Umweltverschmutzung: San Diego verklagt Monsanto


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Die Stadt San Diego verklagt den Agrarkonzern Monsanto, weil sie diesen für PCB-Verschmutzungen in der Buch von San Diego verantwortlich macht. Das Unternehmen soll nun für die Reinigung aufkommen und den Verlust der natürlichen Ressourcen entschädigen.

monsanto

Die Agrar- und Chemiefirma Monsanto produziert eine große Menge verschiedener Chemikalien-Abfälle, ähnlich wie die meisten ihrer Wettbewerber. Doch was das gefährliche und krebserregende PCB angeht, steht Monsanto fast allein da: 99 Prozent der PCB-Abfälle stammen von Monsanto, wie ein Bericht von Food & Water Watch ergab.

Erschreckend dabei ist nicht nur, dass PCB in den Vereinigten Staaten seit über 30 Jahren verboten ist, sondern dass die Abfälle immer wieder in der Natur festgestellt werden. Die Stadt San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien hat nun vor einem Bundesgericht Klage eingereicht und wirft dem Konzern vor, für Wasserverunreinigungen verantwortlich zu sein. So wurde der Schadstoff bei Wasserproben in den Geweben von Fischen, Hummern und anderen Meeresbewohnern festgestellt, so die Beschwerde.

„Die PCB-Kontamination in und um Bucht betrifft alle Einwohner und Besucher, die sich an der Bucht aufhalten, und sich vernünftigerweise am Vorhandensein dieser gefährlichen, verbotenen Substanz im Boden, im Wasser und in der Tierwelt stören würden,“ lautet die Klage.

Die Stadt möchte Monsanto nun für die Reinigungskosten aufkommen und sich für den Verlust der natürlichen Ressourcen entschädigen lassen.

Quelle:

12 Kommentare

  1. Das ist doch nicht das erste Vorkommnis dieser oder ähnlicher Art. Insgesamt verführt das zum Schluß: die staatliche Kontrolle, die staatliche Gängelung muß erhöht werden, um sowas künftig zu vermeiden. Wirklich? Die Gesellschaft, denke ich, ist immer so gut wie das schwächste Glied. Es braucht Regeln, aber die gibt es bereits. An der Durchführung scheint es zu mangeln.
    Insgesamt müssen wir alle aufpassen mit unseren Urteilen nicht ähnlich arrogant und besserwisserisch umzugehen, wie die von uns eigentlich verachtete Hauptpresse, auch Lügenpresse genannt.
    Beispiel: da schreibt einer von uns einen Beitrag aus seiner Erfahrung und abgesichert durch andere Medien, wie das Internet. Da kann man gern anderer Meinung sein. Aber was nicht geht ist, in denselben Modus zu verfallen wie die Bildzeitung, dem Paradebeispiel des plakativen Denkens.
    Die macht, genauso wie die Linkspresse, einen jeden nieder, der eine abweichende Meinung vertritt.
    Ich weiß, der Vergleich hinkt: im Falle von Monsanto müssten eben die Regeln im Wirtschaftsverkehr besser formuliert oder durchgesetzt werden wie im Bankenbereich.
    Die Banken sind an der Zockerei, das hatte ich hier auch schon dargelegt, nicht schuld. Schuldig sind diejenigen, die die bestehenden Grundregeln geändert hatten.
    Wie gesagt: der Vergleich hinkt. Ich weiß nicht, ob die Umweltregeln abgeschwächt wurden im Vergleich zu früher.
    Aber was ich weiß ist: man sollte nicht sofort und unreflektiert auf Monsanto losgehen, sondern das Problem in seiner Gesamtheit betrachten.
    Wo ist übrigens Helmut? Melde Dich doch gelegentlich.
    Aber vielleicht hast Du Dich in Rumänien gerade mit irgendwas herumzuschlagen.

  2. @ KUNO | 22. April 2015 um 20:43

    Kann ich nicht wirklich zustimmen, denn über die Verschuldung des Staates, wird es denjenigen, die die Regeln machen, und umsetzen, seitens der Finanzindustrie diktiert, ob sie Regeln aufweichen, entfallen lassen, etc, etc. Siehe all die Sachen, die sich hinter so einem netten Begriff wie Freihandelsabkommen verbergen. Werden Gesetze nicht gemacht, wie von der Hochfinanz gefordert, gibt es einfach keine Kredite mehr. Staat pleite,…, Regierende arbeitslos,…

    Bin aber wieder bei ihnen, daß diese Allmacht der Hochfinanz nur deshalb funktioniert, weil ALLE ihr Scherflein dazu beitragen, daß Geld so einen hohen Stellenwert bekommen hat, weil eben fast jeder, durch genügend Geld, wobei die Menge beim Einzelnen variiert, käuflich geworden ist.

