Russischer Landwirt gibt eigene Kartoffel-Währung heraus


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Ein russischer Landwirt hat eine eigene Währung herausgegeben, den Kolion – benannt nach seinem Heimatort. Ein Kolion entspricht 10 kg Kartoffeln. Die Moskauer Staatsanwaltschaft hat ihn nun vor Gericht geladen und wirft ihm Untergrabung der wirtschaftlichen Sicherheit des Staates vor.

Kartoffel-Währung: Kolion. Bild: Facebookseite von Landwirt Schljapnikow

Mikhail Schljapnikow, ein Landwirt im isolierten russischen Dorf Kolionovo, hat eine eigene Währung herausgegeben: Den Kolion. Dabei handelt es sich um eine Kartoffel-gedeckte Währung, ein Kolion entspricht 10 Kilogramm Kartoffeln und kann auch gegen andere Erzeugnisse wie Gemüse, Obst oder Fisch eingetauscht werden.

Nun hat sich die russische Regierung der Sache angenommen und Schljapnikow vor Gericht geladen, um seine eigene Währung zu erläutern. Die Staatsanwaltschaft behauptet, der Landwirt würde durch die Herausgabe seines eigenen Geldes die wirtschaftliche Sicherheit des russischen Staates untergraben. Schljapnikow, ehemaliger Moskauer Geschäftsmann, bestreitet jedoch derartige Absichten.

Während eines Telefonats mit der Moskauer Zeitung Moscow Times sagte Schljapnikow, dass er keine Erklärung für seine Vorladung habe, die Moskauer Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern. „Wir können Aktionen der Staatsanwaltschaft nicht kommentieren, da der Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Jegliche Kommentare könnten das Gericht unter Druck setzen“, sagte Marina Kaurova, Oberassistentin der Moskauer Staatsanwaltschaft gegenüber dem Blatt.



Unabhängig vom Ausgang der Angelegenheit erfreut sich die Kartoffel-Währung großer Beliebtheit in der Region und wurde bereits zu einem begehrten Sammlerobjekt, behauptet Schljapnikow. Tatsächlich hat die Sache landesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Schljapnikow ist treuer Anhänger des russischen revolutionären Anarchisten Michail Bakunin. 2010 stellte er sich gegen Pläne der Regierung, ein Krankenhaus in der Region zu schließen. Zwar wurde er dabei verhaftet und landete vor Gericht, das Krankenhaus steht aber noch. Wenn auch ohne Unterstützung der Regierung.

„Wir sind eine autarke Gemeinschaft, haben unsere eigene Selbstverwaltung und führen Staatsfunktionen aus“, so Schljapnikow. „Die Hauptsache ist, dass wir versuchen ein eigenes Überlebensmodell zu schaffen.“

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