Gesetzentwurf: Israel will Jordantal annektieren (Update)


von

Einer möglichen Beilegung des Konflikts zwischen Israel und Palästina steht ein Gesetzentwurf des israelischen Kabinetts im Wege, welcher die Angliederung des seit 1967 besetzten Jordantals an Israel vorsieht. Die Palästinensische Autonomiebehörde lehnt dies entschlossen ab.

Israel und Palästina 1946 – 2000
Israel: weiß, Palästina: grün

Das israelische Kabinett hat heute einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Annexion des Jordantals vorsieht. Das Jordantal bezeichnet das Gebiet entlang der jordanischen Grenze und wird von den Palästinensern als Teil ihres zukünftigen eigenen Staates betrachtet. Israel sieht in der Zone einen Sicherheitspuffer.

Palästinas Präsident Abbas bezeichnete dies als „Rote Linie„, man werde nicht einfach dabei zusehen, wie Israel den Gesetzentwurf in die Tat umsetzt und betonte, dass das Jordantal ein Teil Palästinas sei. Israel erachtet das Gebiet für die Israel Defence Forces (IDF) strategisch als sehr bedeutungsvoll, wie die durch umstrittene Äußerungen bekannte ranghohe israelische Abgeordnete Miri Regev bemerkte. Israel bestehe darauf, das Gebiet mit eigenen Truppen zu schützen. Laut israelischen Quellen ist in Abstimmung mit den USA möglicherweise auch ein riesiger Grenzzaun entlang der jordanischen Grenze in Planung.

Der Gesetzentwurf wird seitens der großen Regierungsparteien Likud und Jisra’el Beitenu unterstützt. Gegner des Vorschlags befürchten dadurch eine internationale Isolation Israels und eine Gefährdung des von den USA geforderten Friedensprozesses. Das Jordantal liegt nur wenige Kilometer von Jerusalem entfernt und ist seit der Besetzung im Jahr 1967 eine geschlossene militärische Zone. Vor dem Sechs-Tage-Krieg lebten in der Region vorwiegend Landwirte.

Update 05. Januar 2014: Israels Geheimdienstminister Yuval Steinitz sagte heute, dass Israel alle Vorschläge der USA in Bezug auf die Sicherheit des Jordantals ablehnen werde. „Die Sicherheit muss in unseren Händen bleiben. Jeder, der eine Lösung im Jordantal durch den Einsatz einer internationalen Truppe, der palästinensischen Polizei oder technische Mittel vorschlägt, versteht nichts vom Nahen Osten.“

Washington hatte zuvor eine gemeinsame Militärpräsenz in der Region vorgeschlagen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Am Samstag sagte US-Außenminister John Kerry während seiner Nahost-Reise, dass zwar Fortschritte bei den palästinensisch-israelischen Verhandlungen gemacht worden, jedoch viele Fragen weiterhin ungelöst seien.

Viele Juden auf der ganzen Welt lehnen die Politik Israels ab. Insbesondere in den New York City, wo die meisten Juden außerhalb Israels leben, gibt es immer wieder heftige Proteste gegen Israels zionistische Regierung. Laut einer Umfrage des Jewish Council for Public Affairs, bei der 552 Rabbis in den ganzen USA befragt wurden, glauben nur 20 Prozent an friedliche Absichten der israelischen Regierung (Umfrage hier zum Download: PDF 0,5 MB).

Etwa im Juni 2013 protestierten zwischen 20’000 und 100’000 Juden in New York gegen den Wehrdienst in der israelischen Armee, welche fundamentale jüdische Werte untergräbt. Dieses Ereignis fand seitens großer Medien leider kaum Beachtung. Eindrucksvolle Fotos hier oder hier.

Weiterführende Links:

14 Kommentare

  1. Guten Morgen & gesundes Neues
    lieber Bürgender, Kaiser & All,

    sehr interessante Links, ich versteh immer noch nicht, warum solch‘ Regierungen gewählt werden, da man sich ja auch im Inland gegen diese gefährlich dumme Regierung mit Demonstrationen wehrt.

    Ist also Wahlbetrug denkbar? Gibt es die finanzierenden Hardliner im Ausland? Gewiss! Warum sehen die meisten Staaten weg?
    Ist es der alte Plan des Rammbockes in der Arabischen Welt, also Geostrategische Zielsetzung, hin zu Eskalations- und somit Eroberungsideen?
    Ist es ein erneuter Auftaktversuch.

  2. Moin moin mein lieber @Dieling – Doch schon wieder ausgenüchtert und am (neuen?) Arbeitsplatz?

    Ich hatte dir noch was reingestellt als Antwort und quasi Geleitwort für 2014

    https://www.gegenfrage.com/analysten-usa-sollten-krieg-gegen-china-vorbereiten/

    Hier im Tagesticker ein Link zu einer lesenswerten Zusammenfassung. Lesenswert, weil gespickt mit Quellenverweisen. Auch das Thema : Böser Feind Putin / Russland, also die Vorgehensweise der bezahlten Schweine-Journaille, gut erläutert. Es ging und geht immer noch um Öl u.a. Resourcen.

    Gruß kw

  3. Also, es sieht eher so aus, als handele es sich um eine Demo gegen den allgemeinen Wehrdienst, von dem Thoraschüler bisher ausgenommen waren.

