Chinesische Ratingagentur stuft USA herab


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Die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit Rating Co. teilte am Mittwoch mit, dass sie die Bonität der Vereinigten Staaten von A + auf A herabgestuft hat. Zusätzlich erhielten die USA einen negativen Ausblick. Die Entscheidung, die Schuldengrenze anzuheben, ändere nichts an der Tatsache, dass die Staatsschulden der USA zu groß seien für das Wirtschaftswachstum des Landes. Zudem würden die Steuereinnahmen für einen Rückgang der Schulden nicht ausreichen. Das US-Repräsentantenhaus hatte am Montag eine Anhebung der Schuldengrenze um 2,1 Billionen Dollar genehmigt. Zusätzlich sollen die Ausgaben nun um 2,4 Billionen Dollar gekürzt werden. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit sei jedoch das Ergebnis der Kämpfe zwischen den US-Parteien und die Unfähigkeit der Regierung, das Schuldenproblem endlich in den Griff zu bekommen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

China ist mit Abstand der größte ausländische Halter von US-Schulden, mit Beteiligungen in Höhe von 1,15 Billionen Dollar (Stand: Ende April). Dagong hatte bereits vergangenen Monat angekündigt, dass sie das US-Rating auf negativen Ausblick gesetzt habe und eine Herabstufung die mögliche Folge für die weiter anhaltende wirtschaftliche Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft sei. Die Rezession habe ihre Ursache in der wirtschaftlichen und politischen Führung des Landes, so die Ratingagentur weiter.

Im November 2010 stufte Dagong die USA bereits von AA auf A+, nachdem die US-Regierung das sogenannte QE2, den Stimulus über 600 Milliarden Dollar, angekündigt hatte. Die Agentur sagte damals voraus, dass die lockere Geldpolitik langfristig keine positiven Veränderungen bringen werde. Die Neuverschuldung wachse stärker als die Reduzierung des Haushaltsdefizits, hieß es. Dagong schätzt nun, dass die Vereinigten Staaten ihr Haushaltsdefizit in den kommenden fünf Jahren um 4 Billionen Dollar reduzieren müssen, um nicht wieder an die Schuldengrenze zu stoßen. Der veranschlagte 2,4-Billionen-Dollar-Plan zur Senkung des Defizits spiegele lediglich die Unwilligkeit und Unfähigkeit des Landes wider, die Schulden langfristig abzutragen.

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