    Schönen Gruß

  3. @ Argonautiker

    Nein, nicht ganz. Denn der Staat setzt die Regeln und nicht die Finanzindistrie. Wer anderes behauptet, argumentiert genau wie die Kommunisten mit der Stamokap Theorie. Sollte heißen:
    im staatsmonolistischen Kapitalismus setzen die Konzerne die Regeln.
    Bezogen auf Deutschland, für die USA kann ich nicht sprechen, weiß ich ganz genau, dass seit 1948 bis zur Kanzlerschaft von Schröder besonders riskante Derivate (es gibt etwa hundert davon) definitiv verboten waren. Schröder liberalisierte dann auf Wunsch der CDU/ CSU/ FDP, sowie der US Regierung, die Regeln. Als die Blase 2007/ 2008 dann platzte, waren die Verluste gigantisch. George Soros nannte das damals „finanzielle Massenvernichtungsmittel“. Womit er Recht hatte.
    Aber wer zeichnete verantwortlich? Ich meine, die Notenbanken.
    Da setzen sich Experten aus Regierung, Banken und der Notenbank zusammen und beraten. Die erfüllen nicht einfach den Wunsch der Finanzindustrie.

  4. @Kuno
    Vielleicht hat ein Politiker kurzzeitig tatsächlich mehr „Macht“ als ein Großindustrieller oder ein Finanzier. Allerdings hat er einen vergleichsweise kleinen Handlungsspielraum.

    Beispiel: Im Falle einer schweren Meinungsverschiedenheit zwischen dem Konzern Daimler-Benz und dem Bürgermeister in Sindelfingen wird sich wohl der Konzern in jedem Fall durchsetzen, da Daimler die Möglichkeit hat, eines oder mehrere seiner Werke woandershin zu verlegen und dadurch schlimmstenfalls die halbe Bevölkerung im Großraum Stuttgart den Arbeitsplatz verliert. Die Gewerbesteuer geht dann außerdem noch flöten. Der Bürgermeister kann dem Treiben nur tatenlos zusehen.

    Und das sind die Druckmittel der Privatkonzerne. Banken können das in noch viel größerem Ausmaß betreiben, da diese zwischen Zentralbank und Regierung stehen und größte Geldgeber der Staaten sind. Die können eine Regierung quasi per Mausklick finanziell austrocknen. Übrigens funktioniert das auch bequem per Internet aus einem Büro auf den Cayman Inseln, wo das deutsche Gesetz bekanntermaßen eher weniger greift.

  5. KUNO | 23. April 2015 um 09:46 |

    Theoretisch haben Sie schon recht, praktisch muß der verschuldete Staat das tun, was seine Gläubiger von ihm verlangen, weil der Staat sonst keine Kredite mehr bekommt, um einerseits die alten Kredite zu bedienen und andererseits den Sozialstaat aufrecht zu erhalten.

    Da diese Gläubiger, Geldschöpfer, und damit Kreditgeber seit den 70er Jahren mit der Geldschöpfung jedoch nicht mehr an die Realen Werte oder an die Wirtschaftsleistung gebunden sind, und die Geschäfts-, Noten-, und auch Zentralbanken mit so geringen Mindesteinlagen wie 1-2%, kaum mehr an die Wirklichkeit gebunden sind, können sie Geld fast nach Belieben erzeugen. Ein Staat ist hingegen an die Realität des Volkes geknüpft.

    Dadurch kann die Hochfinanz über die Vergabe von Krediten, die sie aus dem Nichts erzeugen, alle Anderen in Schuld zu sich bringen, da sie ja REALE Bürgschaften von den einfachen Kreditnehmern verlangen, womit dieser z.B. ein Haus, baut oder kauft. Können diese Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr zurück zahlen, gehört das Haus der Bank. Was wird SO eine Bank also tun? Sie wird zusehen, daß der Kreditnehmer seine Kredite nicht mehr zahlen kann, weil sie so, durch das Erzeugen von Geld aus dem Nichts, in den Besitz eines realen Gutes kommen. Das geht natürlich nicht nur mit Häuslebauern so, sondern mit allen Kreditnehmern, und im Prinzip geht das auch mit dem Staat so.

    Diese Geldschöpfer können also einem einmal verschuldeten Staat, Geld leihen, oder nicht. Tun sie es nicht, ist der Staat pleite. ist der Staat pleite, sind die Politiker arbeitslos. Folglich sind diese Entscheidungen, obwohl sie zwar einvernehmlich fallen, faktisch durch die Hochfinanz dirigiert, denn wer kann sich in einer durch Geld definierten Welt, gegen seinen Geldgeber stellen, wenn er erst mal verschuldet ist?

    Der Irrtum liegt einfach darin, daß sich der Mensch derzeit fast ausschließlich über das Handelswerkzeug Geld definiert. Das wiederum ist weder die alleinige Schuld der Hochfinanz, noch der Politik, sondern es ist die Wirkung des Verhaltens Aller.

    Das heißt die Lösung aus diesem Dilemma kann auch nicht nur dadurch erfolgen, indem man ein anderes System installiert, sondern sich der Mensch aus sich wieder anderen Werten zuwendet. Das kann man wiederum auch nicht politisch befehlen, sondern muß eben aus dem Menschen wachsen.

