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09.06.1967: Sowjetunion droht mit Angriff auf Israel


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Am 09. Juni 1967 brach die Sowjetunion im Rahmen des Sechs-Tage-Kriegs alle diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Einen Tag später forderte Moskau ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen, anderenfalls werde man angreifen.

Sowjetunion Israel Sechs-Tage-Krieg
Sowjetunion Israel Sechs-Tage-Krieg, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1967 brach die Sowjetunion vor dem Hintergrund des Sechs-Tage-Kriegs sämtliche diplomatische Beziehungen zu Israel ab. Später wurde bekannt, dass Moskau eine Intervention in den Krieg erwägte.

Bereits am 05. Juni, nach dem Präventivschlag Israels gegen seine arabischen Nachbarn, hatte der sowjetische Ministerpräsident Alexei Kossygin zum ersten Mal seit der Kuba-Krise von 1962 die Hotline nach Washington aktiviert.

Am Morgen des 10. Juni 1967 äußerte Llewellyn Thompson, damaliger US-Botschafter in der Sowjetunion und Präsidentschaftsberater, „eine Zeit großer Sorge und äußerster Ernsthaftigkeit“ im Weißen Haus.

Gerade war eine Nachricht über die Hotline zwischen Moskau und Washington eingegangen, in der die Sowjetunion eine Militäraktion ankündigte. Geplant war eine Invasion über Israels Küsten und die Verhinderung des sich abzeichnenden israelischen Siegs im Sechs-Tage-Krieg.

Moskau entsendet Schwarzmeerflotte

Moskau entsandte seine Schwarzmeerflotte ins Mittelmeer und unterstützte den ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser bei der Blockierung der israelischen Schifffahrt im Roten Meer. Zudem forderte die Sowjetunion den Abzug der UN-Truppen vom Sinai.

Die israelischen Streitkräfte planten am 10. Juni einen Angriff auf die syrische Hauptstadt Damaskus. Die USA hatten in Damaskus keine Botschaft mehr. Kossygin sagte daraufhin:

„Es ist jetzt ein sehr wichtiger Moment gekommen, der uns zwingt, eine unabhängige Entscheidung zu treffen, falls die militärischen Aktionen in den nächsten Stunden nicht gestoppt werden. Wir sind dazu bereit. Aber diese Aktionen können zu einer Konfrontation führen, die in einer ernsten Katastrophe enden wird. Wir verlangen von Israel ein bedingungsloses Ende der militärischen Aktionen. Wir warnen Israel, dass notwendige Maßnahmen, einschließlich militärische, ergriffen werden, falls dies nicht erfüllt wird.“

Die Kampfhandlungen endeten noch am selben Tag. Am 11. Juni unterzeichneten die Kriegsparteien einen Waffenstillstand.

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guardian

1 Kommentar

  1. Gut, aber hier dürfen wir nicht vergessen, dass die Sowjetunion immer noch mit Israel und den Juden verbündet war, weil dieses Bündnis aus Lenins Tagen nie beendet wurde. Insofern halte ich das eher für ein Bellen eines mittleren Hundes.
    Und des weiteren ist doch bekannt, dass die wenigen Kriegsschiffe der Landmacht Sowjetunion gegenüber der britischen und amerikanischen Kriegsflotte den Kürzeren gezogen hatte.
    Ich erinnere mich noch ganz genau, dass Militärs der Nato etwa Mitte der Siebziger Jahre höhnten: „der russische Bär lernt schwimmen“. Das bezog sich auf die Anstrengungen der Sowjets eine größere und brauchbare Kriegsflotte ins Leben zu rufen. 1967 war die Sowjetunion mit Sicherheit nicht dazu in der Lage.
    https://picclick.de/Weyers-Flotten-Taschenbuch-der-Kriegsflotten-1966-67-v-1967-222903172504.html

    Mir liegt leider nur Weyers Flottenbuch der Kriegsflotten 1943-1944 vor. Die anderen habe ich nicht.
    Aber ich kann hochrechnen und denke mir, dass die Sowjetunion als klassische Landmacht hinter den USA und England auf dem dritten Rang lag.

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