Tansanische UN-Truppen erreichen Ostkongo


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Einstimmigen Berichten zu Folge hat das tansanische Kontingent der UN Truppen die ostkongolesische Großstadt Goma erreicht. Der Verband besteht aus 100 Soldaten, der im Rahmen einer UN-Resolution vom 28. März in die Gegend entsandt worden sind.

Kongolesische Soldaten
Bild: Wikipedia

Die Resolution sieht einen Aufbau einer Interventions-Brigade vor, welche mit einem „aggressiven Mandat“, d.h. einem aktiven Kampfauftrag, ausgestattet ist. Komplettiert werden soll die neue 3069 Mann-starke Brigade unter anderem von Truppen aus der Republik Südafrika und Malawi.

Anlässlich der Einnahme Goma’s als Hauptstadt des Bundestaates Nord-Kivu im vergangenen November und der wie so häufig in der Geschichte passierten Zuschauerrolle, der ohne Kampfmandat ausgestatteten UN-Soldaten, beschlossen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates zu handeln. Die sogenannten M23 Rebellen, welchedie Provinzmetropole am Kivu-See unter ihre Kontrolle gebracht hatten, zogen sich damals allerdings bereits zwei Wochen nach Einnahme der Stadt wieder zurück.

Gegenwärtig ist die Lage angesichts von 25 verschiedenen Rebellengruppen in der Region immer noch sehr kritisch. „Dadurch, dass die ersten tansanischen Truppen gelandet sind, wird sich im Osten eine neue Dynamik entwickeln. Die Sicherheitsprobleme können nicht an einem Tag gelöst werden“ , so der kongolesische Premierminister Augustin Matata Ponyo gegenüber der Associated Press in Kinshasa. Wichtig sei es, „dass die Regierung sich des Problems bewusst ist und daran arbeitet es zu lösen.“

In den östlichen Provinzen des Kongos flammten in den zurückliegenden Jahren immer wieder schwere Konflikte auf. Seit dem Sturz des Diktators Mobutu Sese Seko 1997 durch Rebellenchef Laurent Kabila kam der Ostkongo nie zur Ruhe. Nach Kabilas Amtsübernahme kam es zum „afrikanischen Weltkrieg“ (den zweiten Kongokrieg) bis 2003, als der zweite Kongokrieg zumindest formell durch einen Friedensvertrag beendet wurde. Nichtsdestotrotz kam es in der Folgezeit immer wieder zu schweren Gefechten der kongolesischen Armee mit Rebellengruppen und zu Gefechten zwischen den einzelnen Rebellengruppen.

Desweiteren wirft der Völkermord Rwandas im Jahre 1994, bei dem 500.000 Menschen des Tutsi-Volkes von den Hutu getötet wurden, noch immer Schatten nach. Die Ruandische Patriotische Front, eine paramilitärische Parteiorganisation, welche in den 1980ern von Tutsis in Uganda gegründet worden war um den ugandischen Diktator Milton Obote zu stürzen, welcher nach der tansanischen Invasion im April 1979 – nach dem Fall des vorherigen Diktators Idi Amin – an die Macht gekommen war, intervenierte damals von Uganda als Basis aus, vertrieb die Hutu in den Ostkongo und übernahm die Regierungskontrolle in Rwanda.

Seitdem ist die Regierung Rwandas immer wieder in militärische Konflikte in den besagten Gebieten verstrickt und wird beschuldigt aktiv Rebellengruppen zu unterstützen und zu betreiben. Der Dokumentarfilm „Blood In the Mobile“ des dänischen Filmemachers Frank Poulsen zeigt unter anderem Rebellen in Uniformen der ruandischen Armee, welche versuchen den Koltanabbau zu kontrollieren.

Aber auch Uganda ist immer wieder in den Konflikt im Ostkongo verwickelt. Die Rebellen der Lord’s Resistance Army (LRA) operieren von ihren Rückzugsgebieten im Ostkongo heraus bis in den Südsudan. Die ugandische Regierung ihrerseits bekämpft die LRA offen, sowohl im Südsudan als auch in den Bundesstaaten des östlichen Kongos.

Laut der CIA ist die Demokratische Republik Kongo ein „Quellen- und Zielland“ für den internationalen Menschenhandel. „Kongolesische Frauen und Kinder werden ausgebeutet, indem sie zur Prostitution, zur heimischen Knechtschaft und als Landarbeiter in Angola, Südafrika, der Republik Kongo sowie in ostafrikanischen-, nahöstlichen- und europäischen Nationen gezwungen werden.“

Die interagierenden Parteien, regionale Mächte Afrikas, welche hinter den einzelnen Rebellengruppen und manchmal auch hinter der Regierung in Kinshasa stehen, sind im Wesentlichen seit Jahren die selben. Uganda, Burundi, Rwanda, Angola, Kongo auf der regionalen Ebene, europäische und nordamerikanische Staaten sowie China auf verdeckter internationaler Ebene.

Während im „afrikanischen Weltkrieg“ zumindest die Verwicklung Chinas über seine afrikanischen Allianzpartner Simbabwe, Sudan, Libyen sowie Nordkorea (!), welche neben Angola, Namibia, Tschad, der Zentralafrikanischen Republik auf Seiten der Demokratischen Republik Kongo kämpften, klar zu sein schien, ist die genaue Verwicklung der internationalen Mächte heutzutage auf Grund der unübersichtlichen Lage durch diverse unterschiedlich operierende Rebellengruppen schwer nachzuvollziehen.

Zu guter Letzt eine interessante Information bezüglich des „afrikanischen Weltkriegs“: Israel, zunächst noch auf der Seite der Rebellen, beteiligte sich ebenfalls an der Ausbildung von Regierungssoldaten, gegen die Überstellung eines Drittels der kongolesischen Diamantenproduktion.

Quellen:

1 Kommentar

  1. Und wer von den jüngeren Bürgern in Deutschland kennt den Begriff Belgisch-Kongo?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Belgian_Congo

    Und wer von den jüngeren Bürgern in Deutschland kennt den Begriff Kongo-Müller?

    http://en.wikipedia.org/wiki/Siegfried_M%C3%BCller_%28mercenary%29

    Mal ganz zu schweigen von Idi Amin und Kaiser Bokassa, die sich auch im Rahmen der deutschen Afrikahilfe (nannte sich Entwicklungshilfe) die Taschen vollstopften. Paranoide größenwahnsinnige Despoten und Folterer, wie wir (als Steuerzahler) sie ja seit nach 45 weltweit finanzieren. Aber o.k., anders kommt ja auch kein Geld rein beim drittgrößten Waffenexporteur BRD GmbH. Rheinmetall ist überall, und wenn wir nicht liefern, dann tun es andere. Ich hoffe, dass unsere Ostzonen-Kanzlöse und die grünen ehemaligen Friedensapostel sofort Hilfe anbieten und ein Kontingent BW Söldner entsendet. Der weltweite Raubzug geht weiter. Ausgebeutet werden aber nur Länder die noch nicht über Interkontinentalraketen mit A-Sprengkopf verfügen. In Afrika ist ab sofort alles erlaubt, inkl. Mord und Totschlag, aber bitte nicht das Wort NEGER verwenden, denn DAS ist ganz pöse pöse, und erinnert so schmerzlich an Ausbeutung, Sklaverei und Kolonialzeit. Heia Safari, es geht wieder los.

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