    Ich befürchte jedoch, daß der Großteil der derzeitigen Menschen in ihrem Inneren so verstockt sind, daß es erst dazu kommen muß, das der letzt Baum gefällt sein muß, bis er erkennt, das man weder Geld noch Gold essen kann, und sich Geld auch nicht aus sich vermehren kann, sondern das dem Leben, und nicht der Materie, vorbehalten ist.

    Monsanto ist ja nicht irgendwer, sondern von dort gehen Bestrebungen aus, zum Beispiel die komplette Kontrolle über das Saatgut Europas zu erlangen. Man wollte wirklich über die EU Gesetze raus bringen lassen, die es dem Einzelnen verbieten, per Strafe, sein eigenes Saatgut zu nutzen, sondern jeder gezwungen ist, patentierte Hybriden Monsantos zu erwerben, um etwas anbauen zu können. Egal ob Großbauer oder Kleingärtner.

    Ich würde mal sagen, daß ist ein Angriff auf die freie Schöpfung, weil dann nichts mehr unkontrolliert wachsen kann, sondern irgendwann von dort bestimmt werden kann, welches Leben noch in die Welt kommen darf und welches nicht. Das wurde Gott sei Dank abgeschmettert. Aber die Bestrebungen gehen weiter, das wird nicht der letzte Angriff dieser Art gewesen sein.

    Monsanto gehört in die Grenzen gewiesen. Das kommt so, oder so, denn die Schöpfung ist so ein komplexes Wesen, sodaß diese Ego gesteuerten dilletantischen Eingriffe, zur Übernahme der Kontrolle über das Wachstum, so oder so zu Fall kommen wird.

    Schönen Gruß aus Bremen

  6. @ Bürgender

    Natürlich zieht der Bürgermeister von Sindelfingen den Kürzeren.
    Aber denke doch mal an das „Antidiskriminierungsgesetz“, „Gleichstellungsgesetz“ oder das „Mindestlohngesetz“.
    Waren da nicht alle Konzerne und Banken dagegen?
    Und doch ist es gekommen. Frauen wurden noch nie nach 1933 diskriminiert. Aber heute werden die Männer diskriminiert.
    Das Gesetz verlangt, einen Mindestanteil von 30 % im Vorstand der Unternehmen. D.h. wenn sich keine 30 % geeigneten Frauen finden, dann müssen dennoch Frauen eingstellt werden, egal ob dadurch qualifiziertere Männer das Nachsehen haben.
    Da hat sich die Politik durchgesetzt!

  7. Und was ist mit dem übereilten Ausstieg aus der Kerneergie?
    Kurz vorher, vielleicht ein oder zwei Jahre vorher, hatte die Bundesregierung EON und RWE Zusagen für die Restlaufzeit der bestehenden Atomkraftwerke gemacht. Unter dem fadenscheinigen Argument des Seebebenunglücks in Japan wurden diese Zusicherungen kurzerhand einseitig gekündigt. Milliardenverluste traten anschließend ein. Ohne Grund hat sich der Aktienkurs von EON und RWE nicht halbiert.
    Da bin ich, nebenbei gesagt, ein Opfer.
    Weiteres Argument: Wenn ein Konzernvorstand gegen die Gesetze verstößt, dann wird dieser genauso vor Gericht gestellt wie Ully Hoeness. Besonders deutlich wurde das in Russland.
    Dort wurden mehrere Oligarchen vor Gericht gestellt, soweit diese sich nicht vorher nach Israel oder London absetzen konnten.

  8. Kuno:
    Bin tatsächlich unter Druck, – aus den verschiedensten Gründen.
    Schaue kurz rein und lese, – aber alles unter Zeitdruck.
    In Kürze kommt eine Abhandlung als eigener Artikel von mir rein, – Bürgender ist da schon dran. Thema: Asylproblematik – Bootsflüchtlinge.

  9. @ helmut

    Ja, gut. Wieso treibst Du Dich in Rumänien rum?
    Ich meine, wer oder was hat Dich dorthin verschlagen?

  10. Kuno:
    Ich hab hier einen Asylantrag gestellt.

    (Witz aus)
    Im Ernst, das ist eine lange Geschichte. Vielleicht komm ich mal drauf zurück, bei meinen Memoiren. Aber einen wesentlichen Teil der Antwort auf Deine Frage findest Du im Eck rechts oben (direkt unter dem Suchfeld).
    Noch was: In Rumänien, insbesonders in Siebenbürgen, darf ich noch „deutsch“ sein. Auch als Österreicher. Viel Korruption in dem Land, aber mehr Meinungsfreiheit als in D oder A.

  11. Gut, Helmut. Verstehe ich. Statt Bolivien eben Rumänien.
    Da, wo die Grundstücke nix kosten.
    Zumindest das Internet soll dort das schnellste Europas sein.

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