An diesem Tag
10.06.1940: Italien erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg


Am 10. Juni 1940 erklärte Italien Frankreich und Großbritannien den Krieg. Aus der Sicht Deutschlands war der Eintritt Italiens in den Krieg jedoch keine besonders große Hilfe.

Italien Kriegserklärung an Frankreich und Großbritannien
Italien Kriegserklärung an Frankreich und Großbritannien, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1940 erklärte Italiens Staatsoberhaupt Benito Mussolini Frankreich und Großbritannien den Krieg. Zuvor hatte er sich aus den Kämpfen zwischen Deutschland und den Alliierten formell herausgehalten. Was hatte zu diesem Sinneswandel geführt?

Vielleicht war es die deutsche Besatzung von Paris. Zuerst sei er zu feige gewesen daran teilzunehmen und plötzlich hätten die Italiener es damit eilig, was von der Beute abzubekommen, reflektierte Hitler. Mussolini aber erwiderte, dass der Faschismus „nicht dafür steht, einen Mann zu schlagen, wenn er bereits am Boden liegt“.

Italiens Mangel an Rohstoffen hatte Mussolini davon abgehalten, einen Krieg zu führen. Großbritannien und Frankreich hatten ihn zuvor mit Versprechungen territorialer Zugeständnisse in Afrika im Gegenzu für Italiens Neutralität umworben. Deutschland hingegen hatte im September 1939 um die Teilnahme Italiens gebeten.

Allerdings war der Eintritt Italiens in den europäischen Krieg aus Sicht der Deutschen eher hinderlich. So wurden italienische Soldaten nach der Kriegserklärung Italiens im Südwesten Frankreichs mobilisiert. Die französischen Truppen jedoch konnten den Angriff ohne große Mühe abwehren.

Die Reaktion der Alliierten auf die Kriegserklärung folgte schnell: In London wurden alle Italiener interniert, die weniger als 20 Jahre in Großbritannien gelebt hatten und zwischen 16 und 70 Jahre alt waren.

In den Vereinigten Staaten strahlte Präsident Roosevelt in seiner „Stab in the Back“-Rede im Rundfunk das Versprechen aus, Großbritannien und Frankreich mit den „materiellen Ressourcen“ der USA zu unterstützen.

4 Comments

  1. Der Beitritt Italiens war nirgendwo eine Hilfe, denn wenn es nicht so läuft, wie die Italiener es sich erträumen, dann drehen sie schnell die Fahne nach dem Wind und lassen ihre Partner im Regen stehen.

  2. Ja, das stimmt, Helmut, und deshalb erinnere ich hier an den Ausspruch Reichskanzler Bismarcks: „die Italiener haben immer großen Appetit, aber schlechte Zähne“.
    Das bezog sich auf die kolonialen Interessen Italiens.

    Mussolini, darüber habe ich authentische Literatur, war 1939 und 1940 keineswegs davon überzeugt, dass Deutschland mit Frankreich und England fertig werden würde. Deshalb kontaktierte er insgeheim Churchill- also hinter dem Rücken des Bündnispartners Deutschland.
    Erst als sich die Niederlage Frankreichs und Englands abzeichnete, stellte er sich hinter Deutschland und erklärte beiden Ländern den Krieg.
    Frankreich demütigte er zusätzlich dadurch, dass Frankreich nach der Kapitulation vor Hitler nocheinmal vor Italien kapitulieren musste.

  3. Die italienische Regierung hat zweimal Deutschland verraten.
    Einmal beim Bruch der „wohlwollenden Neutralität“ gegenüber Österreich-Ungarn und dann 1943.
    Der bevorstehende Seitenwechsel der Italiener auf Seiten der westlichen Alliierten (also Verrat an Deutschland und Japan)
    war in der Reichsregierung schon lange bekannt und deshalb konnte man auch rechtzeitige Gegenmaßnahmen mit Unterstützung der Mussolini Truppen treffen.
    Ohne dem, wären sicher zigtausende deutsche Soldaten gefangen genommen und die US Truppen im Parademarsch bis Rom marschiert.

  4. Stimmt, ELCID; ich bin beeindruckt.
    Ein besonders trauriges Kapitel ist das Verhalten der italienischen und französischen Regierung nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht.
    Es folgte kein Dank, kein Dank an das Oberkommando der Wehrmacht, die Städte Rom und Paris jeweils zur „Offenen Stadt“ erklärt zu haben.
    Es fanden keine Kämpfe statt! Um diese Städte mit ihren historischen Bauten nicht zu zerstören zu lassen, was Briten und Amerikaner zweifelos getan hätten,
    wurden die beiden Städte von der Wehrmacht auf Befehl des OKW und Hitlers nicht verteidigt.
    Obwohl man sich leicht denken kann, dass diese Städte, Straße um Straße verteidigt, den Vormarsch stark verlangsamt hätten.
    Sie Sieger nahmen das alles hin, ohne ein Wort des Dankes zu verlieren.

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