'Die Eurozone befindet sich in der Endphase'


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Die Eurozone befindet sich in der Endphase und kann nicht mehr als Einheit zusammengehalten werden. Dies behauptete David Murrin, Chief Investment Officer bei Emergent Asset Management in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC.

„Europa befindet sich in der letzten Phase seiner Existenz. Es gibt keinen erfolgreichen Weg der Agglomeration, in der sich ohne Wachstum kleinere Einheiten zu einer größeren zusammenschließen. Es gibt keine Möglichkeit mehr, Europa zusammenzuhalten“, sagte Murrin. Er fügte hinzu, dass das Krisenmanagement der europäischen Staats- und Regierungschefs von Verzweiflung geprägt sei. „Es ist faszinierend zu beobachten, wie europäische Politiker verzweifelt versuchen, das bankrotte System zusammenzuhalten.“ Deutschland sei in einer unglaublich starken Situation, doch werde die Bundesregierung niemals einen niedrigeren Lebensstandard in der eigenen Bevölkerung zulassen. Darum habe die Endphase der Eurozone bereits begonnen. „Diese ständigen politischen Versammlungen, bei denen absolut nichts herauskommt, zeigen auf, dass die Vorschläge der europäischen Staats-und Regierungschefs absolut substanzlos sind“, unterstrich Murrin.

Der Präsident der Eurasia Group Ian Bremmer teilt Murrins Pessismismus. „Wenn die Märkte ein definiertes Ziel in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten fordern, werden sie dieses nicht zu sehen bekommen. Die Peripheriestaaten werden sich weiterhin in einer Situation der zweiten Klasse befinden. Soziale Stabilität und Zusammenhalt lassen sich in dieser Form langfristig nicht umsetzen“, sagte er. Simon Smith, Chefökonom bei FxPro, gibt sich ebenfalls pessimistisch. Eine erfolgreiche Lösung der Schuldenkrise sei unwahrscheinlich. Merkel und Sarkozy seien zu schlaff, um entscheidende Fragen zu klären.

Die Regierungschefs der Europäischen Union werden sich am Freitag erneut zu einem Gipfel versammeln. Bereits am Montag hatten sich Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy getroffen, um weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise zu diskutieren. Das erste Treffen sah die Möglichkeit vor, die Eurozone von 17 auf 27 Mitgliedsstaaten zu vergrößern. Zudem waren eine europäische Fiskalunion und strengere Haushaltsregeln vorgeschlagen worden.

9 Kommentare

  1. Es ist schon komisch das das nur aus der USA oder England zu hören ist.

    Weshalb hört man so was von irgend einem Südeuropäischen Neutralen Fachmann nicht oder aus Nordeuropa oder Russland?

    Irgend einer der davon Ahnung hat und nicht mit Europa zu tun der ganz neutral ist.

    Das geht mir auf den Senkel das nur die Amis oder Tomis mir so was erzählen.

  2. Und vor dem Gipfel haben alle wichtigen Teilnehmer ihre Instruktionen aus USA bekommen:
    „US-Finanzminister Timothy Geithner reist vor dem Hintergrund der Euro-Schuldenkrise am kommenden Dienstag (Anm.: 06.12.11) zu hochrangigen Gesprächen nach Europa. Im Mittelpunkt der Beratungen stünden die ‚Bemühungen zur Stärkung der Institutionen in der Eurozone‘, teilte das Finanzministerium in Washington am Freitag mit. Zum Auftakt trifft Geithner demnach am 6. Dezember in Frankfurt am Main auf EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Am Nachmittag steht anschließend in Berlin ein Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf dem Programm. Am Mittwoch kommt Geithner dann in Paris mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Finanzminister François Baroin zusammen. Danach reise der US-Finanzminister nach Marseille zu Beratungen mit dem designierten spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Zum Abschluss seiner Visite will sich Geithner laut der Mitteilung am Donnerstag in Mailand mit Italiens Regierungschef Mario Monti treffen./fb/DP/he“

    Quelle:
    http://www.comdirect.de/inf/news/detail.html?ID_NEWS=213998658&SEARCH_VALUE=timothy&NEWS_CATEGORY=&RANGE=1W&DATE_START=08.12.2010&DATE_END=08.12.2011&REGION=&ID_SUPPLIER=DPA_AFX&ID_SUPPLIER=AKTIENCHECK&ID_SUPPLIER=FUNDRESEARCH&ID_SUPPLIER=BUSINESSWIRE&ID_SUPPLIER=PR_NEWSWIRE&OFFSET=0&BLOCKSIZE=20&SORT=DATE&SORTDIR=DESCENDING

  3. Geschichte wiederholt sich:
    Die Bezeichnung „Technokraten“ für die Administratoren einer derart undemokratischen Politik ist ein zynischer Euphemismus für Finanzlobbyisten oder Finanzbürokraten, die im Namen ihrer Auftraggeber als nützliche Idioten fungieren. Ihre Ideologie sieht den gleichen Sparkurs vor, der verschuldeten Staaten in der Dritten Welt zwischen den 1960ern und 1980ern vom Internationalen Währungsfonds aufgezwungen wurde. Diese Bürokraten sprachen von Stabilisierung der Zahlungsbilanz, öffneten zugleich den Markt und verkauften Exportbetriebe und Infrastruktur an ausländische Gläubiger. Die Folge war, dass die betroffenen Länder sich bei ausländischen Banken und ihren einheimischen Oligarchen noch weiter verschuldeten. — Michael Hudson

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/oligarchie-der-finanz-der-krieg-der-banken-gegen-das-volk-11549829.html

    Am Tag, als der Dollar starb

  4. Es ist nicht zu übersehen, man muss sich doch die Frage stellen: Wer profitiert an einem Euro Zusammenbruch oder einer Verkleinerung der Euro Zone? Nun das sind in erster Linie die USA mit ihrem kaputten Dollar. Der Euro wurde zu stark. Dann kamen ihre Rating Agenturen und taten ihre Arbeit. Einen Angriff auf den Euro zu fahren. Und dies wie wir sehen erfolgreich. Denn nichts wäre für den Dollar schlimmer gekommen, als wenn , wie es im Gespräch war, der Ölpreis auch in Euro hätte abgerechnet werden können. Das konnte man, um die Weltwährung des Dollars zu halten, doch nicht zulassen. Also fuhr man dieses Szenario. Zum Schaden der EU Bürger. Denn man will ja nicht nur weiter die Rohstoffe als erster ausbeuten können. Es würde mich nicht wundern, wenn den Griechen bei Ausstieg aus dem Euro der Dollar als Übergangswährung angeboten würde.

  5. uri .ich teile Ihre Meinung. Der Euro ist gegenüber dem Dollar zu gut geworden. Wir haben keine Euro-Krise, wir haben eine Dollarkrise. Auch ich hatte schon leise angedacht, dass es mich nicht wundern würde, wenn GR plötzlich und unerwaret mit dem Dollar wieder aufwacht.

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