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09.05.1955: Westdeutschland tritt der NATO bei


Deutschland/Geschichte

Am 09. Mai 1955 trat Westdeutschland der NATO bei, was einen wesentlichen Schritt für die deutsche Integration in das westliche System darstellte. Eine Reaktion der Sowjetunion folgte sofort.

Westdeutschland NATO 1955
Westdeutschland NATO 1955, Bild: Gegenfrage.com, Flaggen gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1955, genau zehn Jahre nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg, trat Westdeutschland offiziell der NATO bei. Diese Aktion markierte den letzten Schritt der Integration Westdeutschlands in das westeuropäische Verteidigungssystem.

Deutschland war seit 1945 eine geteilte Nation. Die Amerikaner, Briten und Franzosen hatten Besatzungszonen in Westdeutschland und West-Berlin. Die Sowjetunion kontrollierte Ostdeutschland und Ostberlin.

Obwohl sowohl die Amerikaner als auch die Sowjets ihren Wunsch nach einem wiedervereinigten und unabhängigen Deutschland verkündeten, wurde schnell klar, dass jeder der Besatzer nur ein wiedervereinigtes Deutschland akzeptieren würde, das den spezifischen Interessen ihrer eigenen Nation dient.

Im Jahr 1949 verbanden die Amerikaner, Briten und Franzosen ihre Besatzungszonen in Westdeutschland, um eine neue Nation, die Bundesrepublik Deutschland, zu gründen. Die Sowjets antworteten mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik in Ostdeutschland.

Am 05. Mai 1955 beendeten die amerikanische, französische und britische Armeen offiziell ihre militärische Besetzung Westdeutschlands, das damit ein unabhängiges Land wurde, jedenfalls augenscheinlich. Vier Tage später wurde Westdeutschland Mitglied der NATO.

Für die US-Politik war dies ein wesentlicher Schritt. Trotz der Zurückhaltung einiger europäischer Nationen bezüglich einer Wiederbewaffnung Deutschlands, wie Frankreich, glaubten die Vereinigten Staaten, dass die Remilitarisierung Westdeutschlands absolut entscheidend für den Aufbau einer Verteidigungslinie sei, um mögliche sowjetische Expansionsversuche einzudämmen.

Reaktion Moskaus

Die sowjetische Antwort folgte prompt. Am 14. Mai 1955 gründete die Sowjetunion den Warschauer Pakt, ein militärisches Bündnis zwischen Russland und seinen osteuropäischen Verbündeten, einschließlich der DDR.

Der Eintritt Westdeutschlands in die NATO war der letzte Schritt zur Integration der Nation in das westliche System. Dies war auch der letzte Nagel im Sarg, was die Möglichkeit eines wiedervereinigten Deutschlands in naher Zukunft betraf.

In den folgenden 35 Jahren waren Ost- und Westdeutschland wesentliche Teile der Feindseligkeiten des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion. 1990 wurden die DDR und die Bundesrepublik vereinigt. Der neue deutsche Staat blieb Mitglied der NATO.



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