Boliviens Präsident: „War on Drugs“ ist Kontrollinstrument der USA


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Der bolivianische Präsident Morales beschrieb Washingtons „War on Drugs“ als US-Kontrollinstrument. Als größter Drogenkonsument der Welt hätten die USA zudem keine moralische Autorität, die Drogenbekämpfung anderer Länder zu kritisieren.

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Flaggen Boliviens (gemeinfrei) und der USA (eigene Fotografie), Bild: Gegenfrage.com

Boliviens Präsident Evo Morales beschrieb während des Non-Aligned Movement-Gipfels in Venezuela den Drogenhandel als einen Krieg, von dem nur die USA profitierten. „Der Kampf gegen den Drogenhandel ist ein Kontrollinstrument der Vereinigten Staaten“, sagte Morales in Bezug auf den US-Drogenkrieg in Lateinamerika. „Überall dort, wo der Drogenhandel wächst, profitieren die USA und die Welt des kapitalistischen Systems.“ Morales kritisierte zudem die globale US-Außenpolitik und bezeichnete die Situation der Palästinenser in Israel als „politischen Genozid“, gesteuert durch Israel und die USA.

Die Rede folgte einer Stellungnahme von US-Präsident Barack Obama bezüglich der Drogenpolitik Boliviens und Venezuelas. Seit Bolivien die US-Drogenbehörde DEA im Jahr 2008 des Landes verwiesen hat, geht der Cocaanbau drastisch zurück. Hauptgrund dafür ist die Politik des Dialogs, statt wie die DEA mit Gewalt gegen Landwirte vorzugehen. Auch Venezuela beendete bereits 2005 die Zusammenarbeit mit der DEA.

Morales bezeichnete die Erklärung Obamas in einem Tweet als „lächerlich“ und sagte, die USA sollten erst einmal „ihr Bankgeheimnis aussetzen, ihre Steueroasen beseitigen, ihre Waffenproduktion stoppen und aufhören in andere Länder einzudringen.“ Die USA seien der größte Drogenkonsument der Welt und hätten „keine moralische Autorität, die Drogenbekämpfung anderer Völker zu kritisieren“, twitterte Morales. „Man muss neokolonialistisch sein, prokapitalistisch und proimperialistisch, um von den USA im Kampf gegen den Drogenhandel anerkannt zu werden“, fuhr er fort.



Die USA üben schwere Kritik an der bolivianischen Drogenpolitik. Bolivien ist das einzige Land der Welt, in dem der Cocaaanbau für medizinische und traditionelle Zwecke von einem Verbot befreit ist. Im von Morales kritisierten Memorandum stand geschrieben, dass Bolivien es „in den vergangenen zwölf Monaten nachweislich versäumt hat, seinen Verpflichtungen im Rahmen internationaler Vereinbarungen zur Drogenbekämpfung nachzukommen.“

Quellen: telesur, telesur

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