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23.10.4004 v.Chr.: Zeitpunkt der Schöpfung (laut J. Ussher)


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Der 23. Oktober 4004 vor Christus war der Tag der Schöpfung. Dies jedenfalls errechnete der britische Gelehrte James Ussher im Jahr 1650. Bis heute nutzen christliche Gemeinschaften den sogenannten Ussher-Lightfood-Kalender.

Tag der Schöpfung
Tag der Schöpfung, Bild: Gegenfrage.com

Der 23. Oktober im Jahr 4004 vor Christus um 9 Uhr morgens war der Zeitpunkt der Schöpfung. Jedenfalls errechnete dies der Theologe und Historiker James Ussher im Jahr 1650 im Zuge einer damaligen Debatte über das Alter der Erde und erarbeitete den Ussher-Lightfoot-Kalender.

Für die Berechnungen wurde in erster Linie die Bibel als Quelle herangezogen, in der von „sechs Tagen der Schöpfung“ geschrieben wird. Aus Sicht des Herrn entsprechen 1000 Jahre einem Tag.

Da die Bibel aus vielen verschiedenen Schriften zusammengestückelt wurde und zudem einige verschiedene Versionen der Bibel existieren, entschied sich Ussher für die Hebräische Bibel als Grundlage für seine Berechnungen.

Die aus der Bibel entnommenen Daten wurden mit bekannten historischen Daten abgeglichen, wie etwa der Eroberung Jerusalems 597 v. Chr. oder der Herrschaftsdauer verschiedener Könige, um eine genaue Zeitachse zu erstellen. Auch historische Daten aus anderen Kulturen, wie der Chaldäer, Perser oder Römer flossen in die Berechnungen mit ein.

So bestimmte er das Jahr der Schöpfung auf das Jahr 4000 vor Christus. Christus wurde laut Bibel jedoch zur Zeit der Herrschaft von Herodes geboren, der von 37 bis 4 v. Chr. herrschte. Aus diesem Grund entschied sich Ussher für das Jahr 4004 v. Christus als Jahr der Schöpfung.

Um das genaue Datum der Schöpfung zu ermitteln, zog Ussher den jüdischen Kalender heran und legte den ersten Sonntag nach der Herbst-Tagundnachtgleiche fest. In der jüdischen Tradition ist der Samstag ein Ruhetag, weshalb Gott am Sonntag mit der Schöpfung begonnen haben muss.

Zweifel an Usshers Theorie

Die Ussher-Chronologie wurde später in einigen Bibeln veröffentlicht, darunter die einflussreichen Scofield- und King-James-Bibeln. Der französische Diplomat Isaac de La Peyrère äußerte nur fünf Jahre nach Erscheinen der Berechnungen Zweifel an Usshers Theorie und begründete dies unter anderem mit archäologischen Funden.

Er veröffentlichte ein Buch, in dem er seine konträre Meinung darlegte, zog seine These jedoch im Zuge der Inquisition zurück, um nicht der Ketzerei angeklagt zu werden. Sein Buch wurde in Paris verbrannt. Bis heute stützen sich christliche Gemeinschaften auf die Berechnungen Usshers, wie etwa der Junge-Erde-Kreationismus.

Auch andere Forscher berechneten den Zeitpunkt der Schöpfung und kamen auf ähnliche Ergebnisse wie Ussher. Etwa der angesehene britische Kirchenhistoriker und Benediktinermönch Beda Venerabilis errechnete bereits im Jahr 731 als Schöpfungsdatum den 18. März 3952 v. Chr.

Auch der Niederländer Joseph Justus Scaliger, der als einer der größten Gelehrten des 16. Jahrhunderts gilt, errechnete das Schöpfungsjahr 3950 vor Christus. Auch der britische College-Direktor John Lightfood kam im Jahr 1644 auf ein ähnliches Ergebnis (darum Ussher-Lightfood-Kalender).