Vergleich zum DAX: Silber in einer Blase?


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Oft hört und liest man in Diskussionen zum Thema Edelmetalle das Wort „Blase“, meist von Anlegern, die ihre Euros in Papierwerte wie Anleihen oder Aktien gesteckt haben. Jedem das Seine. Betrachten wir das Verhältnis von Dax zu Silber der vergangenen Jahrzehnte, sieht das überhaupt nicht nach einer „Blase“ aus. 

Silber, Bildquelle: Gegenfrage.com
Im Vergleich zu Aktien
stark unterbewertet: Silber

Ähnlich wie zum Thema Gold überschlagen sich die Analysten auch beim sogenannten „kleinen Bruder“ Silber mit Prognosen, Experten schwingen die Zeigefinger und Charttechniker zeichnen Linien und Dreiecke. Was viele dieser Leute nicht verstehen (wollen) ist, dass der Euro kein fixer Wert ist wie z.B. ein Meter, ein Kilogramm oder ein Liter und darum als Bemessungseinheit nicht tauglich ist. Beispiel: Die Entfernung zwischen Stuttgart und Berlin beträgt 630 Kilometer. Was würden Sie denn sagen, wenn der Routenplaner in einem Jahr eine Entfernung von 950 Kilometern und in 20 Jahren 2’894 Kilometer anzeigen würde? Entweder wäre der Kilometer als Maßeinheit nicht brauchbar, oder Berlin würde irgendwo in der Ostsee treiben. So ähnlich ist das mit dem Euro. Ein Grundsatzproblem!

Ob eine Wertanlage günstig oder teuer ist wird dem Anleger der Preis in Euro also nur bedingt offenbaren können. Viel interessanter ist das Verhältnis zwischen verschiedenen Assetklassen. Sehr interessant: Dax in Silber. Eine nähere Betrachtung dieses Charts erschließt Erstaunliches. Als im Silber-Peak im Jahr 1980 der Aktienmarkt krisenbedingt rückläufig war, bezahlte man lediglich 14,5 Unzen Silber für einen Dax-Anteil. Im März 2000, kurz bevor die Dotcom-Blase platzte, musste man 1’450 Unzen Silber für einen Dax-Anteil auf den Tisch legen. Ganze 100-mal so viel! Gegenwärtig muss man etwa 265 Unzen Silber eintauschen, um einen Dax-Anteil erwerben zu können.

Geht man von einer Silberblase wie im Jahr 1980 aus, wie es die sogenannten Experten uns oft zu verstehen geben, lassen sich geradezu irrwitzige Prognosen aufstellen. Denn erwartet man erneut ein Dax/Silber-Verhältnis von 14,5, so müsste der Aktienmarkt zum Silber um mehr als 90% einbrechen. Andersrum müsste sich der Preis von Silber etwa verfünfzehnfachen, wenn der DAX auf dem heutigen Stand stehen bleiben und uns eine Silberblase à la 1980 bevorstehen sollte.

Doch da sich Finanz- und Wirtschaftskrisen wohl niemals exakt wiederholen, Unternehmenspleiten oder- gründungen, Verstrickungen, Staatshaushalte, Naturkatastrophen und Kriege aus Charts nicht vorherzusagen sind, ist eine Prognose hier unmöglich. Welche Anlage ich selbst bevorzugen würde, muss ich sicherlich nicht näher ausführen.

 

8 Kommentare

  1. Erst wenn diese Fondsmanager & Konsorten aufhören vor einer Blase zu warnen, dann haben sie selbst investiert und man sollte auf die Verkäuferseite wechseln. Dauert noch.
    Cooler Chart!

  2. Seit ich diese Finanzgauner durchschaut habe, es sind nach meinen Erkenntnissen allesamt Betrüger, Politiker sowieso, gibt es niemanden mehr dem man vertrauen kann.
    Ausser meinen zwei Freunden Gold und Silber.
    Und meinen Hunden natürlich!

  3. Kurz und bündig
    Die meisten Menschen sind doch grössten teils zu träge und zu Feige entgegen der Richtung zu schwimmen.
    Erst wenn es zu spät ist und man sein Vermögen verloren hat möchte man das Ruder herum reissen.Das ist wie mit dem stromanbieter oder Telefonanbieter den man wechseln kann weil ein anderer günstiger ist.Weil man aber zu faul zu unsicher und zu träge ist lässt an alles beim alten und zählt drauf.
    Mein tip. Traut euch endlich

  4. Es macht doch überhaupt keinen Sinn, das Dax-Silber-Verhältnis am kurzzeitigen Höhepunkt einer riesigen Silber-Spekulationblase 1980, ausgelöst von den massenhaften Silberkauf der Hunt-Brüder, als wahrscheinliches oder gerechtes Verhältnis zwischen Dax und Silber zu beschreiben.

    Auf welcher Grundlage sollte das so sein?

  5. @NM
    Der Artikel soll nicht das „gerechte Verhältnis zwischen Dax und Silber beschreiben“, sondern zeigen, dass wir von einer Silberblase weit entfernt sind.

  6. Soviele Analysten die alle nur Charts interpretieren und tausende Linien zeichnen. Offensichtlich ist aber kein einziger Kaufmann darunter. Die Rechnung ist doch so einfach:

    Silberpreis minus Produktionskosten ist gleich Handelsspanne (vereinfacht). Ist die Handelsspanne abartig hoch, dann nähern wir uns einer Blase.

    Alles andere ist Marketing (Weltuntergang naht, silberknappheit,…).

  7. Meine lieben Freunde !

    Die Hund-Silber Sache kann nicht stimmen, weil sie permanent angeführt wird in allen möglichen Zusammenhängen.

    Wieso sollten die Hunts den Silberpreis gerade zu dem Zeitpunk manipuliert haben, zu dem Gold am höchsten stand?
    Eigenartiger Zufall.
    Träumt weiter!

  8. Eine Blase ist da, wenn die Käufer ausgehen. Wann das theoretisch ist kann man abschätzen, praktisch aber nicht kalkulierbar. Da es keine echten freien Märkte mehr gibt, ist alles möglich. Draghi von der Europäischen Zetteldruckerei und Heli-Ben können die Kurse nach Belieben hoch und runter massieren. An der CRIMEX *äh* COMEX wurden kürzlich in 30min 225 Mio. Unzen Papiersilber verkauft, in den Lagern liegen aber nur 35 Mio. Unzen physisches Silber. Was soll man dazu noch sagen, solange sowas legal ist?

    Es gibt heute nur noch zwei Invests: Wetten gegen die „Götter“ (man kauft Gold und Silber) oder auf sie (man kauft was Goldman und Co. kaufen).

    Eine mögliche Lösung wäre es, eine eigene COMEX zu eröffnen, an der nur physisches Material gehandelt wird. Vermutlich wird USrael und ein Spezialkommando vom Herrn Schild anklopfen und den Versuch prompt vereiteln… 😉

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