, Argentinien, Mexiko, Großbritannien und die Türkei.

Quellen: aljazeera, fxexchange

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6 Comments

  1. Will man eine Gesellschaft zerstören, überzieht man sie mit Krieg. oder zerstört ihre Finanzen. Der direkte Weg über die Muslimbruderschaft hat so nicht funktioniert, jetzt geht man die TippelTappel Tour über die Währung.
    Al Sisi hat sich geweigert im Jemen das Militär für die Saudis zu stellen, arbeitet mit den Chinesen und kauft Waffen bei den Russen, das kann ja nicht gut gehen.
    Hoffentlich bleiben seine großen Freunde bei der Stange, bei den alten Eliten gewinnt er keinen Blumentopf mehr. Es sollte aber auch gesagt werden das die Ägypter mit sechs millionen Tonnen russischen Brotgetreide leben können, mit 6 mrd. amerikanischer Optionsscheine nicht.

  2. Ich würde, wenn ich beim IWF das Sagen hätte, einem Staat ohne folgende Abwertung der Währung auch kein Geld leihen. Wie sollen den diese Kredite jemals zurückgezahlt werden, ohne die Importe zu reduzieren und den Export zu steigern?
    Das ist ja gerade das „Euro Gefängnis“, dass weder Griechenland noch Frankreich seine Währung abwerten kann. Wer keine eigene Währung hat, kann auch nicht abwerten! Das ist doch im Grunde die alte Diskussion innerhalb der Wirtschaftsfachleute weltweit. Einige sagten (z.B. auch Hans Werner Sinn), die Probleme in der Eurozone seihen dann gelöst, wenn Deutschland ausscheide und die dann wiedereingeführte DM logischerweise aufwerte. Aber das hätte dann auch für die Niederlande, Luxemburg und Österreich gelten müssen. Und das wäre das Ende des Euro- Experimentes gewesen. Und deshalb leben deutsche Firmen seit Jahren mit einer zu billigen Währung (und profitieren davon) und die Südländer, einschl. Frankreich leben mit einer zu teuren Währung- und haben die Nachteile.

  3. Gegen Abwertung hilft nur eines : Gold und Silber.

    Wie die letzten 100 Jahre gezeigt haben gilt dies auch für Deutschland.

  4. Die letzten 100 Jahre haben genau das Gegenteil gezeigt!
    Gold wurde 1933 durch Hitler für Privatpersonen verboten und nach dem Machtantritt Roosevelts 1933 in den USA.
    Gold war noch nie eine gute Investition, es sei denn man stieg 1923 ein und rechtzeitig wieder aus. Aber da niemand weiß, wann genau „rechtzeitig“ ist, sollte man physisches Gold meiden. Egal was die Dummköpfe in diversen Foren behaupten.
    Wer unbedingt an Gold glaubt, kann Goldminenaktien kaufen.
    Diese werden nicht verboten.

  5. @ Bürgender

    Ich habe mich selbstverständlich auf die Ereignisse der letzten hundert Jahre bezogen und auf Europa und die USA.
    In meinen Gedanken war ich weder in Ägypten, noch in Venezuela oder Indien.
    Wenn man weiß, dass Gold ein Vehikel im Sinne der Flucht vor Problemen der Währung ist, dann ist doch auch klar, dass Politik und Notenbanken genau diesen Fluchtweg kennen und genau dann zusperren wenn das aus deren Sicht erforderlich ist.
    Das ist wie beim Steuerschlupfloch: nutzen dieses zuviele Leute, dann wird es gestopft.
    Gold selbst wird nicht verboten und wurde auch noch nie verboten.
    Aber der Verkauf und der Kauf für Privatpersonen wurde verboten und wird ganz sicher auch dann wieder verboten, wenn das die Politik und oder Notenbanken für zweckmäßig halten. Daran dachte ich und davon gehe ich nicht ab. Es sei denn, die Politik belehrt mich eines Besseren. Doch das Gegenteil geschieht.
    Beispiel: Negativzinsen. Dagegen können sich Sparer schützen, indem diese das Geld abheben und Zuhause unter das Kopfkissen legen. Und siehe da: Politik und Währungsexperten wissen das auch und bereiten Stück für Stück die Abschaffung des Bargeldes ab. Dann kann das Geld nicht mehr unter das Kopfkissen gelegt werden und die Banken können nach Belieben an der negativen Zinschraube und oder Gebührenschraube drehen. Insofern war Gold immer dann wenn es besonders viel Sinn machte wie während der großen deutschen Inflation oder der kleinen Inflation in den USA, für die Bürger immer ein schlechtes Geschäft.

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