Tony Blair will wegen Brexit in die Politik zurückkehren


Großbritannien/Politik

Großbritanniens früherer Premierminister Blair möchte in die Politik zurückkehren. Hintergrund ist der Brexit, bei dem er eine wichtige Rolle spielen und die britische Bevölkerung gegebenenfalls umstimmen möchte.

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Tony Blair, Public Domain, Link

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair möchte in die Politik zurückkehren. Hintergrund ist der Austritt des Landes aus der Europäischen Union, bei dem er eine „wichtige Rolle“ einnehmen will. Dies berichteten britische Medien am Sonntag. Blair sei von der neuen Premierministerin „unbeeindruckt“ und habe bezüglich seiner angedachten Rückkehr in die Politik bereits Kontakt mit aktuellen Ministern und Beamten aufgenommen.

„Er glaubt, dass Jeremy Corbyn ein Irrer ist und die Tories den Brexit vermasseln. Er glaubt, dass es ein riesiges Loch in der britischen Politik gibt, das er füllen kann“, sagte ein Vertrauter Blairs gegenüber der Sunday Times. Am 23. Juni hielt das Vereinigte Königreich ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens aus der Europäischen Union. 51,9 Prozent der Wähler bzw. 17,4 Millionen Menschen stimmten für den Brexit, 16,1 Millionen stimmten dagegen.

Premierminister David Cameron trat nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zurück. Blair trommelt trotz der Abstimmung für ein „Umdenken“ beim Austritt Großbritanniens aus der EU. Obwohl er den Willen den Bevölkerung akzeptiere, müssten die Alternativen aufgezeigt werden, um einen möglichen „Sinneswandel“ in der Öffentlichkeit zu bewirken.

Blair war 1997 bis 2007 amtierender Premierminister Großbritanniens und überging in dieser Zeit mehrfach den Willen der Bevölkerung. So beschloss er etwa im Jahr 2003 ohne UN-Mandat den illegalen Angriffskrieg gegen den Irak, obwohl es die Bevölkerung mehrheitlich dagegen war und hunderttausende Menschen protestierten. Auch aufgrund des NATO-Kriegs gegen Serbien im Jahr 1999 gab es in Großbritannien heftige Proteste und Mahnwachen vor Blairs Residenz.

In Großbritannien wird Blair bei öffentlichen Auftritten bis heute als „Kriegsverbrecher“ oder „Bliar“ („Blügner“) beschimpft. Zahlreiche Angehörige gefallener Soldaten klagen gegen den früheren Premierminister. Nach seiner Amtszeit war Blair als Bankberater tätig. Etwa die Großbank JPMorgan Chase bezahlte ihm Millionen für Vorträge, zum Teil hunderttausende Euro pro Stunde.

Quellen: independent, wikipedia (en), dailymail, guardianeilpost, wsws



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