USA: Einkommen seit Beginn der Krise um 23% gefallen


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In den USA sind die Einkommen von Berufen in der Fertigungsindustrie und im Bauwesen seit Ausbruch der Krise im Jahr 2008 um 23 Prozent gesunken. Insgesamt 93 Milliarden Dollar weniger haben die Unternehmen ihren Mitarbeitern bezahlt.

Textilfabrik in den USA
Bild: Cullen328 (Jim Heaphy)

Laut einem neuen Bericht (PDF hier, Artikel dazu hier) des United States Conference of Mayors (USCM) verdienen Beschäftigte in Branchen, in welchen im Laufe der Krise zahlreiche Jobs verloren gingen, heute durchschnittlich 23 Prozent weniger als im Jahr 2008. Der Durchschnittslohn in den Bereichen – in erster Linie in der Fertigungsindustrie und im Bauwesen – betrug vor Beginn der Krise 61’637 Dollar pro Jahr.

Heute sind die Jahreseinkommen in entsprechenden Berufen auf 47’171 Dollar gefallen und somit durchschnittlich um 23 Prozent gesunken. Nominal werden landesweit für die selben Tätigkeiten heute insgesamt 93 Milliarden Dollar weniger an die Arbeiter bezahlt, so der Bericht. Bereits in der Rezession in den Jahren 2001 und 2002 fielen die Einkommen in genannten Branchen um 12 Prozent. Laut Zahlen des U.S. Census Bureau fallen die Mittelklasseeinkommen in den USA seit fünf Jahren in Folge (PDF hier, Zahlen aus 2013).

Gleichzeitig sind die größten Banken in den Vereinigten Staaten seit Ausbruch der Krise im Jahr 2008 um insgesamt 37 Prozent gewachsen. Fünf Banken – JPMorgan Chase & Co. (JPM) , Bank of America Corp (BAC) , Citigroup Inc., Wells Fargo & Co. (WFC) und Goldman Sachs Group Inc. sind laut Bloomberg heute etwa doppelt so groß wie noch vor einem Jahrzehnt im Verhältnis zur US-Wirtschaft.

6 Kommentare

  1. Es wäre mal interessant zu erfahren wie sich die Besoldung der Yankeesöldner für den gleichen Zeitraum vergleichsweise darstellt. (beförderungsbereinigt)

    Die US-Armee sichert doch schließlich und schlußendlich die Profite der Konzerne. Bekommen die ein paar Krümel vom Kuchen ab, oder sogar ein ganzes Tortenstück?

  2. Ahoi @Eckart – Krümel vom Kuchen?
    Völlig uninteressant, ob sich die Basisbesoldungstabelle der US Army ab und an mal erhöht, oder nicht. Grundlage mehr Geld zu bekommen ist weiterhin in erster Linie die Beförderung. Ein zweiter Punkt warum sich Leute entscheiden in die US Forces einzutreten ist die irre lange Latte an Sonder-Zulagen, sonstigen Vergünstigungen und -bonus payments-

    Und es ist wie in der freien Wirtschaft auch! Wenn du arbeitslos wirst,
    dann sind auch die Vergünstigungen weg. Bei der US Army dienstunfähig raus bedeutet -Veterans Benefit- Mitglied zu werden. In der freien Wirtschaft in
    Merkeltanien bekommst du die Hartz 4 Clubkarte.

    Schon bei einfachen US Soldaten gibt es verschiedene Einstiegsstufen (pay levels)- Das ist alles abhängig vom Rekruten selbst, der neu einsteigt. Je nachdem wie er vorher schulisch ausgebildet wurde, überspringt er ggf. gleich die erste, und ggf. sogar bei Eintritt sogar die zweite Besoldungsstufe und fängt mit E-3 an.

