Lawrow: NATO-Angriffe auf Libyen waren Kriegsverbrechen


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Von welcher Seite man es auch betrachtet, bei den Luftangriffen auf Libyen handelte es sich um ein Kriegsverbrechen. Dies sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow während einer Liveschaltung.

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Bild: Sergej Lawrow und John Kerry, Urheber: U.S. Department of State, Lizenz: public domain

Im Jahr 2011 brach der sogenannte Bürgerkrieg in Libyen aus. Eine Koalition, hauptsächlich bestehend aus NATO-Staaten, begann eine militärische Intervention, natürlich aus purer Nächstenliebe, um damit einen sofortigen Waffenstillstand zu erwirken. Die Operation führte zur Eskalation des Konflikts, die letztendlich zur Ermordung des Staatsoberhaupts Muammar Gaddafi führte.

Russlands Regierung betrachtet die Operation heute als Kriegsverbrechen. Außenminister Sergej Lawrow merkte an, die angreifenden Staaten hätten ein Mandat des UN-Sicherheitsrats verletzt, welches eine Schließung des Luftraums vorschrieb. Dennoch wurde Libyen durch NATO-Kampfjets bombardiert. „Von welcher Seite Sie dies auch betrachten, es handelt sich um ein Kriegsverbrechen“, sagte Lawrow während einer Liveschaltung auf kp.ru.

In Libyen herrscht seit der Ermordung Gaddafis vor fünf Jahren Chaos, das Land ist in mehrere Machtblöcke aufgeteilt. Die Erdölexporte sind zusammengebrochen, die Wirtschaft liegt am Boden, steigende Preise und sinkende Löhne machen der Bevölkerung zu schaffen.

3 Kommentare

  1. Ghaddafis „Vergehen“ war, die afrikanischen und arabischen Staaten aufzufordern, eine neue gemeinsame Währung einzuführen um sich der Dominanz von Dollar und Euro zu entziehen. Ein „Gold-Dinar“, mit ca. 150 To. Gold (dem libyschen Staatsschatz) als Grundlage, war Bestandteil von Ghaddafis Initiative, ebenso die Gründung einer afrikanischen Investmentbank. Die geplante Einrichtung einer Afrikanischen Zentralbank mit Sitz in Abuja sowie eines afrikanischen Währungsfonds in Kamerun mit einem Kapitalstock von 42 Milliarden Dollar wären den Interessen der „westlichen Wertegemeinschaft“ einschließlich ihrer Finanzoligarchen doch arg zuwidergelaufen, insbesondere Frankreich (als ehemaliger Kolonialherr) wäre ein großer Verlierer dieser Gh.-initiative gewesen. Sarkozy und Hillary Clinton waren die treibenden Kräfte hinter dem völkerrechtswidrigen Bombardement Libyens und zeichnen sich verantwortlich für Krieg und Chaos in Libyen.

  2. @ edmundotto.
    Genau, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Egal wie man den Vorgang betrachtet, Libien ist ein gezielt destabilisierter Staat, in einer langen Kette von US-iniziierter Kriegsverbrechen an denen sich auch andere NATO-Staaten gerne beteiligen.
    Es ist sicher nicht die letzte Kriegstreiberei !

    MfG. grillbert aus Hamburg.

  3. Ghaddafis weiteres „Vergehen“ war, die Drohung, sein Geld aus Frankreich abzuziehen, was den Bankrott der französischen Bank zur Folge gehabt hätte. Es folgten weitere Vergehen verbal, der kurz vorher noch (nachlesbar) beste Freund Ghaddafi wurde zum Diktator umgetauft. Bei dem Begriff Diktator löuft dann die automatische Demokratisierungs-Maschine an.

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