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30.04.1803: Frankreich verkauft Louisiana an die USA


Frankreich/Geschichte/USA

Am 30. April 1803 verkaufte Frankreich das riesige Louisiana-Territorium zum Schnäppchenpreis von unter 8 Dollar pro Quadratkilometer an die USA.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Frankreich Louisiana USA
Frankreich Louisiana USA, Bild: Gegenfrage.com

Am 30. April 1803 unterzeichneten Washington und Paris den Louisiana Purchase Treaty. Frankreich erklärte sich damit bereit, ein Territorium von 828.000 Quadratmeilen (2,1 Millionen Quadratkilometer) an die Vereinigten Staaten zu verkaufen. Das Gebiet erstreckte sich vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains.

Mit dem Zugewinn an Land verdoppelte sich die Größe der Vereinigten Staaten. Obwohl der Verkauf ein riesiges Gebiet umfasste, das sich heute über 15 Bundesstaaten und zwei kanadische Provinzen erstreckt, bestand Amerikas ursprüngliches Interesse nur darin, den Hafen von New Orleans zu kaufen.

New Orleans bot einen wichtigen Zugang zum Mississippi und zum Golf von Mexiko und war daher für den amerikanischen Handel und die Versorgung der neuen Westgebiete, die zu dieser Zeit besiedelt wurden, von entscheidender Bedeutung.

Als Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts die Kontrolle über die Stadt von Spanien zurückerlangte, wurde eine Einschränkung des Zugangs befürchtet. Diese Befürchtungen bestätigten sich am 18. Oktober 1802, als die Franzosen den Amerikanern die Nutzung von Lagerhäusern in New Orleans untersagten.

US-Präsident Jefferson hatte bereits Diplomaten beauftragt, Gespräche mit Paris zu beginnen. Einer seiner Vorschläge war der Kauf der ganzen Stadt. Doch kam es anders. Am 11. April 1803 boten das französische Händler den Amerikanern das gesamte Territorium Lousiana für 80 Millionen Francs bzw. 15 Millionen Dollar (= 300 Millionen 2016-Dollar) zum Verkauf an.

Angesichts eines drohenden Krieges gegen Großbritannien und des gleichzeitigen unkontrollierbaren Aufstands im heutigen Haiti hatte Frankreich kaum Kapazitäten übrig, um im Mississippi-Tal präsent zu bleiben.

Mastering

Daher beschloss die französische Regierung, das gesamte Gebiet für weniger als 8 Dollar pro Quadratkilometer zu verkaufen.

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politico, historypod

5 Comments

  1. Na ja, damals mag es als ein Fehler angesehen worden sein.
    Aber bereits 50 Jahre später, war klar dass dieses von Frankreich den Indianern gestohlene Gebiet nicht zu halten gewesen wäre. Denn dann begann der US Bürgerkrieg, der Kampf um Zusammenhalt oder Sezession.
    Da wäre Frankreich dann Kriegspartei geworden und 1940 hätten die Amerikaner keinen Finger für Frankreich gerührt.

  2. die usa sind für frankreich in den zweiten weltkrieg?
    die nächste alternative geschichtsschreibung von markus nach der weltwirtschaftskrise?

  3. @ havald

    Bringe er doch einfach den Zusammenhang zur Geltung.
    England hätte ohne die Rückendeckung aus Washington niemals Deutschland den Krieg am 3.9.1939 erklärt.
    Das ist Fakt! Frankreich wollte diesen Krieg nicht, weil Hitler im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1938 ganz offiziell auf die Wiedergewinnung der beiden deutschen Provinzen Elsass und Lothringen verzichtet hatte.
    Also bedurfte es britischer Überredungskünste, wobei die US Karte gezogen, d.h. gezeigt werden musste.
    Erst dann erklärte Frankreich zögerlich dem Deutschen Reich den Krieg.

  4. Da würde ich sogar noch anfügen, dass der Verrat deutscher Generäle im Frühjahr 1939 die Briten bestärkte, dem Reich den Krieg zu erklären. Dazu gibt es genug anerkannte Literatur.
    Deutsche Generäle hatten spätestens nach dem Griff Hitlers nach der „Resttschechei“ Verbindungen zu London aufgenommen. Diese Generäle (der bedeutendste war Ludwig Beck) versprachen, dass die Wehrmacht im Falle eines Krieges mit England nicht kämpfen, sondern Hitler verhaften würde.
    Diese Gespräche wurden teils über die Schweiz und teils über Schweden geführt.
    Als dann die Verhaftung wegen der Uneinigkeit im Generalsstab nicht stattfand, wurden etwa ein Dutzend Attentate auf Hitler geplant.
    Realisiert wurden weniger als die Hälfte. Am bekanntesten hiervon die Bombe im „Bürgerbräu“ in München.
    Diese war direkt neben dem Mikrofon Hitlers in der Seitenverkleidung einer Wand untergebracht.
    Doch Hitler verlies früher als geplant seinen Auftritt.
    Das ganze füllt eigentlich ein ganzes Buch mit all diesen Irrungen und Wirrungen. Hätte Graf Stauffenberg am 20.7.1944 seinen eigenen Hintern nicht für wertvoller gehalten als Hitlers Tod, dann wäre er vor Ort geblieben und hätte die Aktentasche mit der Bombe, als Hitler sich an die andere Seite des Tisches begab, hinter her getragen.
    Das hätte nicht nur Millionen Deutschen den Tod erspart, sondern auch zigtausenden Franzosen.

  5. Hallo ELCID,

    na da weißt Du mehr wie ich bisher dachte. Gratulation!
    Dann weißt Du sicherlich auch, dass Roosevelt Ende August 1939 früher von Hitlers letztem Angebot erfuhr, wie die Regierung in Warschau. Die US Regierung war in alle Details der deutsch-polnischen Verhandlungen involviert und stärkte London den Rücken, falls Hitler Polen angreifen sollte.
    Alle Verhandlungen mussten über London laufen, weil Warschau keine direkten Verhandlungen mit Berlin wünschte. Das letzte Angebot Hitlers, in welchem er Polen mehr etwa Zweidrittel der 1918 erhaltenen Gebiete belassen wollte, erreichte die polnische Regierung nie.
    Weil London und Washington sofort klar war, dass dies ein attraktives Angebot für Polen darstellen könnte.
    Dieses Angebot soll die polnische Exilregierung erst nach ihrer Flucht in London zur Kenntnis genommen haben.

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