    Bei Fräulein Chelsea Elizabeth Manning, eine IT-Spezialistin (früher bekannt als Bradley E. Manning) wurde der Dienstgrad in den Medien immer
    als PFC angegeben. Das ist Besoldungsstufe E-3 und wohl vergleichbar mit
    einem Hauptgefreiten (Nato-Zebra) bei der olivgrünen Kaspertruppe BW.

  3. @ KW ,danke für deine Antwort.
    Meine Neugierde richtet sich aber mehr auf die Beantwortung der Frage wie die Relationen der beiden Berufsgruppen im direkten Vergleich zu sehen sind.

    Es wird gesagt, dass die gewerblichen Berufsgruppen von 2008 bis heute 23% weniger bekommen.So far so good. (obgleich das überhaupt nicht gut ist)

    Wie sieht nun aber eine brauchbare Zahl für die Berufsgruppe der US-Armee Angehörigen statistisch gesehen aus. Sind das bei denen auch 23 % weniger?

    Für die Berufseinsteiger könnte das doch ein Entscheidungs-Kriterium sein.
    Geht man dann vielleicht dahin, wo die pekuniären Aussichten günstiger sind?

    Auch wenn der berantende Vater warnt: Beim Militär kannst du aber erschossen werden. Worauf der Sprößling frech und unerfahren erwidert: Ja Papa, beim Bau kannst du aber vom Gerüst fallen.

    Eigentlich sollte man ja eine Beruf auswählen dessen Betätigung man liebt -dann kommt einem kein Tag wie Arbeit vor. Doch brotlos darf dieses Kunststück dann auch wieder nicht bleiben.

    Also, KW nun berate uns mal. Gratis und unverbindlich natürlich.

  4. @Eckart – Ich gehe mal davon aus, dass Besoldungstabellen NIEMALS nach unten revidiert werden. Somit können die Einkommen von Soldaten und Behördenangestellten auch nicht sinken. Hast du schon mal davon gehört, dass in Deutschland eine Besoldungstabelle z.B. für Angestellte im öffentlichen Dienst abgesenkt wird? Oder bei der Bundeswehr?
    Die Tabelle in D steht. Geringe Erhöhungen des Grundgehaltes dieser Tabelle ergeben sich aus ausgehandelten Tariferhöhungen und dynamisch nach Lebensalter. Und hinzu kommen eben dann die ganzen Zulagen,auch in D.
    Die Zulagen und Vergünstigungen bei der US Army sind massiv und vielfach.

    In den USA rekrutiert sich das normale Kanonenfutter teils von selbst, weil es die einzige Alternative ist. An Freiwilligen mangelt es den US Streitkräften wohl nicht denke ich mal. Und ja, das ist eine finanzielle
    Entscheidung. Man unterschreibt doch einen Vertrag. Wegen Auftragsmangel, oder weil die Firma insolvent wird, kann man bei der US Army nicht auf der Straße landen. Das man nach dem befristeten Zeitraum eher einen Job bekommt ist wohl logisch, selbst wenn man nicht Offizier war. Da kann man bei Polizei und Security und sonst wo anheuern. Übrigens, das war in D früher bei den namhaften Großfirmen nicht anders. Wenn da in Bezug auf die höher bezahlten Posten in einer Bewerbung stand, dass man 6 oder 12 Jahre beim Bund war, dann war das von immensem Vorteil. Und während der Krisenjahre 67/68 und dem Zeitraum des Vietnamkrieges hatte die BW auch für Wehrpflichtige knackige Angebote im Katalog.

    Kinder deren Väter US Offiziere sind oder waren, und wo ggf. der Großvater und der Urgroßvater schon dabei war, die schlagen sehr oft die Offizierslaufbahn ein. Gehen gleich auf eine Militärakademie. Macht sich auch gut im Lebenslauf, falls man in die Politik will. JFK wurde nur Präsident, weil er Kriegsteilnehmer war. Ursula v.d.L. hat bei ihrer Biographie wohl nur in D die Chance Kriegsministerin spielen zu dürfen.

