Jemen: Ein Drittel aller Saudi-Angriffe treffen zivile Ziele


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Saudi-Arabiens Militärkoalition hat in den vergangenen eineinhalb Jahren 8.600 Ziele im Jemen bombardiert, ein Drittel der Angriffe trafen zivile Ziele wie Schulen, Krankenhäuser und Moscheen.

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Saudi-Arabiens Botschaft in Berlin, Bild: Gegenfrage.com

Ein Drittel aller von Saudi-Arabien durchgeführten Angriffen im Jemen treffen zivile Ziele wie Krankenhäuser, Schulen oder Moscheen. Dies ergab eine Studie der aus Forschern und Menschrechtlern bestehenden Gruppe Yemen Data Project, in Auftrag gegeben wurde die Studei vom britischen Guardian.

Seit März 2015 und August 2016 führte die Saudi-Koalition insgesamt 8.600 Luftangriffe auf Ziele im Jemen durch, davon waren nur 3.577 militärische Einrichtungen. 3.158 Zielen waren nicht-militärisch und bei 1.882 weiteren Angriffen sind die Ziele nicht bekannt.

Ganze 942 Mal wurden Wohngebiete bombardiert, 114 Angriffe richteten sich gegen teilweise gut besuchte Märkte, 34 Moscheen wurden beschossen sowie 147 Schulgebäude und 26 Universitäten. Eine Schule wurde sogar ganze neun Mal bombardiert, ein Markt sogar 24 Mal.

Weitere 37 Angriffe richteten sich gezielt gegen das Transportnetz im Jemen. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Jubeir sagte gegenüber dem Guardian, dass die Zahlen „stark übertrieben“ seien. Er hingegen beschuldigte die Houthis, zivile Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser in Waffendepots oder Einsatzzentralen umzufunktionieren.

Saudi-Arabien ist der weltweit größte Importeur von Waffen, im vergangenen Jahr kaufte das Königreich Waffen im Wert von 9,3 Milliarden Dollar ein. Deutschland ist nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt, mit die größten Aufträge für deutsche Rüstungsunternehmen stammen aus Saudi-Arabien.

Quellen: guardian, rt

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