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29.09.1959: Richard Nixon warnt vor Rassismus in den USA


Geschichte

Am 29. September 1959 sprach sich der damalige US-Vizepräsident Richard Nixon in einem Brief gegen den Rassismus in den USA aus. Allerdings nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sich deshalb weltweit „Hunderte Millionen“ Farbige der Sowjetunion anschließen könnten.

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Richard Nixon, der Anti-Rassist? Von Oliver F. Atkins – http://narademo.umiacs.umd.edu/cgi-bin/isadg/viewobject.pl?object=9054, Gemeinfrei, Link

Der ehemalige US-Präsident Richard Nixon gab sich als bekennender Antirassist. Allerdings eher nicht aus moralischen Gründen, sondern aus taktischen. Damals steckten die ehemaligen Kriegsverbündeten USA und die Sowjetunion mitten im Kalten Krieg.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

In einem erst 2017 aufgetauchten Brief vom 29. September 1959 warnte der damalige Vizepräsident Richard Nixon vor „inländischem Rassismus“, da dieser den Russen in die Hände spiele. Der Rassismus in den USA könne der Sowjetunion sogar dabei helfen, den Kalten Krieg zu gewinnen.

„Ich bin zutiefst besorgt über die Auswirkungen der Rassenteilung in Bezug auf die Vorherrschaft in der Welt“, schrieb er. „Die meisten Menschen der Welt gehören der farbigen Rasse an. Sie fühlen sich durch alle Rassenunruhen zutiefst angegriffen.“

„Wenn wir, die Vereinigten Staaten, als Rassisten gelten, dann könnten wir Hunderte Millionen potentielle Freunde und Verbündete an das kommunistische Lager verlieren“, erklärte Nixon. „Dies würde uns in einer feindlichen Welt katastrophal isolieren.“

Nixon, der Antirassist?

Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass er privat alles andere als ein Antirassist war. Darin wetterte er gegen „aggressive und widerwärtige Juden“, gegen „böse Iren“ und „dumme Italiener“. Auch gegen Schwarze schimpfte er fleißig mit.

Er bezeichnete sie selbst häufig als „Nigger“ oder „Jigaboos“. Während eines Gesprächs mit Regierungsberater John Erlichman sagte er, Schwarze seien genetisch minderwertiger als Weiße, weshalb die „Great Society-Programme“ seines Vorgängers Lyndon B. Johnson „nur Verschwendung“ seien.

Zu Sicherheitsberater Henry Kissinger sagte Nixon einst: „Überlassen wir die Nigger Bill [gemeint war Außenminister William P. Rogers, d. Verf.] und wir kümmern uns um den Rest der Welt.“ Rogers hatte als Außenminister nur wenig Einfluss, da Kissinger und Nixon ihn stets aus allen wichtigen Angelegenheiten heraus hielten.

Quellenangaben anzeigen
rawstory, washingtonexaminer, alexautographs, newyorktimes, huffingtonpost

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