  4. @kaiser

    yupp on the right place, now!
    werd‘ mir es heute sichten,
    Freue mich auf Gegenfrage und 2014*

  5. @Gerd
    Du hast recht, habe das ergänzt. Protestiert wurde gegen den Wehrdienst, da die Israel Defense Forces (= Israelische Wehrmacht?) laut Schildern fundamentale jüdische Werte untergraben.

    Zwar kenne ich mich mit dem Judentum nicht aus, aber diese Armee untergräbt ja eigentlich alle denkbaren Werte. Im Auftrag der Oberbefehlshaber natürlich.

  6. @Bürgender – Das Thema, dass Juden gegen die Kriegspolitik und anderer politischer Themen GEGEN Israel protestieren, das hatten wir hier ja schon mal verarbeitet. Wird in den deutschen Medien aber gedeckelt. Ebenso wie
    die Artikel der bekannten jüdischen kritischen Autoren nicht in der Mainstream-Presse erscheinen.

    Für interessierte Leser dazu Eingabe bei Google BILDERsuche :

    jews against israel

    orthodox jews israel protest

    ———–
    IDF hast du ja wieder völlig politisch unkorrekt übersetzt. Das ist doch eine VERTEIDIGUNGSarmee, aber mit Sonderaufgaben und Nebenbeschäftigung.
    Siehe Video im Artikel. Auf spezielle Suchbegriffe findet man extreme
    Videos zu diesem Thema

    http://www.salem-news.com/articles/september192012/israel-arrest.php

  7. @Kaiser Wilhelm
    Politisch unkorrekt? Ich bitte um Verzeihung… Wobei Verteidigungskraft genau das gleiche bedeutet wie Wehrmacht. Nur ist das eine heute eine offizielle Bezeichung, das andere ein politischer Kampfbegriff. Dachte mir, dass man das endlich auch mal bemerken könnte.

    Dass man jüdische Autoren in der Mainstreampresse nicht zu Wort kommen lässt und Israels zionistischer Staat, der von Juden weltweit abgelehnt wird (echte Juden wollen angeblich keinen eigenen Staat haben), stets positiv dargestellt wird, ist in meinen Augen ganz klar judenfeindliche Berichterstattung. Fazit: Die deutsche Presse diskriminiert Juden. Oder ist diese Schlussfolgerung falsch?

    Dieser kriminelle Sharon, der jetzt angeblich im Sterben liegt, wird von der deutschen Presse wie ein großer Staatsmann gefeiert, was ich ziemlich abstoßend finde. Eine Frechheit gegenüber den zahllosen palästinensischen Opfern dieses Kerls.

  8. @Bürgender – Das war eher ironisch gemeint, jedoch ich beziehe mich auf das Wort DEFENSE. Unter einer Verteidigungsarmee verstehe ich eine Armee zur Landesverteidigung. Die BW Deutschlands war mal so eine, bis man das durch Änderung des Grundgesetzes umwandelte. Also für mich eine V-Armee eine, die
    erst NACH dem Angriff auf das eigene Gebiet in Aktion tritt. Nicht aber ein Land präventiv angreift, oder ihre Söldner auch ohne angegriffen worden zu sein in fremde Länder einmarschieren lässt zur Verteidigung der Freiheit am Arsch der Welt.

    Die deutsche Mainstream-Presse u.a. hofieren die Zionisten, so kann man es auch nennen.

    http://www.zeitenschrift.com/news/hecht-galinski-wirft-zentralrat-unterdrueckung-von-kritik-vor

    Chodorkowsky und Mandela werden auch von der Presse hochgejubelt. Ein Blick in deren Biographien langt um zu erkennen, was für Vögel das waren.
    Aber kein Wunder, die Biographien von Frau Merkel und dem Gauck passen dazu, die Stasi Akten von denen hat wohl die NSA. Somit devotes Stiefelsohlen-Abschlecken Pflichtübung.

    Shalom

  9. Guten Rutsch auch an Alle,
    da muß halt zwischen Religion und Politik unterschieden werden. Politisch ist Israel nichts anderes als jeder andere agressive Kolonialstaat seit 4000 Jahren. Sie wollen ein Imperium, am besten bis Ägypten und haben das Problem zu wenig Soldaten zu besitzen. Die sich am meisten vermehren, die Religösen, wollen nicht kämpfen, die kämpfen können werden immer weniger. Dazu kommt das sehr viele junge Israelis das Land verlassen. Sie haben keine Lust als Kanonenfutter, oder Ghettoaufseher in Palestina zu dienen. In Berlin allein sollen schon mehr als 15 000 von ihnen mit israelischem Pass leben. Offiziell gelten all diese Menschen in Kanada,USA und Australien als nur zeitweilig abwesend.Das sie es anders sehen zeigt der Protest gegen den Militärdienst.
    Wie die Kreuzfahrerstatten ohne Zuzug von neuen Rekruten gegen die Übermacht der Muslime nicht bestehen konnten, wird auch Israel ein Auslaufmodell. Da hilft auch kein Zaun und keine A Bombe, umzingelt von selbstgemachten Feinden ist die Existenz verspielt. Die Bewohner von Israel machen sich keine Gedanken im Vertrauen auf eine nicht vorhandene Stärke, die Kapelle spielt ja noch auf der unsinkbaren Titanik.

  10. Update (im Artikel rot markiert): Israels Geheimdienstminister Steinitz sagte heute, dass Israel jeden Vorschlag einer palästinensischen Beteiligung in Bezug auf Sicherheit im Jordantal ablehnt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.