Bolivien erklärt Israel zum Terrorstaat


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Im Zuge der laufenden Gaza-Offensive hat Boliviens Regierung Israel zu einem „terroristischen Staat“ erklärt. Zuletzt hatte Boliviens Präsident Morales bei den Vereinten Nationen Israels Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen angezeigt.

Evo Morales, Bolivien Urheber: Joel Alvarez, Lizenz: CC-BY-3.0
Evo Morales, Bolivien
Urheber: Joel Alvarez, Lizenz: CC-BY-3.0

Boliviens Präsident Evo Morales hat Israel am Mittwoch zu einem „terroristischen Staat“ erklärt und das seit 1972 bestehende Abkommen für Visumfreiheit israelischer Bürger in seinem Land aufgehoben. Grund dafür sei die laufende Gaza-Offensive.

Morales sagte, dass die Gaza-Offensive aufzeige, „dass Israel die elementaren Rechte und Prinzipien des Respekts vor dem Leben nicht garantiert, die ein friedliches und harmonisches Zusammenleben durch der internationalen Gemeinschaft regeln.“ In den mehr als zwei Wochen der Angriffe auf den Gazastreifen durch das israelische Militär wurden auf palästinensischer Seite rund 1300 Menschen getötet und 6000 verwundet. Zuletzt wurden 16 Personen getötet, nachdem zwei israelische Panzergranaten in eine Schule der Vereinten Nationen einschlugen, wo 3300 obdachlos gewordene Palästinenser Zuflucht gesucht hatten.

Bolivien brach die diplomatischen Beziehungen mit Israel bereits im Jahr 2009 im Zuge einer früheren Militäroperation im Gazastreifen ab. Mitte Juli hatte Morales bei den Vereinten Nationen beantragt, Israels Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verfolgen. Nur wenige Stunden nach dem israelischen Beschuss der UNO-Schule in Gaza lieferten die USA neue Munition nach Israel.

Ein Ende des Angriffs ist vorerst nicht in Sicht: Israel hat rund 16.000 zusätzliche Reservisten für militärische Bodenoperationen im Gazastreifen mobilisiert.