Studie: US-Textilindustrie verlor Hälfte aller Arbeitsplätze


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Spricht man von der Krise in den USA, so denkt man zuerst an leerstehende Häuser, fiese Wallstreet-Bonzen oder die bankrotte Automobilindustrie. Doch das war längst nicht alles: Ein bekanntes Marktforschungsunternehmen aus Washington DC hat eine Studie veröffentlicht, die den beispiellosen Niedergang der US-Textilindustrie aufzeigt. Allein zwischen 2001 und 2009 sind in diesem Sektor mehr als 50% aller Arbeitsplätze weggebrochen.

Das Marktforschungsunternehmen Brookings aus Washington DC hat eine Studie (PDF) über den Niedergang der US-Industrieproduktion veröffentlicht. Ein Sektor stach dabei heraus: Die Textilindustrie. Allein im Zeitraum zwischen 2001 und 2009 sind in den amerikanischen Textilfabriken 63% aller Jobs weggebrochen. Hersteller von Kleidung büßten 61% der Arbeitsplätze ein und im Leder-Gewerbe fielen 51% aller Jobs weg. Auch große Möbelfabriken haben dem Bericht zufolge zahlreiche Mitarbeiter entlassen.

Das Problem: Selbst Produkte typisch amerikanischer Marken wie Levi Jeans werden nicht mehr in den USA hergestellt. Man lagert in Billiglohnländer in Fernost aus. Zudem lassen sich die Produkte dank ihres geringen Gewichts und des verhältnismäßig hohen Werts einfach und günstig versenden.

Die Industriebereiche mit den geringsten Verlusten waren Erdöl und Kohle, Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren sowie Chemikalien. Einer der Gründe, so die Studie, ist auch hier, dass Erdöl oder Kohle einen relativ geringen Wert pro Tonne haben, weshalb die Transportkosten in diesem Sektor verhältnismäßig hoch sind.

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