An diesem Tag
19.12.1946: Beginn des Ersten Indochina-Kriegs


von

Am 19. Dezember 1946 begann der Erste Indochina-Krieg zwischen Frankreich und Französisch-Indochina, in dem zwischen 400.000 und 840.000 Menschen ums Leben kamen.

Erster Indochina-Krieg
Erster Indochina-Krieg, Bild: Gegenfrage.com (Flagge Nordvietnam, gemeinfrei)

An diesem Tag im Jahr 1946 begann der Erste Indochina-Krieg. In Frankreich ist dieser Krieg als Indochina-Krieg bekannt, in Vietnam als Anti-Französischer Widerstandskrieg. Er begann am 19. Dezember 1946 in Französisch-Indochina und dauerte bis zum 20. Juli 1954. Damit dauerte der Konflikt länger als der Zweite Weltkrieg, dem er direkt folgte.

Der Kampf zwischen den französischen Truppen und den Việt Minh im Süden begann bereits im September 1945. Die meisten der Kämpfe fanden in Tonkin in Nord-Vietnam statt. Der Konflikt umfasste allerdings das ganze Land und auch die benachbarten französischen Protektorate Laos und Kambodscha.

Auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 beschlossen die Stabschefs, dass Indochina im Süden dem Südostasienkommando unter dem britischen Admiral Mountbatten unterstellt werden sollte. Japanische Streitkräfte, die sich südlich dieser Linie befanden, ergaben sich.

Im September 1945 drangen chinesische Truppen nach Tonkin ein und eine kleine britische Task Force landete in Saigon. Die Chinesen erkannten die vietnamesische Regierung unter Hô Chi Minh an, die damals in Hanoi an der Macht war.

Am 02. September 1945 hatte Ho Chi Minh in Hanoi die Gründung der Demokratischen Republik Vietnam (DRV) ausgerufen. Die DRV regierte als einzige Zivilregierung in ganz Vietnam für einen Zeitraum von etwa 20 Tagen nach der Abdankung von des Kaisers, der unter japanischer Herrschaft regiert hatte.

Am 23. September 1945 stürzten die französischen Truppen mit Kenntnis des britischen Kommandanten in Saigon die örtliche DRV-Regierung und erklärten die Wiederherstellung der französischen Autorität in Cochinchina.

Guerillakrieg

Ein Guerillakrieg bekann unmittelbar vor Saigon, doch konnten die Franzosen nach und nach die Kontrolle über den Süden und Norden von Indochina übernehmen. Hô Chi Minh stimmte zu, den zukünftigen Status Vietnams auszuhandeln, aber die in Frankreich geführten Gespräche führten zu keiner zufriedenstellenden Lösung.

Nach über einem Jahr latenter Konflikte brach am 19. Dezember 1946 der Krieg zwischen den französischen Streitkräften und den Việt Minh aus, als Hô und seine Regierung in den Untergrund gingen. Die Franzosen versuchten Indochina zu stabilisieren, indem sie es als Föderation assoziierter Staaten neu organisierten. Im Jahr 1949 setzten sie den ehemaligen Kaiser BĐạo Đại als Machthaber eines neu gegründeten Staates Vietnam wieder ein.

In den ersten Jahren des Krieges gab es einen Aufstand gegen die Franzosen. 1949 wurde der Konflikt zu einem konventionellen Krieg zwischen zwischen zwei mit modernen Waffen ausgestatteten Armeen, die von den Vereinigten Staaten, China und der Sowjetunion ausgerüstet wurden.

Zu den französischen Unionstruppen gehörten Kolonialtruppen aus dem gesamten ehemaligen Imperium (marokkanische, algerische, tunesische, laotische, kambodschanische und vietnamesische ethnische Minderheiten), französische Berufstruppen und Einheiten der französischen Fremdenlegion.

Der Einsatz von Rekruten aus Frankreich wurde von der Regierung verboten, um zu verhindern, dass der Krieg zu Hause noch unpopulärer wird. In Frankreich wurde der Krieg auch als „Schmutziger Krieg“ (la sale guerre) bezeichnet.

Die französischen Kampfhandlungen wurden aufgrund der begrenzten Verwendbarkeit von Panzern in einer Dschungelumgebung und dem Mangel an Kampfflugzeugen massiv erschwert. Die Vietnamesen hingegen nutzten effiziente und neuartige Kriegstaktiken, führten vernichtende Konvoi-Überfälle durch und hatten eine starke Armee zusammengestellt, die breite Unterstützung der Bevölkerung genoss.

Sie setzte Guerillataktiken ein und verfügte über sowjetische Waffen, die als sehr zuverlässig galten. Diese Kombination erwies sich aus Sicht der Franzosen als fatal für die Verteidigung der Militärbasen, die in einer entscheidenden französischen Niederlage in der Schlacht von Dien Bien Phu gipfelte.

Insgesamt kamen im Ersten Indochina-Krieg zwischen 400.000 und 840.000 Menschen ums Leben, fast die Hälfte davon waren Zivilisten.

Konferenz von Genf

Auf der Internationalen Konferenz von Genf am 21. Juli 1954 schlossen die neue sozialistische französische Regierung und die Việt Minh ein Abkommen, das vom Staat Vietnam und von den Vereinigten Staaten abgelehnt wurde. Die Việt Minh erhielten die Kontrolle über Nordvietnam, der Süden wurde von Bảo Đại regiert.

Ein Jahr später wurde Bảo Đại von seinem Premierminister Ngô Đình Diệm abgesetzt, wodurch die Republik Vietnam gegründet wurde. Kurz später entwickelte sich ein Aufstand, unterstützt vom Norden, gegen die Regierung von Diệm.

Der Konflikt eskalierte zu einem neuen großflächigen Krieg, der heute als Vietnamkrieg, Amerikanischer Krieg oder Zweiter Indochina-Krieg bekannt ist.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.