    Bei allen Streitkräften gibt es ja sehr viele Tätigkeiten. Wer da einritt wird doch nicht in jedem Fall ein einsatzbereiter Kampfsoldat. Wer sich dafür entscheidet hat nen sicheren Job, sterben kann man auf der deutschen
    Autobahn als scheinselbstständiger Päckchenfahrer auch. Als US Soldat bist du vom Arbeitgeber versichert, im Todesfall kommt Geld ins Haus. Durch geringe eigene Zuzahlung erhöht sich der Betrag. Welches Risiko geht ein Jet Pilot ein in einem Land in dem der pöse Feind weder Luftwaffe noch moderne Luftabwehr besitzt? Welches Risiko geht der US Drohnenpilot
    in Deutschland ein? Wie hoch ist das zahlenmäßige Verhältnis echter Kampfsoldaten zum Verwaltungswasserkopf. Wieviel echte einsatzbereite Kampftruppen hat eigentlich die Kaspertruppe Merkeltaniens? Und wer freiwillig Soldat wird sollte wissen was auf ihn zukommen könnte. Nennt sich Berufsrisiko. Bei den olivgrünen Brunnenbauern soll ja nun auch die Rate der PTSD Fälle steigen. Kein Mitleid! Das Stress ungesund ist, das ist bekannt.

    Den Beruf selbst auszuwählen, wie es zu meiner Zeit üblich war nach Volksschulabschluss, ist doch in D heutzutage etwas schwieriger. Und wenn schuldlos arbeitslos geworden, dann zwingt man dich für Hungerlohn brotlose Künste auszuüben.

  5. @ KW , dank dir für die Antwort. – Soziale Hängematte für Gürtel-und Hosenträger Träger die nicht stressresistent sind und nur meinen das Leben sei dafür da leicht und ohne Mühsal sein Dasein zu haben; aber dann bei der geringesten Belastung ein PTSD Fall zu werden.

    Also geht auch die soziale Schere in den USA immer weiter auseinander.

    Kleine witzige Frage: Worin unterscheiden sich der Olympia-Achter und der Achter der Unkündbaren ?

    Im Olympia-Achter sitzen 8 Ruderer und einer mit der Tröte – im anderen sitzen 8 Tröten und ein Ruderer. Die im Ersten kriegen nur eine Medaille, die anderen ein paar müde Euro’s. -Man kann es sich aussuchen – alles eine Frage des persönlichen Charakters der Fähigkeiten und Lebenstüchtigkeit.

  6. Sehr schwer, da durchzublicken, – besonders dann, wenn man nicht in den USA lebt.

    Da geistert doch wieder eine Meldung durch die Gegend:

    http://www.wsj.de/article/SB10001424052702303907904580033520011529914.html

    Leicht irritierend, wenn man die letzten Jahre so beobachtet. Sollten es die USA jetzt doch geschafft haben, einen Ruck nach vorne zu machen?

    Meine Einschätzung (unter dem Vorbehalt, daß ich kein Wirtschaftsanalytiker bin):

    Mitnichten. Das Ganze sieht mir mehr nach „Sand in die Augen“ aus, wie der Rumäne sagen würde.

    Warum:
    Der Standard in Österreich sagte das schon vor mehr als einem Jahr voraus, daß es zu diesem „Aufschwung“ kommen würde, aufgrund der veränderten Zahlenspiele:

    http://derstandard.at/1363708767431/USA-profitieren-von-neuer-BIP-Berechnung

    Schaut man sich dann die Statistik an, dann erkennt man, daß die Zuständigen dort drüben nach dem erneuten Rückgang (den die sicher schon lange vorher wußten, bevor er veröffentlicht wurde) des BIP im Jahre 2013 irgendwas am Rädchen drehen mußten, sollte er im Jahre 2014 nicht auf 0,8 % gehen.

    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/14558/umfrage/wachstum-des-bruttoinlandsprodukts-in-den-usa/

    Wie heißts so schön:
    Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast……

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